Emotion in der Musik – Kardioklang / Bachelorarbeit von Michael Schenkyr an der HTWG Konstanz

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Ein Buch gleich für mehrere Sinne. Michael Schenkyr geht in seiner Bachelorarbeit dem Zusammenhang zwischen Musik und Emotion nach. Das Buch enthält Texte zu psycho-
logischen und kompositorischen Zusammenhängen, visuelle Gefühlsauswertungen und »hörbare« Beispiele. Die gesamte Arbeit entstand anhand einer Geschichte, die zuerst von Probanden in Form von Farben, Formen und Mimiken in Emotionen übersetzt wurde. Die visuell ausgewerteten Ergebnisse wurden anschließend vertont und in einer für Laien gut lesbaren Notenschrift festgehalten.

Michael Schenkyr im Slanted Interview:

SLANTED: Wie kam es zu dem hohen Stellenwert der Musik in deinem Leben? Hast du eine musikalische Ausbildung genossen, oder musstest du dich erst von grundauf einlesen?

Ich spiele seit meiner Kindheit Gitarre, seit meinen Teenagerjahren auch in diversen Bands. Daher war Musik schon immer wichtig in meinem Leben. Auch im Studium habe ich mich für musikbezogene Projekte interessiert. In einem Filmprojekt war ich beispielsweise für Musik und Sound-Design zuständig und lernte dabei erstmals etwas über funktionale Musik. 

SLANTED: Wie bist du bei der Recherche für die Sage/Geschichte vorgegangen und was waren deine Kriterien dabei?

Um meine gesammelte Theorie umzusetzen, brauchte ich zunächst eine Erzählung. Die Emotionen innerhalb der Geschichte mussten anschließend von mehreren Personen bewertet werden, was für die spätere Vertonung wichtig werden sollte. Die Sage war dafür bestens geeignet, weil sie trotz fantastischem Inhalt keine blumig-bildhafte Sprache, wie beispielsweise das Märchen, hat. Das lässt dem Leser genügend Freiraum beim Interpretieren des Inhalts.     

SLANTED: Was war die größte Herausforderung bei der visuellen Umsetzung akustischer Sinneseindrücke?

Die Arbeit besteht aus einem ständigem Vergleichen von emotionaler, visueller und akustischer Wahrnehmung. In allen Bereichen gibt es hervorragende Vordenker, an deren Erkenntnisse ich mich orientieren konnte. Für mich war es wichtig alles zusammenzubringen und nach einer verständlichen Methode zu suchen, die erklärt, wie aus Klang Emotion wird.

Pressetext:
Michael Schenkyr liebt Musik. Da war es klar, dass sich der Kommunikationsdesigner ein musikalisches Thema für seine Bachelorarbeit aussuchen wollte. Und er wollte der Sache auf den Grund gehen: Warum lieben wir Musik? Welche Klänge lösen im Menschen welche Emotionen aus? Dieser Frage stellte sich der Student und recherchierte umfangreich in den Bereichen Wahrnehmungspsychologie, Musiktheorie und Neurowissenschaft.
Zudem hat er in einer Versuchsreihe Menschen mit Musik konfrontiert – und außerdem mit einer Geschichte. Denn um seine Erkenntnisse auch produktiv umsetzen zu können, brauchte Schenkyr eine inhaltliche Basis. Er fand sie in einer Allgäuer Sage, die von den Probanden mit Hilfe von Farben, Mimik und Beschreibung in Emotionen übersetzt wurde – und die dann wiederum in eine entsprechende Komposition übertragen wurde.
Visuell hat Schenkyr seine Ergebnisse in einem Buch festgehalten, hat eine eigene Notation entwickelt, mit Farbskalen und Porträtreihen den emotionalen Verlauf der Geschichte auch optisch festgehalten. So ist eine komplexe Arbeit für mehrere Sinne entstanden. In Konstanz erhielt sie einen von drei Designpreisen. CD liegt bei.

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