Letztens bekam ich dieses Magazin auf den Tisch gelegt. Ein düster drein-blickender Heavy-Metalanhänger, mit Weinflasche in seiner Duschkabine, schaute mich vom Cover aus an. Normalerweise kenne ich solche Gesichter nur von Mailorder Katalogen, die zünftiges Geschrubbe vertreiben. Doch es handelt sich hier um ein Bild aus der Fotostrecke des Künstlers Peter Beste über den norwegischen Black Metal und bezieht sich auf eines der Hauptthemen im HATE MAG: »Zirat Zitat«, wo die greise Gegenkultur vom Hipster beerdigt wird.

Schöne Typografie, feines Design und interessante Themen findet man in diesem Magazin und haben beim Durchblättern viel Spaß gemacht. Und das ganze kostenlos in Szeneläden oder für drei Euro auf www.hate-mag.com zubestellen.

Auszug Pressetext:

"Die fünf Macher des HATE Magazins haben erneut ein Heft zusammen gestellt, das sich jenseits bekannter und vor allem denkbarer Mainstream-Magazin-Mischungen mit kontroversen Themen, Inhalten und Ästhetiken auseinandersetzt und dabei außerdem Politik, Kultur, Kunst und Berliner Lifestyle mit intellektuellem Content verbindet.

Alle fluchen über den Hipster oder jublen ihn in den Himmel; der Autor Helge Peters beerdigt ihn aber glücklich. In die gleiche Kerbe schlägt aber Felxi Nicklas, der sich nicht mit dem allgemeinen Wehgesang in der Berichterstattung über die Somalischen Piraten zufrieden geben will und das Thema auf Heuchelei und Romantik abklopft.

Herausgeber und Redaktuer des HATE Magazins, Jonas Gempp, setzt seine Reihe über die Geschichte der Deutschen Linken fort und interviewt einen antideutschen Magazinmacher. Die Mitherausgeberin und Redakteurin Nina Scholz widmet sich in der aktuellen Ausgabe dem Phänomen des letzten Jahres und schaut beim neuen Feminismus noch einmal ganz genau hin. Matthias Appenzeller nimmt ein anderes Lieblingsthema der medialen Berichterstattung genauer unter die Lupe: Millionen sitzen beim Radrennsport empört vor dem Fernseher, wäre es aber nicht viel ratsamer Doping gleich zu erlauben?

Genauso wichtig wie die progressiven Inhalte, ist den Machern des HATE Magazins die Fortschrittlichkeit ihrer Ästhetik. Einerseits wurde das Layout wieder einmal überarbeitet, andererseits wurde der Bereich der Illustration und Bebilderung neuartig gestaltet.

Mit einer homoerotischen Gewaltphantasie vom Art Director Johannes Büttner, sowie wunderbar erschreckenden Bildern des Künstlers Peter Beste (nächste Ausstellung im März in der Berliner Pool Gallery) aus seinem Zyklus über norwegischen Black Metal, sind wieder zwei aussergewöhnliche Bildstrecken dabei."

"HATE 3# liegt ab Montag den 02. Februar, kostenlos in verschiedenen Szeneläden in Berlin, Hamburg, Leipzig, Köln, Frankfurt und Tel Aviv aus. Man kann es aber auch für eine Schutzgebühr von 3 Euro unter info@hate-mag.com bestellen und erhält dafür ein limitiertes Poster des Berliner Künstler Harthorst."

kai

"auf highheels durch die wirtschaftskrise" - coole headline...könnte glatt von bernie sein!

titelgestaltung gefällt mir sehr gut. das layout zeigt mut zum neuen... für meinen geschmack aber nicht immer gelungen. textblöcke laufen sehr breit, manchmal zuviel spielerei und teils aufgesetzt wirkend.(wo kriegen wir jetzt unser dreieck unter?) aber darüber kann man ja streiten. bitteschön!

aber wie schon gesagt, der titel ist einfach hammer!

Gast

kleine korrektur an dieser stelle: peter bonde ist eigentlich peter beste!

Gast

Ziemlich viel Fotos von Beste und Logos (und Wahnsinnige...)

http://www.youtube.com/watch?v=i4U33U_UyzQ

Jesus Vader

Ein wenig Klugscheisserei:

1. Der Black Metal-"Anhänger" heißt Nattefrost und ist Musiker.

2. Peter Bonde heisst Peter Beste

Julia

Never trust the press texts! Tut uns leid für den Namensdreher bei Peter Beste. Dessen Fotos haben wir übrigens auch in Slanted Magazin #10 mit dem Titel Heavy Metal. Type. gezeigt.

Mehr darüber hier: http://www.slanted.de/eintrag/slanted-10-Heavy-Metal-Lovers

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