Back from OFFF / Impressionen von der OFFF, Lissabon

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Gerade komme ich mit folgenden Eindrücken von der OFFF aus Portugal zurück:

Die Konferenz war ganz gut, ich hätte mir aber ein bisschen mehr erwartet.
Wenn z.B. die Colophon irgendein Indie-Konzert ist, ist die OFFF Rock im Park.
Es war echt enorm welche Ausmasse Design-Konferenzen mittlerweile angenommen haben. Die Veranstaltung war ausverkauft und in den großen Saal passten 3500 Leute!
Die Beschallung war aber leider nicht dafür ausreichend und ohne Headset
war es teilweise ganz schön schwer etwas zu verstehen.
Stefan Sagmeister hatte einen neuen, sehr guten Vortrag und trägt jetzt
auf der Bühne Kleider. Einige andere Vorträge waren definitiv auch sehenswert:

http://www.d-kitchen.com/
http://www.onesize.nl/
http://www.siscottstudio.com/

Nur eine kleine Liste der Vortragenden, die mir besonders aufgefallen sind.
Die vollständige Liste der Sprecher findet ihr hier: http://www.offf.ws





Christian

Da kann ich nur zustimmen! Der Sound war leider wirklich nicht besonders und die Masse an Bersuchern machte es kaum möglich in Ruhe mit anderen ins Gespräch zu kommen. Die Location war aber trotz allem sehr sehenswert und Designgrößen wie Joshua Davis, Si Scott, PES und Sagmeister waren sehr unterhaltsam! Das Wetter war klasse und die Reise zur OFFF auch ein cooler Ausflug in eine verdammt tolle Stadt!

Gast

Stimmt, die Akustik war schwer verdaulich... Ich habe ein paar Vorträge mitgefilmt und poste so langsam aber sicher ein paar Ausschnitte auf Youtube, beginnend mit Josh Davis: http://www.youtube.com/watch?v=9nY1f5EuCqA - so kann sich der ein oder andere vielleicht einen Eindruck machen.

Bernie

Also, die Bilder geben ja gar nichts her. Und trug Saggi die Klamotten seiner Freundin Anni Kuan auf?

JOJO

wir hatten leider nur kleine Digicams dabei und in der Halle war es stockdunkel...
hier gibts mehr http://www.flickr.com/photos/offf

Bernie

Yeah, die Flickr-Serie taugt was … aber … warum steht unter jedem Bild "Since 2001, OFFF festival has been held in Barcelona, becoming the globally recognized..."? War das automatisiert? Denn die Bilder sind nur mit diesem Text versehen.

Mal was anderes. Warum ist es Mode, dass Kreative meinen, auf solchen Festivals Ratgeber spielen zu müssen, wenn es doch um nichts anderes geht als Sex, Saufen und Drogen? Womit ich grundsätzlich einverstanden bin, so ist es nicht :-) Aber diese Sprüche "Try something different" oder Fellini-Sprüche rezitieren etc. sind doch sowas von gestern. Ich warte auf den Tag, an dem Sagmeister ausruft: "I want a Pussy to fuck myself, because my design makes me so horny!"

Aber vielleicht kommt das ja bald. Die Frauenkleider deuten es an, hihi.

Julia

Hallo Jojo,

Danke für deinen Bericht – es hat mich überrascht, welche Ausmaße die OFFF hat. Sieht so aus (der Folie auf dem Foto nach) als hätte Sagmeister seinen Vortrag über "Things I've learned in my life so far" gehalten. Auf der Typo letztes Jahr war er damit recht erfolgreich.

Mal was anderes. Warum ist es Mode, dass Kreative meinen, auf solchen Festivals Ratgeber spielen zu müssen, wenn es doch um nichts anderes geht als Sex, Saufen und Drogen?
Ratgeber spielen – von mir aus, kann das jeder machen wie er will.

Bernie

Tja, Julchen, schon Scheisse, wenn man vor lauter Design davon nichts mitkriegt, nicht wahr?

Nur zu gut, dass unser Theo von und nach Guttenberg die OFFF nicht mit einem AC-DC Konzert verwechselt. Was wäre nur wenn dieser hochgegeelte Kai-Diekmann-Klon einen internationalen Designkongress "begleiten" würde? Doch keine Sorge, der ADAC garantiert eine pannenfreie Anreise!

Und Saggi könnte nächstes Jahr mit durchgepiercten Silikonballons auflaufen. Erfolg garantiert, und ebenso eine nette Reminiszenz an seine alten Werke, wenn schon infolge überproportioniertem Sendungsdrangs die Designqualität den Bach runter gehen wird, und er sich ein Auffangpolster schaffen muss. Für die alten Tage, versteht sich. Oder will er, wie Kurt, bis 85 in der Welt rumdüsen? Lern Bier trinken, Stef, dann haben wir auch was von Deiner Laberei, weil Kurti immer einen Sixpack unterm Ledermantel mit sich herumträgt und verteilt. Und lern endlich Englisch. Bitte.

