hat jeder grafiker einen carsonkomplex ?hat jeder grafiker einen carsonkomplex ?hat jeder grafiker einen carsonkomplex ?hat jede / WER SIND DIE STARS HEUTE?

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Als ich noch ein Student war... da gab´s nur einen: David Carson. Davor war es Neville Brody (und noch ein bischen V. Oliver, aber das nur wegen den Pixies).
Carson war der Rock´n´Roll Star der 90er. Ein Superstar. Unser Jahrthundert wird nie wieder einen solchen Star hervorbringen. Wie Madonna, wie die Stones – weil die Musikindustrie kurzlebiger und viel differenzierter geworden ist. Die Grafik erlebt das gleiche: die Computerevolution ist vorbei. Die Ausreizung des Werkzeuges ist im Grunde genommen abgeschlossen. The cutting Edge. Das war das Hauptthema in Carsons Arbeit. Er hat uns geziegt, was alles mit dieser Kiste möglich ist. Vor allem was alles mit Typo möglich ist. Die Frage ist nicht, ob wir Stars brauchen oder nicht. Sondern ob es sie jemals wieder in dieser Form geben wird.
Was wird die nächste Revolution sein?

Heinrich

stars werden von medien gemacht, ich galube es gab auch damals leute die sich genau so viel ruhm verdient hätten aber entweder wollten sie es nicht oder hatten pech.

ich finde, dass man im bereich grafik-design und typografie keine stars braucht, schon gar nicht damit der nachwuchs sie »kopiert«. vielfalt und eigenständigkeit wäre wichtiger.

ob es wieder »stars« geben wird? wir werden es sehen. ich höre auch keine pop und rock musik darum bin ich nicht auf stars die durch medien bekannt gemacht werden fixiert, auch carson war für mich kein star.

Dan Reynolds

Es gibt keine »Stars« von heute in unserem Bereich.

Gottseidank!

CHR15

lars hat es auf den punkt gebracht: es gibt kein neues werkzeug, das es auszureizen gilt.

es bleibt jedem nur sein hirn.

es gibt neue aufgaben für informationsdesigner außerhalb des pop. wichtigere.

nb

Star sein zählt fast nicht mehr. Gefragt ist nur sein eigener Kopf - und damit die Kreativität.

Freddo

Carson ist ein Rocker, ein unbekümmerter Autodidakt, der mit Buchstaben eine Formsprache schuf, die die Grundkriterien des Berufsstandes "Design" über den Haufen warf.

Carson hatte verdammtes Glück. Wie viele vor ihm - ob jetzt Designer oder Glühlampenerfinder - sie trafen den Nerv der Zeit, sie schufen etwas grundlegend Neues. Im nachhinein kann man viel über Sinn und Unsinn seines Stils diskutieren; Carson agierte im Moment und traf den Zeitgeist im Galopp. Das kann und sollte ihm niemand absprechen.

Wiederholen kann man aber diese Momente selten. Vielleicht sollte man nicht daran festhalten sondern hoffen, vielleicht selbst einmal in die glückliche Situation zu kommen, Weichensteller für eine neue Epoche zu werden. Das wäre doch was, oder?

Kwotes

Evtl. hat ja das Discovery Insitute (s. geposteter Artikel) die Antwort auf die Frage: The Great Designer lives in heaven and looks down to you and me...
Und: Allenthalben werden ja sogenannte "Designbibeln" veröffentlicht - ein Hinweis auf Olympisches? ;-)

agentroyal

das neue lag nicht nur in seinem umgang mit typo, sondern auch in der entdeckung der fotografie als stilmittel.

sein absoluter vorteil war sein einstieg in die gestaltung.

frei aller konventionen, murkste er ein surferheft nach beendigung seiner prosurferkarriere, mit hilfe eines computers und der schere, zusammen.

warum soll das nicht heute für irgendjemanden /in, in der welt möglich sein?

vielleicht sattelt morgen ein pronordicwalker um.........

Fred

Im Design wohl nicht mehr möglich. Innerhalb von 14 Jahren hat sich immens viel getan. Handys, Internet, MPGS, MP3, Carson, Sagmeister, MTV, VIVA - tausende von verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten bzw. Ausdruckgebern. Es ist sehr schwer wirklich Neues zu entdecken. Die Frage ist vielleicht: Warum schaut Lars auf Carson zurück? Warum er? Carson mag ja ein sogenannter Höhepunkt gewesen sein, aber ich sehe ihn mehr als Katalysator für eine bestimmten Vorgang, der weitaus vor ihm begann.

Guckt euch mal Michelangelos David an. Liegt jetzt paar Jahre zurück, ich weiß, aber ich denke, daß ist auch Design. Das Teil ist 5 oder 7 Meter hoch und PERFEKT gemeißelt. Carson hat eigentlich nur paar Bildchen zusammengefriemelt und zufällig den visuellen Notwendigkeiten und Wünschen der Werbeindustrie Rechnung getragen. Aber für die Ewigkeit ist sein Werk eher nicht. Heute flattert und flimmert es carsonstylemäßig von der Mattscheibe - inhaltslos und arm, manchmal eher traurig als erheiternd. Es sind Bildfetzen und Tonkonserven, die um Aufmerksamkeit heischen, aber inhaltlich nicht viel weiter als zu Carsons Anfangszeiten.

stone

Ich bin mir sicher, dass es zu jeder Zeit einen Designer gibt, der den Zeitgeist voll trifft. Nur kommt der selten auf die Showbühne. Weil die sich gerade um was anderes kümmern: eigene Querelen, Geldmangel, dem letzten Zeitgeist nachrennen.

Vielleicht liegt die besondere Qualität nicht im Kreativen, sondern in derunumgänglichen Zusatzqualität der Persönlichkeit: gesehen zu werden, über einen langen Zeitraum seine Marktpräsenz zu managen, immer zu vermitteln "ich bin der Star". Dazu gehört viel Charisma, Eigensinn und Professionalität. Und dabei eigentlich immer nur ganz ehrlich "Design" zu machen.

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