Goldrausch – Hoffnung, Liebe, Macht & Tod / Diplomarbeit von Julia Maria Rausch an der Hochschule Darmstadt

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Julia Maria Rausch aus unserer Slanted-Redaktion, die Ihr unter anderem wegen ihrer roten Fingernägel kennt, hat gerade ein klasse Diplom gemacht, das an dieser Stelle auch einmal vorgestellt werden sollte:

Gold ist der ambivalenteste Stoff dieser Erde. Seine außergewöhnliche Farbe, der immer währende Glanz. Es befriedigt die Eitelkeit und betont persönliche Eigenschaften wie Reichtum, sozialen Rang, Religionszugehörigkeit, persönliche Stärke und vor allem Schönheit. Gold war und ist Symbol für die Liebe, Belohnung für die Tugend, Amulett und Talisman, Geschenk und Auszeichnung. In der Literatur ist Gold nicht mehr wegzudenken – goldene Sprichwörter, Redewendungen und Begriffe, wohin man auch sieht.

Die Wertigkeit des Edelmetalls geht längst über den Rohstoff hinaus. Gold hat Weltgeschichte geschrieben, Zivilisationen geschaffen und gleichzeitig zerstört, Städte geschmückt und Landschaften verwüstet. Gold entfesselt brutale Gier und verspricht sorglose Sicherheit – es ist nicht alles Gold, was glänzt!

Gold hat auch in unserer aufgeklärten Zeit noch manches Geheimnis für sich bewahrt: Die Suche nach dem goldenen Zeitalter, dem Paradies, nach Arkadien und Utopia! Goldrausch ist überall.

Mein Buch ist eine persönliche Dokumentation des Goldrauschs unserer Tage. Durch die Kombination von literarischen Elementen, in denen das Wort Gold vorkommt, wie Redewendungen, Sprichwörtern, Textpassagen und einer goldenen Bilderwelt, erzeuge ich Spannungen, erzähle Geschichten und zeige auf, wie Gold uns im Innersten bewegt. Vom frühen »Goldrush« in Amerika zum heutigen Golden Lifestyle – immer am Puls der Zeit und ständig im Rausch der Gefühle – irgendwo zwischen Hoffnung, Liebe, Macht und Tod.

JULIA IM INTERVIEW MIT SLANTED

Slanted: Gib uns bitte ein paar Informationen über Dich und/oder die Firma, für die Du arbeitest.
Julia: Hallo! Ich bin in einem kalten Winter 1983 in Aschaffenburg zur Welt gekommen, habe mich dann durch die Schulwelt gekämpft und bin nach diversen Praktika in Fotoateliers, Werbeagenturen und einem Museum schließlich in Darmstadt gelandet, um dort mein ersehntes Studium Kommunikationsdesign zu beginnen. Während dieser Zeit arbeitete ich freiberuflich mit meinem Kleinunternehmen „imdesignrausch“ Im Herbst 2007 begann ich dann mein Praxissemester bei Slanted bzw. Magma Brand Design in Karlsruhe und beschloss direkt im Anschluss daran mein Diplom zu machen. Es ist gerade eine Woche her, als ich dort meine Prüfungen abgelegt habe – jetzt bin ich Diplom-Designerin.

Slanted: Was ist Deine Grafikdesign Richtung? Wie würdest Du Deinen Stil bezeichnen? Wo liegen Deine Stärken?
Julia: Im Verlauf meines Studiums ist mir Typografie und Buchdesign immer mehr ans Herz gewachsen. Letzten Herbst habe ich meinen ersten Font gestaltet. Ich liebe die Gestaltung mit Fotografie und Typografie und versuche immer, den Anforderungen an das Projekt gerecht zu werden – je nachdem, welchem Zweck es dient, stelle ich mich darauf ein. Ich denke, meine Stärken liegen darin, dass ich sehr selbständig, organisiert und gewissenhaft arbeite – das, was ich tue, macht mir einfach Spaß.

