EIN HARTZ FÜR BERLIN + TALENTARENA = DESIGN-CONTEST / KREATIVITÄT FÜR EINEN GUTEN ZWECK

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Am 19. Juli wird es eine von Bela B. und Icke & Er organisierte Spendengala für den
"Berliner Tafel e.V." geben. Talentarena sucht zusammen mit "Ein Hartz für Berlin"
kreative Köpfe für den dazugehörigen Design-Contest.


Die dreistündige Spendengala “Ein Hartz für Berlin” findet am 19. Juli in der Open-Air-Kulisse der Zitadelle Spandau (in Berlin) statt. Neben den Initiatoren selbst, Icke & Er und Bela B., treten zahlreiche prominente Künstler der deutschen Musikszene mit exklusiven und teilweise eigens einstudierten Darbietungen auf. Sämtliche teilnehmenden Künstler verzichten an diesem Abend auf ihre Gage.
Die Erlöse der Veranstaltung sowie Spendenschecks von unterstützenden Unternehmen gehen an den Berliner Verein “Berliner Tafel e.V.”. Die wohltätige Einrichtung kümmert sich seit vielen Jahren um günstige oder kostenlose Lebensmittel für bedürftige Berliner und deren Kinder.

Zu diesem Benefizevent veranstaltet TALENTARENA zusammen mit der “Ein Hartz für Berlin”-Aktion einen Design-Contest. Die fünf Gewinner Entwürfe werden auf Leinwand gedruckt und im Zuge der Spendengala, inklusive Signatur aller Künstler die auftreten, versteigert. Der Erlös kommt zu 100% dem “Berliner Tafel E.V.” zu Gute!

Außerdem wird euer Name auf mehreren teilnehmenden Webseiten und der medienwirksamen Auktion eures Werkes prominent platziert. Oben drauf bekommt jeder
der fünf Gewinner noch eine Eintrittskarte für das Event und einen Premium-Account für talentarena.de, mit welchem ihr unter anderem euer Gewinner-Motiv in deren Shop verkaufen könnt! Außerdem wird jeder Contest-Gewinner in einem TALENTARENA-Feature vorgestellt.

Dieser wohltätige Zweck braucht euren Ideenreichtum!

Mehr zum Event und den Contest Details gibt es hier:
http://blog.talentarena.de/2009/06/ein-hartz-fuer-berlin-ta-design-contest/

Bernie

Mal ehrlich – das ist doch ein sprachlicher Fauxpax. Hartz steht als Begriffsdefinition für Verarmung von Langzeitarbeitslosen, nebst den Sonderregularien wie 1-Euro Job, Zwangsauszug, Wohnortbindung etc. Und da Berlin die grösste Zahl an Hartz-4-Empfängern aufweist, ist ein "Ein Hartz für Berlin" was? Verarmung mit Liebe?? Und dann auch noch das Apple Logo plagiarisieren, das Synonym für Kommerz und Marketing schlechthin. Ich will die Aktion selbst nicht negieren, doch hier hat jemand die Lufthoheit über seinem Oberstübchen komplett verloren.

Halten wirs mal mit Peter Fox: "Ich verbrenn mein Studio und schnupf die Asche wie Koks". War wohl arg gestreckt, der Shit, wa?

Gast

Ich denke, dass man hier mal ind ie zweite Ebene eintauchen muss. Das sind ja alles total offensichtliche Punkte, die Du da ansprichst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie alle bewusst gewählt sind... ;-)

Nadine

Na hoffentlich wird Fidius nicht auf diesen Wettberwerb und das "Preisgeld" aufmerksam :-))

Gast

Hat Kreativität nicht Spiel und Formung der Worte und Ebenen zu tun? Ist es nicht fein, dass man etwas Tragisches mit positiven Wendungen und Coolness in etwas normaleres dreht und dadurch vielmehr Aufmerksamkeit für eine wirklich unterstützenswerte Sache - nämlich der Berliner tafel - generiert...?!
Nicht immer die gleichen moralisch triefenden und Traurigkeit erzeugenden Bilder, sondern einfach mal party...!?
Ich finde es juti

Gast

berlin besteht nur noch aus design contests. passt aber zum aktuellen casting horror. gibt es eigentlich noch designer in berlin die geld verdienen?

Bernie

Es ist eine kreative Verwirrung die hier visualisiert wird, denn wenn eine Werbebotschaft in sich Elemente trägt, die Negativität ausdrücken, dann hat sie versagt.

