Briefwechsel / Ein Projekt der Studenten Jan Kammann & Alexander Lis

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Diesen Brief an Euch haben wir erhalten:

Hallo liebe Slanted-Leser,

Wir, zwei Studenten der FH Vorarlberg und der Hochschule Darmstadt, arbeiten zur Zeit an einem Projekt über den Brief und seine Bedeutung heute als Kommunikationsmittel, speziell seine Bedeutung für Gestalter und Typografen. Wir möchten euch gern um ein kurzes Statement bitten zur Frage, welchen Stellenwert für euch die Kommunikation mittels Briefen im heutigen (digitalen) Zeitalter hat.

Ist der Brief für Gestalter noch eine interessante Aufgabe?

Habt Ihr noch ein eigenes Briefpapier?

Falls ja, könnt Ihr uns ein Exemplar davon zukommen lassen und ob wir eure Antwort im Rahmen eines studentischen Projekts (Ausstellung und/oder Katalog) veröffentlichen können?

Wir danken euch, dass Ihr euch die Zeit genommen habt, diesen Beitrag zu Ende zu lesen und würden uns über eine Antwort sehr freuen!

Jan Kammann und Alexander Lis

--
Hier unsere Adresse:

Jan Kammann und Alexander Lis
Hochschulstraße 1
A-6850 Dornbirn
Austria

Alex(at)fourfivex.net

Tanja

Dann fange ich doch gleich mal an....

Eine Brieffreundin - und das seit mittlerweile 11 Jahren - habe ich noch. Trotz E-Mails schreiben wir uns regelmäßig Briefe, weil es einfach schön ist, nicht nur Rechnungen und Werbung im Briefkasten zu finden. Wir schreiben uns auch meist auf Briefpapier. Zuletzt hatte ich eines mit Sonnenblumen, aber das ist nun aufgebraucht. Ansonsten nehme ich auch ganz gerne farbiges Tonpapier.

Im Agenturalltag achte ich schon darauf, welches Briefpapier die Leute haben, die einem so schreiben. Offset-gedruckt sieht einfach besser aus als ein Laserausdruck oder ne einfache Grußkarte, ordentlich gestaltet seriöser als eine billige Wordvorlage... aber das ist ja alles selbstverständlich.

Natürlich gibt es auch viele Wettbewerbe, wie beispielsweise den MfG-Award, die gut gestaltete Geschäftsausstattungen würdigen. Doch gewinnen da immer die Besten?

Ein Trend bei Briefen ist zudem "white-space-marketing". Ob der Platz sinnvoll genutzt wird oder den Weißraum zerstört sei mal dahingestellt.

So, jetzt bin ich etwas vom Thema abgeschweift. Ich bin mal gespannt, was Ihr noch so dazu zu sagen habt.

nora

Tja ... heikles Thema denk ich mal, für viele. Wir sitzen festgebacken vor dem Bildschirm und hauen in die Tasten ... 99% meiner schriftlichen Kommunikation läuft per e-mail. Private Post schreibe ich manchmal von Hand, in den meisten Fällen handelt es sich dann um Geburtstagsanschreiben oder auch Weihnachtsgrüsse an die Familie aber das wars dann auch schon. Das mündet dann darin, dass man, wie Tanja oben schon geschrieben, minimum 90% Werbe-Schrott im Briefkasten hat und nur ab und zu mal eine Postkarte aus fernen Ländern dazwischen. Einen Briefkontakt habe ich noch zu meinem ehemaligen Typografie Professor Gerd Meussen und diese Briefe und Karten hüte ich dann schon wie Schätze ...

[img:brief02.jpg]

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Briefpapier ist bei mir auch immer noch Offset gedruckt auf feinem Papier, ebenso Umschläge und Visitenkarten. Da bin ich viel zu „oldschool” um das zu unterlassen. Auch wenn darauf dann häufig nur Rechnungen, Mahnungen oder Angebote rausgehen. Ich finde es trotzdem immer noch ein wichtiges Gestaltungsfeld.

Martin Jordan

Ein interessantes Projekt dazu machte der Engländer Craig Oldham, in dem er zahlreiche bekannte Gestalter nach einem handgeschriebenen Brief bat:
http://www.craigoldham.co.uk/ongoing/letters/

Ein anderes nicht minder interessantes Langzeitprojekt führt meine Kollegin Joana Niemeyer durch – sie schreibt alle Niemeyers der Welt an und begegnet damit ungeahnten Ahnen:
http://joananiemeyer.com/ongoing/the-j-niemeyers-in-the-world/

Gast

Das mündet dann darin, dass man, wie Tanja oben schon geschrieben, minimum 90% Werbe-Schrott im Briefkasten hat und nur ab und zu mal eine Postkarte aus fernen Ländern dazwischen.
John Bugaga

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