Slanted: Wo arbeitest Du am liebsten?
Julia: Bisher habe ich viel alleine zu Hause gearbeitet, vor allem während meines Diploms. Während meiner Praktika habe ich es aber viel mehr genossen, mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten.

Slanted: Was inspiriert Dich?
Julia: Gutes Essen, mein Leben und meine Erfahrungen, Kunst und Design, die kleinen Dinge, die nicht jeder sieht.

Slanted: Welche Bedeutung hat für Dich Design?
Julia: Design ist für mich allgegenwärtig, immer präsent. Es ist für mich Teil meines Lebens. Dabei muss ich nicht unbedingt selbst tätig sein – Design zu entdecken und dieses zu erkunden ist ebenso spannend.

Slanted: Warum hast Du diese Arbeit gemacht? Wie bist Du auf die Idee gekommen? Was steckt dahinter?
Julia: Zur Zeit sind die weltweiten Goldvorräte so hoch wie noch nie in der Weltgeschichte. Die USA halten mit 813 Tonnen die höchsten Reserven, gefolgt von Deutschland mit 3.417 Tonnen und der Sonderorganisation der Vereinten Nationen, dem Internationalen Währungsfonds mit 3.217 Tonnen). In den vergangenen Jahrzehnten degradierte der Dollar das Edelmetall zum reinen Rohstoff, doch im März 2008 hatte das Gold sein politisches Comeback – der Goldpreis erreichte erstmals einen Wert von über 1.000 US-Dollar pro Unze. Damit vervierfachte sich der Goldpreis nahezu in den letzten 6 Jahren und wurde somit wieder zu einer beliebten Absicherung gegen Vermögensverfall in Zeiten von Inflation oder Krieg. An diesem Punkt wurde mein Interesse für Gold und seine Auswirkungen besonders groß. Was ist, wenn der Goldpreis weiter steigt? Gilt dann das Recht des Stärkeren? Gold hat auch in unserer aufgeklärten Zeit noch manches Geheimnis für sich bewahrt: Die Suche nach dem goldenen Zeitalter, dem Paradies, nach Arkadien und Utopia! Goldrausch ist überall und diese Tatsache hat mich beeindruckt.

Slanted: Was möchtest Du mit Deiner Arbeit erreichen/aussagen?
Julia: Das Ziel meiner Diplomarbeit besteht für mich darin, aufzuzeigen, wo und wie der Goldrausch stattfindet, was er aus den Menschen macht, welchen Einfluss Gold auf unser Leben nimmt, wo wir auf Gold treffen. Um dies möglichst klar zu kommunizieren, habe ich eine Art Dokumentation des Goldrauschs unserer Tage gestaltet.

Slanted: Wie/Wo wäre die ideale Anwendungsweise?
Julia: Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Buch sehr interessant für Personen- und Industriekreise ist, die sich mit Gold befassen. Aber das Buch ist gleichzeitig ein Liebhaberstück, ein Buch, das man sich zulegt, weil man so etwas noch nicht im Regal stehen hat. Weil einem die Liebe zum Detail und zu einer aufwendigen Verarbeitung am Herzen liegt. Es gibt nicht viele Bücher, die sich mit Gold befassen.

Slanted: Arbeitest Du eher darauf los oder gibt es lange Konzeptionsphasen?
Julia: Eigentlich feile ich über einen langen Zeitraum an einer Idee und stelle die Arbeit so weit wie möglich in meinem Kopf fertig. Bei meiner Diplomarbeit habe ich es gewagt, einen anderen Weg zu gehen. Ich fing einfach an zu arbeiten und ließ mich überraschen, was nun aus dem Thema Gold werden würde. Das war einen tolle Erfahrung und ich weiß nun, dass ich beide Wege gehen kann.

Slanted: Wie lange hast Du an Deinem Werk gearbeitet?
Julia:Die allerersten Recherchen begann ich im Dezember 2007, jedoch begann erst im Mai meine eigentliche Arbeitsphase für's Diplom. Also ca. 3 Monate intensive Arbeit.