Wenn ich sage "Ein Herz für Berlin", dann impliziere ich die Sendung einer guten Tat an die Berliner Bevölkerung, spreche ich jedoch von "Ein Hartz für Berlin" meine ich die Sendung des Hartz-Status an dieselbige. Insofern sagt die Botschaft, das "Hartz" selbst, als Mechnikum der Verarmung von Langszeitarbeitslosen, hier eine "gute Tat" vollbringen möchte. Und das wiegt meineserachtens deshalb so schwer, weil "Hartz" marketingtechnisch bereits als eine Form von Marke angesehen werden kann; gerade weil dieses Wort eine Kette von Assoziationen auslöst.

Ergo wäre der Leitspruch "Ein Herz für Berlin" nebst dieses Herzchens, aber mit deutlicheren Bissspuren (=Herz/Essen) als leicht freche Zustandsbeschreibung für den Aufgabenbereich der Tafel, vollkommen ausreichend gewesen – und wäre vom Apple-Logo weiter entfernt.

Gegebenenfalls war das ja alles nicht so gemeint, dennoch wurde hier das Pferd sprachlich betrachtet eindeutig von hinten ausgesattelt, und der Blickpunkt zeigt nun Richtung Rektrum.

Vielleicht kann man auf dem Resultat noch paar Champignons wachsen lassen.

hans schumacher

Dear Bernie – was schreibst'n Du da: 'wenn eine Werbebotschaft in sich Elemente trägt, die Negativität ausdrücken, dann hat sie versagt.' Ähem, das erinnert mich fatal an Layoutkritik von arbeitenden Profis, die in jedem Doppelseitenlayout alle Elemente in strikte Aufwärtsbewegungen zwingen wollen (Oh Gott, ich seh da eine Abwärtsbewegung in Deinem Layout) … gefeilt muss werden, bis nur noch positives überbleibt, bloss keine Ambivalenzen.

Ich hatte ja die Ehre, mit Bela B (der hier ja auch als Headliner auftaucht) ins Zeltlager verschickt und Zeuge früher, prä-Ärzte mässiger Liedschöpfungen gewesen zu sein (wir wolln den … wars Bernie? … wie er ist, auch wenn er immer an die Zeltwand pisst; auch in dieser mir noch erinnerlichen Zeile blitzt kurz der unerschütterliche Stolz des underdogs/ die Solidarität mit dem underdog, wahrscheinlich eine typisch Berliner Eigenschaft, auf)

Spätere Ärzte-Schöpfungen sprechen eine ähnliche Sprache: Er ist mit Dir im Theater gewesen, ich hab Dir nur Fix und Foxi vorgelesen – Du warst mit ihm essen, natürlich im Ritz, bei mir gabs nur Currywurst mit Pomm Fritz – wurde Bildungsnotstand und Armut jemals besser verbal artikuliert – das musste ich jetzt googeln, ich habe keine einzige Ärzte-Platte, wahrscheinlich der Neid …) Und auch der Fox, Peter – etwas aktueller - ist dabei und dabei eben 'really, really bad'.

Das Motto der Veranstaltung kann ich vor dem Hintergrund also nur loben, ganz abgesehen von den Fortsetzungs- und Steigerungsmöglichkeiten: Ein Hartz, zwei Hartz, drei Hartz … für Berlin. 'Ein Herz für Berlin' also ehrlich, als Berliner: ich würde mich schämen.

Bernie

Hans, die Aktion an sich ist ja in Ordnung, sagte ich ja auch, nur die Namensgebung wirft bei mir Fragen auf, insbesonders mit diesem Anhängsel "Designcontest". Dann lieber wirklich die untere Klasse, also die menschlich gebliebene, lieber Currywurst essende und Fix und Foxi lesende, hochhalten und gegen den sich breitmachenden Mob aus Bankern, Fondmanagern etc. verteidigen. Und deswegen finde ich das Siegel "Hartz" vollkommen fehl. Denn "Hartz" ist keine Bezeichnung aus der normalen Gesellschaftsschicht, eine den sich die Leute selbst geben würden, nein, es ist eine Etikettierung für Arme. Von Reichen! Eine Stigma, wenn man so will. Fehlt nur noch die entsprechende Plakete.

Gruss, B.

P.S. Ich weiss nicht, was schlimmer wiegt in Berlin – ein Hartz oder ein Mario Barth(s)?

