Obwohl die Technik der Collage vor fast hundert Jahren entwickelt wurde, passt sie so perfekt in diese heutige Zeit wie niemals zuvor. Visuelles Material wird vom Künstler gesammelt, kombiniert und so abstrahiert, dass die persönliche Absicht klar hervortritt. Gleichsam spiegelt das Ausgangsmaterial den gesamten visuellen Speicher der Menschheit, denn die Collage zitiert ebenso gern arbeiten und Techniken der Kunst wie wissenschaftliche Abbildungen oder Versatzstücke aus Popkultur und Erotika.

Genau diese mögliche Bandbreite – und ihre Respektlosigkeit – macht die Collage für Künstler und Betrachter gleichermaßen interessant. So ist es kein Wunder, dass sich in den letzten Jahren eine rege Szene herausgebildet hat, welche die Möglichkeiten der zeitgenössischen Collage ständig weiterentwickelt.

Jenseits der Low-Brow-Szene, die sich erfrischend dem figurativen Surrealismus widmet, wagen mittlerweile auch etablierte Künstler den Schulterschluss mit diesem »respektlosen« Medium – und überbrücken so die historische Lücke zwischen den klassischen Collage-Vorreitern der 1920er-Jahre und den heutigen Heroen des Genres.

The Age of Collage greift diese neue Lust zur destruktiven Konstruktion auf, dokumentiert herausragende Werke und Künstler der aktuellen Strömung – und wirft gleichzeitig einen wertvollen Blick hinter die Kulissen dieser interdisziplinären und medienübergreifenden Ansätze.

Während Illustration, Malerei und Fotografie das Genre grundsätzlich prägen, sind diese Arbeiten gleichsam mal abstrakt, manchmal kontrolliert konstruktivistisch oder auch surrealistisch bis dadaistisch angehaucht. Wie kaum eine andere Technik bietet die Collage den Künstlern so Raum für eine Vielzahl unterschiedlicher künstlerischer Positionen.

Und diese neue, kompositorische Freiheit löst Widersprüche auf und aus: Mit sicheren Schnitten, Pinselstrichen, Mouse-Klicks oder Klebestreifen erhält das Unmögliche fassbare Form – und stellt nebenbei unser Weltbild auf den Kopf. In ihrer visuellen Konfrontation mit der Realität machen diese Künstler das Simultane im digitalen Zeitalter, das geografische, zeitliche und künstlerische Grenzen längst aufgelöst hat, so überzeichnet offensichtlich.

Vorwort: Als Spezialistin für Surrealismus verleiht die Kuratorin und Kunsthistorikerin Dr. Silke Krohn unter anderem Büchern wie Cutting Edges oder Everything Goes Right & Left If You Want It: The Art of Sergei Sviatchenko den richtigen Schliff und Schnitt.

Über den Mitherausgeber: »Kunst sollte über sich selbst lachen. Und zwar totlachen.« Der Künstler, Collagist, Musiker und »James Dean der Illustratoren« Dennis Busch spielt gern mit der menschlichen Form und lässt daraus neue entstehen. Als Meister der Verdeckung und des zweiten (Augen-)Blicks verquickt er klassische Cut-out-Techniken mit viel subversivem Humor, der auch in seiner eigenen »Galerie zum hochgeklappten Fußnagel« ausreichend Auslauf findet. / Pressetext

The Age of Collage
Contemporary Collage in Modern Art

Herausgeber: Dennis Busch, Robert Klanten, Hendrik Hellige
Verlag: Gestalten
Umfang: 272 Seiten
Format: 24 x 30 cm
Ausstattung: vollfarbig, Hardcover
Sprache: Englisch
ISBN: 978-3-89955-483-0
Preis: 39,90 Euro

Abbildungen: Gestalten 2014

Dein Kommentar

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns über Deine konstruktive Meinung und behalten uns vor, gehaltlose, persönlich verletzende und themenfremde Kommentare zu löschen.

Wenn Du nicht angemeldet bist, wird Dein Kommentar von der Redaktion zuerst geprüft und dann freigeschaltet.

Der Inhalt des Formulars wird durch einen externen Dienst (Mollom) auf Spaminhalte überprüft (Datenschutzrichtlinien)

Verwandter Artikel

Semperoper Dresden Plakatkampagne

Fons Hickmann m23 entwirft Plakatkampagne für die Semperoper Dresden. Die Serie von Postern, Flyern und Büchern für ...

in

Nächster Artikel

whatacharacter.info

Wie man Schriften auf Webseiten präsentiert, ist und bleibt Geschmackssache. Ludwig Übele hat für Georg Saldens ...

in ,

Vorheriger Artikel

Verlosung

#qved 2014 – Editorial Design Conference Munich / Verlosung

Auf die Konferenz »QVED – Quo Vadis Editorial Design« haben wir im Blog bereits hingewiesen. Vom 28. Februar bis zum ...

in , , 1 Kommentar