Der kanadische Illustrator Gary Taxali hat sich in den vergangenen 25 Jahren viel Respekt verschafft. Er gestaltet Zeitungsillustrationen, Kinderbücher und ein Grammy-nominiertes LP-Cover für Aimee Mann. Er arbeitet für die besten internationalen Zeitungen, erhält Workshop-Einladungen auf der ganzen Welt und ist seit Kurzem Associate Professor an der Ontario College of Art and Design University. Seinen 77.000 Facebook-Fans antwortet er stets und mit perfekter kanadischer Freundlichkeit.

 Wir haben Gary anlässlich einer Ausstellung im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln getroffen, für die er gemeinsam mit Thilo Rothacker, Thomas Fuchs und Pierre Ferrero Illustrationen zum typisch kanadischen Thema Eishockey geschaffen hat. Die Ausstellung wurde von Markus Schüle organisiert.

Weißt du als Kanadier mehr über Eishockey?



Ich weiß mehr über die Kultur des Spiels. Es ist Teil unseres Lebensstils. Ich habe sogar Hockey gespielt als ich aufgewachsen bin. Jeder spricht darüber. Es ist Teil deines Lebens. Es ist in der Schule, am Arbeitsplatz. Es ist in so vielen Facetten der kanadischen Kultur gegenwärtig.



Wie lebt es sich heute in Kanada? 



Es ist problemloser als in Amerika. Aber ist nicht perfekt. Ohne allzu politisch zu werden, Politiker sind niemals perfekte Menschen. Aber um deine Frage zu beantworten: Ich fühle mich sicherer in Kanada. Wir haben eine kostenlose Gesundheitsversorgung. Wir haben sehr, sehr strenge Waffengesetze. Und wir sind dank des Bildungssystems und der Medien mehr global bewusst als Amerikaner in der Regel sind. Ich mag es Kanadier zu sein.



20% deiner Ausstellungen waren in Kanada, 66% in den USA. Liegt es daran, dass Kanada eine Bevölkerung von 35 Millionen hat und Amerika 322 Millionen?



Die USA sind ein größeres Land. Das bedeutet, es gibt mehr Sammler, mehr Firmen, mehr Galerien, mehr Möglichkeiten, mehr Geld. Meine Karriere findet zum größten Teil in den Vereinigten Staaten statt. Ich habe keine Galerie in Kanada, was schade ist. Meine wichtigste Galerie (Jonathan LeVine) ist in New York. Ich glaube auch, dass man in den USA in der Kunst mutiger ist, jedenfalls was Galerien angeht. Das Talent in Kanada ist unglaublich.

Du hast viel erreicht – was wirst du in den nächsten 20 Jahren machen?



Mehr Public Art. Ich habe das in Kanada ein bisschen gemacht. Es ist wirklich nett. Denn wenn jemand ein Bild in einer Galerie an der Wand sieht, wissen sie, dass dieses Ding zum Verkauf steht. Aber öffentliche Kunst ist für die Öffentlichkeit und Menschen reagieren darauf. Die Leute können einfach kommen und gehen. Öffentliche Kunst gehört der Öffentlichkeit. Es sind die Städte, die investieren und sagen, mach das mal. Diese Art von ehrlichem Austausch macht meine Arbeit wertvoll. Ich mache eine Aussage. Es fühlt sich sehr gut an, das in Toronto zu tun. Darum würde ich gerne mehr Public Art machen.

EisZeit: Illustrationen on Ice
Deutsches Sport & Olympia Museum, Köln
www.sportmuseum.de

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