Bernie

Übrings, Hans, fällt mir zu Deinem Schnipsel "… ganz abgesehen von den Fortsetzungs- und Steigerungsmöglichkeiten: Ein Hartz, zwei Hartz, drei Hartz … für Berlin" folgender Minireim ein:

»Noch ein Hartz, dann zwei, dann drei, dann vier –
schon steht der Gerichtsvollzieher vor Deiner Tür.«

Bin ja mit Deinem Underdogabriss vollkommen d'accord, und Bela B zu treffen ist echt ein Erlebnis, keine Frage, aber lass mal die Kommunikationsdesigner zukünftlich das Motto lieber "positiver" austarieren, sonst kommt vielleicht noch irgendeiner auf die Schnapsidee, Aggro Berlin zu "Aggrohartzcore" umzumünzen.

hans schumacher

harhar … s. auch Peter Fox – wenn man den Gerüchten glauben darf, hat der doch tatsächlich fast sein Studio nebst Häuschen bei den Aufnahmen zur Solo-CD verbrannt, also sinngemäß gesprochen; wenn die CD gefloppt wäre, dann hätte die Sache mit dem Gerichtsvollzieher sicherlich geklappt, also old school mässig.

Mario Barth ist bei mir Bildungslücke – versäum ich da was? – der 'Designcontest' als solcher wirft wirklich ne Menge Fragen auf, oder auch nicht: macht was hübsches, wird versteigert, wieso auch nicht … Deine Sorgen um die Hartz IV Konnotationen in allen Ehren, die sicherlich alle zutreffen (also Stigmatisierung) ich seh da eher eine Art Galgenhumor nebst wenig Problemen bei der Zielgruppe, also Konzertbesucher und Kreative aller Couleur und jugendlichen Alters – vielleicht sollten wir uns da auch mal weniger Kopf machen, oder eben höchstens auf ähnliche Weise wie im Spot von Sido demonstriert … und „Talentarena“ ist auch nicht gerade was für Häuslebauer, oder (auch damals am Klondijke sollen ja eher die Verkäufer von Spitzhacken, Waschsieben etc. ein Auskommen gehabt haben, als die einzelnen Goldschürfer)

Bernie

Mario Barth nicht zu kennen, ist keine Bildungslücke sondern ein Segen.

Und ja, es stimmt. Fox hatte eine Hypothek auf sein Haus aufgenommen. Ca. 200.000 Euro. Das ist wirklich mutig.

hans schumacher

ich sach ja: old school ;-) na, da freut man sich doch, dass es geklappt hat (auch wenn man keinen Reggae mag) chapeau! schön grün!

maximilianm

bonjour!

als einer der betreiber von talentarena: danke fürs publik machen des contests! desweiteren: ich habe mich anfangs auch etwas an der namensgebung gestört, finde sie mittlerweile aber doch irgendwie passend: man spricht drüber, viel mehr kann man mit so einem namen + logo doch gar nicht erreichen.

zur leisen kritik am design-contest: wir (talentarena) wurden von den initiatoren von ein hartz für berlin darum gebeten sie zu unterstützen. der design-contest ist zweierlei hinsicht nur mittel zum zweck:

1. aufmerksamkeit für das event
2. durch die auktion der gewinner-designs geld für den berliner tafel e.v. zu sammeln

letztendlich freuen wir uns also genauso darüber, wenn ihr ein ticket kauft und euch das spektakel angucken geht, denn das ist der sinn hinter der ganzen sache: geld für einen wohltätigen zweck zu beschaffen! (das der nutzen/gewinn für die designer deshalb fast nur immateriell ist, liegt an der natur der wohltätigen-sache).

Sven

Hallo ihrs, habe gerade mit Belinda Krug von der Hartz4Berlin-Seite telefoniert, ob man als Bafög-Empfänger auch hin kommen kann.
Antwort:
Nein, nur für hartz4-Empfänger, weil Aktion von den Tafeln!
Ich:
Na darüber beziehe ich meine Lebensmittel, weil ich 496 Euro Bafög bekomme und da ist die Miete nichtmal bezahlt.
Sie:
Oh, ah ja. Also nein, ist nur für Hartz-4-Empfänger.

Also jedem Hartz-4-Empfänger, den ich kenne, geht es finanziell besser als mir.
Also wo ist der Sinn?
Kann man doch hin?
Weiß jemand was?
gern per mail:)

bln-mitte@live.de

Bernie

Ich kann Dir das auch gerne als Kommentar schreiben, lieber Sven, weil Du scheinbar nicht richtig gepolt bist. Du bist Schüler/Student und bekommst eine Ausbildungszulage und bist nicht arbeitslos. Denn Arbeitslose müssen eine Wohnung, Familie und Hund irgendwie über die Runden bringen. Du kannst ja nebenher arbeiten. Und in Berlin gibts genug Orte, wo das geht. So kriegst Du zu Deinem üppigen Bafög auch die Miete zusammen.

Bafög und Hartz in einen Topf zu schmeissen – die Suppe schmeckt nicht. Vielleicht darfst Du deshalb nicht "hin" :-)

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