Die Vorgeschichte.
Am Anfang steht ein Treffen zwischen Boris Kochan und Horst Moser. Die Idee: Ein Workshop, bei dem eine Zeitschrift komplett entwickelt und produziert werden soll. Das Thema: Schrift. Um die Teilnehmer zu finden, wird ein Aufruf gestartet (auch auf slanted.de), Vorstellungsgespräche im November in München. Am wichtigsten ist es, ein TEAM zu finden, Einzelkämpfer haben keine Chance.
Konzepttag.
Im Januar treffen die 12 Gestalter plus vier Redakteure plus ein Fotograf und die beiden Initiatoren zusammen. Wenige kennen sich, die Vorstellungsrunde sprengt schon gleich am Beginn den Zeitrahmen.
Wir füllen Tafeln mit Themen, testen Kombinationen, schmeißen Themen raus, nehmen andere wieder rein, diskutieren heftig. Irgendwann ist auch der Name gefunden: Schrift. Wirkt naheliegend, ist aber nur einer von bestimmt 80 Vorschlägen.

Zwischenzeit.
Wieder zu Hause fliegen E-Mails hin und her, man telefoniert, alle tragen die Idee in die Welt hinaus, recherchieren, kontaktieren Experten und Künstler, führen Interviews, kümmern sich um Bildmaterial.
Workshoptage.
Februar. Alle treffen sich für mehrere intensive Arbeitstage. Die Fülle von Material versetzt uns in eine euphorische Stimmung. Die Themen werden zu Artikeln, das Gestaltungsraster wird festgelegt, erste Titelversuche, die Spielerei ESCEHAERIEFTE wird geboren (dieses Kunstwort beinhaltet das Wort Schrift, buchstabiert aufgeschrieben: eS, Ce, Ha ...), über Schriften wird abgestimmt (Fabiol und SuperGrotesk gewinnen),

Mikrotypo-Initial und

Ameisen-Mikrotypo-Kolumnenlinien für die Making-ofs finden den Weg ins Heft.

In einer raumgreifenden Aktion entsteht die die Artikelfolge. Am Ende: Der erste fertig gebastelte Dummy.
Auf der COLOPHON.
März, Luxembourg. Während viele fleißige Helfer die Zeitschrift zur Produktionsreife bringen, findet die erste offizielle Präsentation von ESCEHAERIEFTE statt. Der Raum ist brechend voll, groß an der Wand wirken die Doppelseiten unglaublich beeindruckend, die Resonanz ist hervorragend, die Leute sind sehr gespannt auf das gedruckte Heft. Wir auch.
Launchparty.
Juli, München. Kaum zu glauben. Nach unendlicher Tüftelei am Titel und anderen Kleinigkeiten haben wir es geschafft. Stapelweise liegen die gedruckten Magazine vor uns und werden sehr stolz präsentiert. Danach: Fröhliches Anstoßen aller Beteiligten.
ESCEHAERIEFTE
ist ein intelligentes, spannendes Magazin, vielfältig, aber trotzdem auf ein Thema konzentriert, wirkt professionell und überhaupt nicht laienhaft (hätte fast schmuddeliger sein dürfen!).
Fazit.
Ein gelungenes Experiment, denn wir haben das Ziel am Ende doch noch erreicht! Leider blieben viele Ideen und Material auf der Strecke – genug für eine 2. Ausgabe! Der größte Lerneffekt: Kompromisse finden. Der Prozess war großartig, sehr lebendig, unglaublich spannungsreich, auch wörtlich gemeint – in den Kolumnenlinien kann man so einiges nachlesen.
Bestellen kann man das Magazin im Kombi-Special mit Slanted #6 und #7 oder einzeln unter www.escehaeriefte.de













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Gast
der name ist eine qual. empfinde ich noch unerträglicher, weil pseudo-intellektuell, als die ganzen mädchennamen-zeitschriften: brigitte und co.
ferdi
ja stimmt. die zeitung is aber nice...
Gast
Ich habe mir die "Zeitschrift" beim Typotag angesehen und muss sagen, dass sie ganz peinlich ist. Völlig uninteressant und selbstdarstellerisch. Alles schon da gewesen. Viele FH-Zeitschriften sind um Längen besser. Aber Hauptsache man kann seine Namen in die Presse bringen.
Bernie
Was soll daran peinlich sein? Dafür sind genausolche FH-Mags um einiges weiter … in besagter Peinlichkeit.
Das einzige, was mich echt stört ist der Hefttitel. Man will ihn immer als Wort lesen, schafft es aber nicht, er verwirrt komplett; bis man das raus hat mit der Buchstabiererei, Bindestriche wären vielleicht hilfreicher. Andererseits ist sowas natürlich extrem merk-würdig.
Die Heftseiten sind gutgesetzten Magazinseiten ähnlich, aber überraschen nicht. Da habe ich doch mehr Experiment bzw. freigehenden Gestaltungsdrang erwartet.
Die Inhalte sind vielleicht umso interessanter, aber das in 5 Tagen aufzusetzen? Geht das wirklich oder hat jeder seine Texte bereits vorab geschrieben?
Ansonsten nette Sache. Mal schauen, ob ich noch eins kriegen kann.
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