Slanted: Wer hat Dich betreut und wie hast Du davon profitiert?
Julia: Betreut haben mich Prof. Frank Philippin von der Hochschule Darmstadt und Dipl.-Designer Lars Harmsen. Den Hauptteil meiner Betreuung bezog ich dabei von Lars, der es schaffte, das Beste aus mir herauszuholen. Nach jedem Gespräch war ich voller Tatendrang und wollte wieder sofort loslegen.

Slanted: Hast Du Deine Arbeit handgemacht (gedruckt, veredelt etc.)?
Julia: Ich habe den Innenteil meines Buches zu Hause ausgeschossen, ausgedruckt und zu Lagen gefaltet. Das Ganze ging dann zur Buchbinderin, die es Faden geheftet, gebunden und geprägt hat – sie hat auch den Schuber mit Blei hergestellt.

Slanted: Hast Du Vorbilder? Was interessiert Dich an dieser/n Person/en? Welche Arbeiten gefallen Dir?
Julia: Ich mag die Arbeiten von Stefan Sagmeister. Die Art, wie er sich seinen Projekten nähert und diese dann umsetzt finde ich total klasse. Als er auf der diesjährigen Typo in Berlin einen Vortrag über sein neustes Werk hielt (Things I have learned in my life so far), hat mich seine Art echt umgehauen. Bemerkenswert finde ich außerdem, dass er sich schon so lange in der „Design-Elite“ bewegt. In Sachen Font-Design gefallen mir vor allem die Sachen von House Industries, den Enkeln des großen Ed Benguit ;) Ich bin ein riesiger Fan von tollen Büchern und meine Sammlung wird immer größer. Eine meiner Lieblingsarbeiten momentan ist das Buch „Mystery“ von Rosebud – es hat mich bei meiner Diplomarbeit inspiriert.

Slanted: Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Julia: Zuerst einmal gönne ich mir einen kleinen Urlaub ans Meer. Danach werde ich wieder aktiver auf Slanted sein und versuchen einen Job zu finden – am liebsten in einer Agentur oder einem kleinen Büro in Karlsruhe oder Umgebung. Seit meinem letzten Praktikum vermisse ich es sehr, nicht mehr unter Leuten und an »echten« Jobs zu arbeiten. Wenn das geschafft ist, ist mein nächstes Ziel erst einmal erreicht.

Slanted: Danke Julia und viel Erfolg für die Zukunft!

Diplomarbeit Sommersemester 2008 Hochschule Darmstadt
Titel: »Goldrausch – Hoffnung, Liebe, Macht & Tod«
396 Seiten, Format: 195 x136,5 mm
Verwendete Schriften: Akzidenz Grotesk, Amalia, Aquiline, Birch, Blaktur, Caslon, Clarendon, Courier New, Fraktendon, Franklin Gothic, Futura, Gallaudet, Garamond, Good City Modern Plain, ITC Legacy Serif, Impact, Mrs. Eaves, Mutlu Ornamental, Nü Creactivo, Oriental View, Ritz, Swiss 721, Tarzana, Teckbo, Willow
Papier: Munken Lynx, zartweiß, 120g/qm, Schneidersöhne und Evanescent, goldgelb samtig, 120g/qm, Römerturm
Buchbinderei: Buchbindemeisterin Katinka Gebicke, Darmstadt

Fertiges Buch in goldenem Schuber, der mit Blei beschwert ist (Gesamtgewicht 1,5 kg, entspricht 50 oz.tr., ein Standardgewicht bei echten Goldbarren)

Geprägter Titel auf dem mit Goldfolie überzogenen Buchcover

Fadenheftung mit dunkelrotem Kapitalband und 3 Lesezeichen, deren Farben sich von den Text- und Bildbeschreibungen im Buch ableiten

Aufgeschlagenes Buch mit 396 Seiten

Detailaufnahmen und Beispielseiten aus dem Kapitel Hoffnung




Märchenbeginn

Kapitelbeginn, jeweils in der Hauptfarbe des Kapitels gehalten (Hoffnung = Grün, Liebe = Rosarot, Macht = Violett, Tod = Schwarz)

