Hier stellen wir euch die Diplomarbeit von Maja vor, die sich um ASCII-Art dreht. Sie hat in einer Website zwei ihrer Lieblingsthemen vereint: Schriftkultur und Internet.

Ziel der Arbeit war es herauszufinden, was gestalterisch möglich ist, wenn die Mittel auf ein Minimum (hier der ASCII-Zeichensatz) begrenzt sind. Mit ihrer Diplomarbeit beleuchtet sie unter anderem eine Feststellung von Christian Garve "Die Schrift ist ein toter Buchstabe, den nur die Einbildungskraft und der Verstand des Lesens beleben kann" und zeigt eindrucksvoll, dass Schrift neben ihrer hauptsächlichen Funktion – der Darstellung von Text und somit Vermittlung von Inhalten – auch zum Erstellen von Bildern genutzt werden kann. Solche Bilder gibt es sowohl im Bereich der ASCII-Art als auch auf ihrer Website www.typii.de zu bestaunen.

Neben der Untersuchung der Schriftzeichen selbst und dem Experimentieren der ASCII-Art untersucht sie auch detailliert einige Prozesse der visuellen Wahrnehmung. Ein paar Einblicke in die Bilder zeigen wir euch hier auf Slanted, genauso ein kleines Interview.

Gib uns bitte ein paar Informationen über Dich und/oder die Firma, für die Du arbeitest.
Mein Name ist Maja Schulte-Vogelheim. Ich bin 30 Jahre alt, Dipl. Kommunikationsdesignerin.

Was ist Deine Grafikdesign Richtung? Wie würdest Du Deinen Stil bezeichnen? Wo liegen Deine Stärken?
Ich bin immer hin- und hergerissen zwischen schlichter Klarheit und üppiger Verspieltheit. Wenn ich das eine mache, will ich lieber das andere und umgekehrt. Allerdings werde ich mit zunehmender Erfahrung immer schlichter. Generell mag ich konzeptionelle Arbeit, ich knobele gerne und achte aufs Detail.

Wo arbeitest Du?
Drei Tage in der Woche arbeite ich für ein kleines Industriedesign-Büro. Nebenher betreue ich freie Projekte und, seit Oktober, habe ich einen Lehrauftrag für "Grundlagen der Typografie" an der Folkwang Hochschule in Essen.

Welche Bedeutung hat für Dich Design?
Von Laien unterschätzte und von Designern überbewertete geheime Verkaufstechnik, die entgegen aller Behauptungen keine Kunst ist.

Kannst Du uns eine kleine Beschreibung Deiner Arbeit geben?
www.typii.de ist ein Ascii-Art-Universum für typophile Minimalisten mit romantischer Ader.

Warum hast Du diese Arbeit gemacht? Wie bist Du auf die Idee gekommen? Was steckt dahinter?
Ich fand ASCII-Art schon immer toll. In meiner Arbeit habe ich untersucht, worin eigentlich der Reiz dieser, kleinen, etwas ruppigen "Kunstrichtung" liegt. Hierzu habe ich zunächst die morphologische Qualität der Zeichen des ASCII-Zeichensatzes untersucht und überrascht festgestellt, das sich mit diesem Formkontingent nahezu alles gestalten lässt.

Was möchtest Du mit Deiner Arbeit erreichen/aussagen?
Unser Web soll schöner werden!

Wie/Wo wäre die ideale Anwendungsweise?
Ideal wäre es, wenn jeder User seine selbst generierten Texte als Mail verschicken könnte und die Ascii-Bildchen von jedem Mail-Client korrekt dargestellt würden! Leider ist das komplizierter, als ich dachte :(

Worauf an deiner Arbeit bist du besonders stolz? Was gefällt dir persönlich am besten?
gibt es irgendein interessantes oder außergewöhnliches Detail? oder was ist an deinem Werk ganz besonders?

Besonders stolz bin ich auf den Ascii-Generator, mit dem sich bislang drei meiner Schriften dynamisch verwenden lassen.

Arbeitest Du eher darauf los oder gibt es lange Konzeptionsphasen?
Leider arbeite ich viel zu häufig einfach drauf los und stelle hinterher fest, wie... äh... gut es gewesen wäre,.. sich vorher zu überlegen was man macht.

Was inspiriert Dich?
Inhalte.

Wie lange hast Du an Deinem Werk gearbeitet?
zwei Monate an der theoretischen, vier Monate an der praktischen Arbeit

Hast Du Vorbilder? Was interessiert Dich an dieser/n Person/en? Welche Arbeiten gefallen Dir?
Habe keine konkreten Vorbilder, aber eine Vorliebe für einfache, konsequent umgesetzte Ideen.

Hast du einen Tip für Studenten, die kurz vor ihrer Dipl.- oder Bachelorarbeit stehen?
Versuche nicht, die Weltfrage zu lösen (klappt eh nicht).

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Reich und berühmt werden.

Vielen Dank für dein Interview und viel Erfolg dir!

stefan wunderwald

das is ma was feines!
schön schön.

v.

Wow, was für eine schöne Website. Kompliment!

Gast

+-+-+-+-+
|T|O|L|L|
+-+-+-+-+

no hate

ich will wirklich nicht kleinkariert erscheinen aber jemand der „Grundlagen der Typografie” lehrt, sollte vielleicht schon den unterschied zwischen zoll- und anführungszeichen kennen. bei der website verstehe ich nicht warum die navigation auf englisch ist und der inhalt auf deutsch... zur sache an sich: alles ganz nett aber irgendwie auch schon ein alter hut...

siehe
http://www.patorjk.com/software/taag/

Gast

»Welche Bedeutung hat für Dich Design?

Von Laien unterschätzte und von Designern überbewertete geheime Verkaufstechnik, die entgegen aller Behauptungen keine Kunst ist.«

schön.

Maja

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Nachlässigkeit lasse ich mir gerne vorwerfen,
Unwissenheit nicht ;)

Zum Thema »alter Hut«: Mir sind die vorhandenen
Schriften bekannt, schließlich waren sie ein Auslöser
für meine Arbeit. Ich fand es einfach herausfordernd,
detailreiche, schöne Schriften umzusetzen und das
Instrumentarium um ein paar Schätzchen zu erweitern.
Nebenbei ließ sich wunderbar testen, wie genau sich
Dinge mit ASCII-Art darstellen lassen.

Die englische Navigation ist als Kompromiss zu
verstehen, die deutschsprachige Site einem
internationalen Publikum zugänglich zu machen.

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