EBOY, Fehlinvestition / CHOOSE MY IDENTITY

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Was habe ich da auf der Website von Hermann Schmidt Verlag lesen dürfen: Eboy war falsch, ein Minus, ein Versehen, passt nicht ins Profil. Wird deshalb rausgehauen. Und bitte bitte nicht bei Amazon oder ebay kaufen. Denn da ist es viel teurer.
Wie überall: es geht um Identität! CHOOSE MY IDENTITY? Vergiss es. Du hast verloren.
Ist das nicht schade? Hat man nur als Fachidiot eine Chance?
Reinrassige Hunde sind irgendwann verzüchtet und blöd.

Original Pressetext:
Ja, manchmal machen wir Fehler. Und dann gilt bei uns: Fehler dürfen passieren, aber nur, wenn man daraus lernt! Und das tun wir. Zum Beispiel aus der Fehlentscheidung, die wir an einem Buchmessen-Freitag vor drei Jahren getroffen haben: Da wurde uns eine Lizenz angeboten, eBoy, diese fitten Berliner plus einem Mann in NY, deren Arbeit (Pixelpop und Vector) wir so bewunderten. »Nein, das ist nicht Schmidt!«, sprach die strenge markenbewusste KSF. »Davon verkaufe ja ich allein …«, konterte der wichtige Handelspartner K.; »Das wäre ein Buch, wie ›die Gestalten‹ das machen«, lockte es weiter. Und 2002 kam das schöne Buch mit runden Ecken, prall gefüllt vom englischen Originalverlag palettenweise zu uns. Und leider war es tatsächlich nicht »Schmidt«. Lieber Herr Klanten von den Gestalten, das hätten wir euch machen lassen sollen, solche Titel sucht man eher bei euch. Damit wir nun das Lager irgendwann wieder für zu uns passende Bücher frei haben, profitieren Sie von unserem Fehler: eBoy brauchen Sie nicht bei ebay kaufen. eBoy: 19,80 statt 58,– Euro. Solange der Vorrat reicht.

thomas

Wer passt sich eigentlich wem an? Der Anbieter der Zielgruppe oder die Zielgruppe dem Anbieter?

Klingt vielleicht absurd, aber mir kommt es fast so vor, als würden sie sich die Scheuklappen gegenseitig anziehen ...

christian

habe mir kurz nach erscheinen des buches für teures geld ein exemplar zugelegt und fand es bemerkenswert und bin immer noch froh, dass ich ein eboy-buch besitze. obgleich ich damals nicht diesen schleuder-preis bezahlt habe. finde es auch ein bisschen mager von den schmidts. klar war der pixelkrams trend, aber man sollte das doch würdigen, dass eboy das immer noch macht, während sich andere experten wieder einer anderen grafischen domäne zugewandt haben. man sollte dem kollektiv tribut zollen (und den postboten, die sich mit dem ding herumplagen mussten).

CHR15

also, ich verstehe nicht so richtig, um was es hier geht. kann mich nochmal jemand aufklären?

das verhalten der schmidts ist doch ganz typisch für einen verlag. und auch völlig legitim.

solange fehlentscheidungen gemacht und zugegeben werden, kann man auch davon ausgehen, dass dem auch bedingt eine risikoentscheidung zugrunde liegt.

das hat rein gar nix mit der eigentlichen qualität der publikation zu tun. von mir aus können die guten bücher weiterhin fehlinvestitionen der verlage werden, solange das nicht dazu führt, dass die gestalten weiterhin eine art monopol ausbauen.

dies finde ich übrigens den viel wichtigeren gedanken an der derzeitigen situation. warum gibt es in deutschland kein pendant zu dgv?

Lars

> dies finde ich übrigens den viel wichtigeren gedanken an der derzeitigen situation. warum gibt es in deutschland kein pendant zu dgv?

???

Antwort: Risikoentscheidung. Geld. Verlust. Pleite.

???

Das Arbeitsprinzip "No Risk No Fun" gibt es nur in der Theorie. Aber gerade diejenigen, die die Möglichkeit haben, etwas zu riskieren, sollten diese nutzen. Immer nur von Zielgruppenanalyse, focusierung auf den Kundenstamm und Marketingstrategie zu reden finde ich nicht sehr mutig. Taschen hat es gewagt: neben Volksbüchern auch exklusive Luxusliner zu produzieren. 2 völlig unterschiedliche Zielgruppen. Risiko. Erfolg. Gewinn.

???

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