Detailaufnahmen und Beispielseiten aus dem Kapitel Liebe







Detailaufnahmen und Beispielseiten aus dem Kapitel Macht






Detailaufnahmen und Beispielseiten aus dem Kapitel Tod

Goldene Fadenheftung im Buch




Goldwörterliste im Anhang auf goldenem Papier

Ausstellung und Diplomverleihung in Darmstadt

Martin

Sieht echt gut aus. Glückwunsch vom Ex-Mitbewohner :)

Bernie

Ganz grosses Kino, liebe Julia. Zwar ist die Art der Grafik bekannt und bereits gesehen, AAABER, was Du damit konzeptionell in Tinte gesetzt hast, wirkt so klug, so überlegt, gerissen und frech – und ausgesprochen harmonisch! – dass mir das Herz aufgeht.

»Ist eine Sache noch so krumm, mit Gold biegt man alles um und um«. Geil!

200 Goldbrocken für den TDC übrig?

Julia

@Martin: Hey, Wahnsinn, dass man so mal wieder etwas voneinander hört!
@Bernie: Danke für das Lob. Ich bin jetzt am Ende auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Leider kann man hier auf dem Blog das Buch nicht anfassen - durch die Beschwerung mit Blei gibt es immer so einen schönen AHA-Effekt, wenn jemand das Buch in die Hand nimmt. TDC, mal sehen, was noch übrig ist ;)

Judith

herzlichen glückwunsch!! :)
das interview les ich ein andermal.. oder du darfst mir's erzählen, wenn wir uns wieder über den weg laufen..

Ivo

Herzlichen Glückwunsch, Julia. Ich wusste gar nicht, dass Kommunikationsdesigner ihr Diplom auch in so kurzer Zeit schaffen können … ;)

Sieht echt gut aus. Außerdem sag ich ja immer: kein Buch sollte mit weniger als drei Lesebändchen auskommen. Viel Erfolg für die Zukunft.

Bernie

Ja, Julia, anfassen müsste man es – und richtig durchlesen können. Deswegen sagte ich ja »Es wirkt« statt »Es ist«. Doch es scheint, aufgrund Deiner Textbeispiele, dass Du das Thema "Gold" in die richtige Richtung bringst, denn unsere Welt dreht sich nur darum: Der Dreck, die Verschwendung, die Korruption, die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

Beschönigend und entlarvend zugleich. Das gefällt mir, denn Grafik-Design, wie auch Kunst, entzaubert den Dilettanten und hofiert den Könner. Deine Herangehensweise an dieses Projekt mit Hinzunahme dieses Stils, der eigentlich ultraexpressiv und verdunkelnd wirkt, bringt für mich – überraschenderweise – Licht in dieses Feld. Das erstaunt mich und daher kann ich dieses Expressivmittel goutieren.

Ich hoffe nicht öfter. Und dass der Film hält, was der Trailer verspricht :-)

Du gebrauchst die Stilmittel gut produktiv und es passt in dieses Thema, denn Gold ist nunmal Aura, Schein und Strahl. Oder wie es die Black-Americans trocken implizieren: It's bling-bling.

Und ich bin sicher, dass den Juroren in N.Y. dieser Brocken gefallen wird, denn die Herren haben nicht nur eine Schwäche für "Type" sondern auch für "Concept". Na hoffentlich verstehen die etwas Deutsch. Die Knallköppe.

P.S. Das mit dem Blei war natürlich Pflicht.

Patrick

sieht sehr gut aus!!

nora

Liebe Julia – Glückwunsch zum bestandenen Diplom! Was ein fettes Ding! Und aus der Ferne sieht es toll aus, das würde ich gerne mal blättern – Bücher machen ist einfach ein undankbares Geschäft wenn man es anderen per Bildmaterial präsentieren soll ... immer nur ein paar lächerliche Doppelseiten zum anschauen, die nichts von dem Gefühl wiedergeben, wie es ist, so etwas auf dem Tisch vor sich liegen zu haben, das Papier zu fühlen, die Schwere zu erahnen, den Klang des Papiers zu hören, die Druckfarbe noch zu riechen ... und vor allem, durch Blättern den visuellen Rhythmus zu erfahren, den der Gestalter eingebaut um so ein Buch spannend aufzubauen ...

von_kh

... julia, auch von mir herzichen glückwunsch und alles gute! jetz kannste durchstarten ...

lars

bitte ab jetzt goldene fingernägel, my dear goldgirl!

