Christopher Çolak lebt in Istanbul und arbeitet dort als Art Director. Er entwirft visuelle Kommunikation und Schriften. Der MA-Kandidat für Grafikdesign an der Marmara Universität ist außerdem Komponist, Radiomacher, DJ und Gründer der Musikpublikation Halfstereo.com. Ursprünglich als BA-Abschlussarbeit intendiert, entwickelte sich »İstambulin« zu einer Digital Type Foundry, die Mitte 2011 auf den Markt geht. Der Vortrag diskutiert die grafische Geschichte und das Vermächtnis Istanbuls. Er wird illustriert durch grafische und typografische Projekte, die mit der Stadt interagieren.
Zunächst erzählte Christopher Çolak über seine Kindheit und wie gerne er Fahrräder und Motorräder malte. Er erwähnte wie schwierig es in der Türkei ist, das zu studieren, was einem tatsächlich am Herzen liegt. Er begann ein Studium als Elektroingenieur und merkte mit der Zeit, dass ihm das Studium keinen Spaß bereitet. Immer öfter besuchte er keine Vorlesungen mehr. Seine damalige Freundin war Art Direktorin und führte ihn in die Welt des Design, sie hatte einen großen Einfluss auf ihn und somit entwickelte sich seine Leidenschaft für Design immer weiter.
Während seinem Studium schrieb er für Magazine und durfte ein Interview mit Daft Punk führen, er war als DJ tätig und war ebenfalls in Radioprogrammen aktiv. Immer mehr stieg die Unzufriedenheit über seine Studiensituation an und er entschließ sich mit einem Studium der Visuellen Kommunikation anzufangen. In seiner Studienzeit entwickelte Christopher Çolak Logodesign und entdeckte die Liebe zur Schrift.
Er startete sein Projekt »İstambulin« und dokumentierte alles, was um Istanbul herum passiert. Er fand es sehr faszinierend und sagte: “the city is always changing”, “one font can never express the city” , aufgrund dessen entwarf er für das Projekt mehrere Schriften. Nach zahlreichen Wortanalysen entschied er sich für einen Projektnamen, der eine Kombination von Bedeutungen widerspiegelt.
“Himyeri” ist die Schrift, die Christopher Çolak als Erste vorstellte. Sie entstand im Jahr 2009 und als Inspiration dafür diente eine Stadt in Irak. “Cemberlitas” ist ein Font, dessen Namen Obelisk bedeutet, er bezeichnete die Schrift als “improvement of Himyeri”. Anhand dem Bildmaterial, das Christopher Çolak während seinem Vortrag zeigte, wurde schnell ersichtlich wie gut “Himyeri” und “Cemberlitas” auf Plakatgestaltungen funktionieren. Deren Zeichensatz enthält lateinische und türkische Buchstaben. Von Handschriften inspiriert, entwarf Christopher Çolak die Schrift “Narin Extra Light”. An dieser Schrift arbeitet er weiter und teilte mit, dass die Schrift in 3-4 Monaten erscheint. Als Abschluss zeigte Christopher Çolak sein Buchprojekt, in dem er 40 verschiedenen Buchstaben verwendet. Das Projekt widmet sich den vielen handgemalten Ladenschildern in Istanbul.

























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