hans schumacher

Hmm, wenn ich mal mal anmerken darf: die Welt des Designs hängt der des Pop um mindestens zehn Jahre hinterher – Kurt, aber n anderer Kurt (englisch: Kört, auch Kört, du hast mich nie gestört) Cobain hatte die Nummer mit den Frauenkleidern schon lange drauf. Muss mal den youtube link suchen …

hans schumacher

sorry, video find ich leider nich auf die schnelle, naja, dies ist auch gut
http://www.nirvana-music.de/images/kurtbilder/46.jpg
und dies natürlich
http://www.nirvana-music.de/images/kurtbilder/36.jpg

Bernie

Die Ähnlichkeit ist einfach frappierend.

kurt w.

frauenklamotten tragen wird hier jetzt zum "statement"!?!?!

immer auf der suche nach original und fälschung....macht euch mal locker!
sagmeister macht einfach nur werbung für die klamotten seiner modedesigner-freundin....das ist alles!

Bernie

Was eine brilliante Eingebung, Kurtl, besonders weil ichs schon paar Zeilen vorher angeteasert hab.

Das kost Dich ein Bier.

hans schumacher

> frauenklamotten tragen wird hier jetzt zum "statement"!?!?!

dieser Satz hat mich regelrecht verfolgt – abgesehen von der offensichtlichen Kontextverschiebung des Klamottentragens auf Bühnen (stark unterschieden vom alltäglichen Gebrauch) ist natürlich auch das alltägliche Gebrauchen von Klamotten, äh Tragen von Kleidung ein statement. Millionen Frauen tun es täglich! naja, egal …

> immer auf der suche nach original und fälschung....macht euch mal locker!

jau, nenn es das Prinzip Thomas Hoof. Hier endlich das Beweisvideo, Nirvanas 'in Bloom' Es gibt die Subpop-Version, die 'All suits' Variante und was nicht noch alles. Aber hier ist das Award winning original von Geffen Records aus den goldenen MTV-Zeiten. Die entscheidenden Szenen beginnen ungefähr ab der Hälfte:

http://www.mtv.de/videos/2935005

Bernie

Wieso hat Dich das verfolgt, Hans? Frauen tragen immer die schöneren Sachen und haben oft auch die bessere Figur dafür. Oder war es umgekehrt und Du hast frauenklamottentragendes Weibsvolk verfolgt? Und wer ist Thomas Hoof?

Und Du Kurt W. (öhhm, räusper). Wenigstens könntest Du auf Deinen brillanten Einwurf eine noch brllliantere Gegenantwort folgen lassen, oder müssen Hans und ich das Forum weiterhin alleine schmeissen?

Oder bist Du etwa doch Saggi ???

LG und off for the weekend.
Bernie.

hans schumacher

ähmm … sorry, bin spät dran für eine Antwort, Bernie … Thomas Hoof ist der Manufactum Gründer, der fürchte ich, mich persönlich mit den »Hausnachrichten« und den Texten im Katalog allzu stark beeinflusst hat (in Wahrheit sinds Mama & Papa, aber das wär zu banal) Also heute verfasst er die nicht mehr selber, aber das strukturelle Prinzip der Texte im Katalog ist geblieben …

Hier mal ein Textbeispiel zu einem Bakelittelefon von 1929, so ein typisches Manufactum Produkt in Neuauflage:

Von der Fernredseligkeit.
Kein Zweifel: Die heutige Allgegenwart des Telefons ist ein Segen – für den Kanuten, dem mitten auf dem Bodensee das Paddel über Bord ging, oder den Drachenflieger, der im Wipfel einer 30-Meter-Eiche notgelandet ist. Unter fast allen anderen Umständen wird das Telefon indes zu einer Plage für Leib, Geist und Seele, die es, alle drei und nacheinander, mit der Schrillheit seiner Töne, der Umständlichkeit seiner Bedienung und der Banalität des Mitgeteilten martert – und überdies mit hochfrequenter Strahlung perforiert. Hier kommen Geräte, die hinsichtlich Klang, Strahlung und Bedienbarkeit die Belästigung in Grenzen halten. Nur bei der Banalität des Mitgeteilten können sie nicht helfen …

Yep. Okay, Danke, Manufactum & Thomas Hoof – ihr seid aber jetzt auch und sogar im Internet.

Also, dass Sagmeister seine Freundin fördert, ist höchst ehrenwert, kennt man ja … Mann ahnt nix böses und plötzlich findet man sich nachts um halb drei ganz allein vorm Computer mit dem experimentellen Teil eines Diploms wieder, dass um neun präsentiert werden soll … oder auf einer Bühne vor 3500 Leuten in Frauenkleidern … wollte nicht jammern, aber wahrscheinlich hats mich deshalb verfolgt ;-) lasst uns lieber darüber reden, was überdimensionierte Designkonferenzen von Rockkonzerten lernen können … Trockeneisnebel, ja Trockeneisnebel wär zB ein Stichwort. Kurt is taking the mainstage, ein gelber Fleck in Kopfhöhe und ein grüner knapp unter Hüfthöhe deuten sich an … da, Strohhutkrempe und Becks-Flasche erscheinen im Scheinwerferlicht …

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