Julia

Ob es auch goldene Haarfarbe gibt? ;)

Gast

Die freudigen Jubelstürme bezüglich dieses Buches kann ich nicht ganz nachvollziehen. Diese Arbeit kommt rüber wie ein Schriftmusterbuch. Das Thema Gold als Mittel zum Zweck. Typische Diplomarbeit eben – gespickt mit so ziemlich allen Gestaltungselementen dieser Welt. Gähn.
Dann noch schnell zum Buchbinder: mach das mal toll gold – und fertig.

Bernie

Ha Ha lieber Gast, eine "typische" Diplomarbeit sieht aber so aus:
http://www.slanted.de/node/1488

Übrings auch »daunlodbar«.

Grazie

Oh stimmt, verehrter Bernie. Das Gold macht den Unterschied. Und sonst? Wildes Schriftgeschwurbel und Bild in Bild vereint doch beide Arbeiten, nicht wahr?

bernie

Ich hab keine Zeit zu wiederholen, was ich bereits dazu geschrieben habe, und das nervt, denn kurzfassen ist nicht so doll.

Also hier in aller Schnelle: Was Julia sehr gut gemacht hat, ist die Grundkonzeption. Und die Ausarbeitung ist auch gut.

Dann:

a) Interessantes Äusseres: Welches Buch hat schon ein Goldcover? Im Buchgeschäft fiele sowas auf.

b) Die Schriftsetzung ist nicht so schwurbelig wie bspw. die von Reckhausen. Wir haben hier eine Grundkonzeption Gold - Rot- Schwarz- Violett - Grün und die Typo ist darauf hektisch bis ruhig. Zudem ist Julia bei Harmsen gewesen. Das färbt wohl ab :-)

c) Es gibt, wie es scheint, »echten Inhalt« – lesenswerten Inhalt. Und der Inhalt hält sich mit der Gestaltung so in etwa die Waage.

d) Es ist eine Diplomarbeit und dafür vollkommen O.K. Konzeption und Stringenz bewerte ich viel höher als Umsetzung, denn mit einer schlüssigen Konzeption kann man verschiedene Richtungen einschlagen.

Ich versuche in diesem Fall die Bewertung so objektiv wie möglich zu führen, Du hingegen (Grazie) spielst auf persönlichen Geschmack hin.

Und jetzt muss ich weiterarbeiten. Ich bin nämlich nicht arbeitslos ;-)

Grazie

Dein objektives und sachlich korrektes Resumee ehrt dich, doch sind es nicht die persönlichen Vorlieben und Ansichten, die diesem Forum Feuer geben? Gerade Du zündelst doch gerne mit sehr persönlichen und emotionalen Statements - und das gefällt.

Es ist erstaunlich, wie sehr Du die Grundkonzeption hervor hebst, hast Du das komplette Buch in Händen gehalten, die konzeptionelle Diplomarbeit gelesen? Wenn ja, sehr schön! Wenn nein, wie kommst Du zu diesem Schluss. Anhand der Bilder enthüllt sich mir nur die Grafik und ein winziger Teil der Konzeption. Und wie bereits erwähnt. Die Grafik verhüllt, verwischt – mehr Designrausch als Goldrausch. Zudem scheint die verehrte Frau Rausch immer mehr Gefallen an Ihrem Nachnamen zu finden. Wie heißt das nächste Projekt?

Bernie

Wie, dass weisst Du nicht? Das nächste handelt von mir: Im Bernierausch!

