Kai ist ein moderner Tagelöhner, der sehen muss, wo er bleibt und deshalb weiß, was
er als nächstes tut, auch wenn es nicht unbedingt schlau ist. "After Effect", der erste lange Film von Stephan Geene und b_books, schildert die Kaste der Kreativen.

Kai ist für ein paar Tage ein Model, einer von zwei Männern, die als Material für eine Werbe-Kampagne angeheuert werden, ist Ausgangsmaterial, aus dem die sogenannten »Kreativen« dann etwas machen. Ausgerechnet auch noch zum Thema »Tier«. Die beiden Models unterscheiden sich von denen, die die »Ideen« haben nur insofern, daß sie ihre Haut zu Markte tragen müssen.

»Ich glaub’, ich cancel das hier alles.« So hört der Film nicht auf, sondern fängt – wie selbstironisch – an. Das könnte zweifelnd auf das ganze Projekt des Films bezogen sein, trifft aber auch den Ton der kommenden Verhandlungen. Gesagt wird es von einem der vielen Kreativen, die in einem unwirklichen Berlin, auf das oft von oben geschaut wird, ihre Fäden in Kunst und Werbung spinnen. Erst nach und nach begreifen wir, wer gegen wen konkurriert, wer wen beauftragt, wer wen verachtet, wer wen braucht.

Selbststilisierung, Genervtheit, Empfindlichkeit, Eitelkeit, Zweifel, Ratlosigkeit. Das alles aber wie in einem Traum und mit einem ganz besonderen Humor vorgeführt, in tröstenden Farben und sanfter Musik, wie dem »Abendlied« von Blumfeld, das vom Tierthema des Films auf niedliche Weise handelt, ein Aspekt, den der Film sonst komplett vernachlässigt: (Denn es geht ja um Ausbeutung.)

Schmetterling kommt nach Haus 

kleiner Bär kommt nach Haus 

Känguruh kommt nach Haus 

die Lampen leuchten – der Tag ist aus

Kabeljau schwimmt nach Haus 

Elephant läuft nach Haus 

Ameise rast nach Haus 

die Lampen leuchten – der Tag ist aus…

Auf DVD und z.Zt. in Berlin im Kino.
http://www.b-books.de/aftereffect
http://www.b-books.de/aftereffect/trailer.html

(Text von Bettina Klix, gesampled, kompletter Text hier:
http://www.b-books.de/aftereffect/shomingeki.pdf – Danke für den Hinweis!)

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