Ein Sammelsurium von Dekonstruktionen zeitgenössischer Designanmaßung. Aufgegliedert von A wie … Kai und Chr15, rüber zu D wie Dilletantismus, repräsentiert von »The One And Only« Mr. Reckhausen – ein kurzes Kapitel. Weiter zu H wie HfG, mit ihrem kläglichen Versuch der Rückführung rechtsnationalen Gedankenguts per Kunsttheorem a la Deutschland sucht den Superadler in rechtslinkswinkliger Starrachse nebst Alpenblühen und Riefenstahlrevival und Schwurbelprosa.

Jede Seite ist eine Druckversion jener Threads hier, in denen ich mein Ego in Form geschossen haben. Ausgeschossen nun in Farbe, rocksolid geprinted auf dem Silberpapier Majestic von SchneiderSöhne, Umschlagcover in Blutrot, als Typo (vielleicht) die Corporate ASE Familie von Kurt, Druckfarbe Schwarz in Violett nebst Feinsilbertouch, und das alles hochglanzlackiert. Als letztes Kapitel des ganzen … ein Kontrapunkt: Die … oho… positive Kritik über Julias Goldbuch, ein Sammelsurium zeitgenössischer Designstile, die – man mag es kaum glauben – in den Händen einer talentierten jungen Frau doch ganz gut ausgefallen ist. Und daher die Quintessenz von Bernie, dass er in Hoffnung ist, dass wenigstens aus ihr was Gescheites werden möge.

Und die Fadenbindung erfolgt in Gold.



Zufrieden? Grazie. Ciao.

Gast

Amen!

Gastie

Mensch Bernie, so eine gequirllte Kacke kann man echt nur anonym ablassen.

Grazie

Bernie, mein Lieber. Da hast Du nach meiner Steilvorlage aber mal richtig in die Tasten gehauen. Wow! Das musste mal raus. Aber bitte haushalte klug mit deinem Pulver. Zu früh verschossen ist es schnell vorbei mit all dem Hochtrab. Und slanted braucht Jungens wie Dich - das weiß keiner besser als Du.

Übrigens hast Du weniger elegant als schlicht erfolgreich meine Frage umschifft.

Gast

Aber, Grazia, jeder bekommt doch das wonach einem lüstet. Und da Du ja so insistiertest.
Zudem möchte ich – wirklich endgültig abschliessend – auf eine kleine Metaebene hinweisen; deutet auf eine Redewendung hin. Ich denke, Du findest sie :-)

Ach ja, Gastie, hätte ich es doch glatt vergessen: Deine persönlichen Daten, wann reichst Du die nach?

Und Julia, darf man Dein Werk mal lesen? Textversion würde mir wirklich reichen. So als Update in diesem Thread? Ein Link zu einer Textdatei? Merci!

Bernie

Die Metaebene hast Du also nicht gefunden. Mmh … wie schade.

Grazie

Die von Dir angedeutete Metaebene blieb mir wohl verborgen, vermute Ich. Denoch plumbst mir bei der Vorstellung , Mr. Reckhasuen in einer Lektüre mit goldener Fadenbindung zu sehen, nur eine wirklich treffende Redewendung in den Kopf:
Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

Wünsche Dir, Herr Bernie, trotzdem weiterhin funkelnde Sätze. Gespickt mit mindestens einer Metabene - auf dass Sie sich mir enthüllen mag in Zukunft.

Bernie

Nein, es ist »Reden ist Silber, Schweigen Gold«.
:-)

Julia

Wow, da bin ich mal kurz im Urlaub und schon geht hier eine heiße Diskussion über mein Buch los.

Ich werde versuchen, sobald wie möglich mein Diplom auf meine Webseite online zu stellen - dann kann sich vielleicht der ein oder andere nochmal ein genaueres Bild von meiner Arbeit machen und sich dann eine fundierte Meinung bilden.

Ich bin übrigens selbst sehr glücklich mit dem Endergebnis und das ist doch das Allerwichtigste.

Vielen Dank für die vielen Kommentare, das zeigt mir, dass über meine Arbeit wohl viel nachgedacht wurde :)

Julia

@ Bernie: Wann starten wir den Bernierausch ;)

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