Hier & Dasein: Fragen zum Selbstverständnis zwischen Orientierung und Desorientierung / Diplomarbeit von Henning Walther und Till Wiedeck

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Hier & Dasein von Henning Walther und Till Wiedeck ist zur besten Arbeit am Fachbereich Design gewählt worden und damit vorgeschlagen zur besten Abschlussarbeit im Studienjahr 2010 an der FH Münster. Unabhängig davon ist die Arbeit auf jeden Fall wert vorgestellt zu werden.

BESCHREIBUNG DER ARBEIT
Die Erfassung und Strukturierung der Umwelt ist ein zentraler Anspruch von Design, welches immer auch die Schaffung sowohl formaler als auch inhaltlicher Orientierung beinhaltet. Henning Walther und Till Wiedeck, Absolventen des Fachbereichs Design an der Fachhochschule Münster, setzen sich in ihrer gestaltungsforschenden Abschlussarbeit mit den Chancen und Risiken des Schaffens von Orientierung auseinander. Ziel der beiden Designer ist es, mit dem von ihnen entwickelten Printmedium die Auseinandersetzung mit dem Thema Orientierung zu fördern und einen Diskurs über das Spannungsfeld Orientierung/Desorientierung zu gestalten. Insbesondere in Bezug auf Gestaltung soll dabei der Frage nachgegangen werden, in welchen Situationen der Mensch seine Orientierung aus der Hand gibt — sich also leiten lässt — und was dies letztendlich für das eigene Selbstverständnis bedeutet.

Die Besonderheit des Projekts ist dabei die formale Gestaltung des Buches, welche ein generelles Nachdenken über die Schaffung von Orientierung in Printmedien anregen soll. Die Erzählform Buch wird neu interpretiert, indem lineare Strukturen an vielen Stellen bewusst unterbrochen und Leseroutinen irritiert werden. Dem Leser wird kein Schlusspunkt vorgegeben – das Buch endet dort, wo es angefangen hat. Es führt den Leser nicht von A nach B, sondern um A und B herum, zeigt die Vielfalt des Themas auf und ermutigt, eigene Wege zu finden.

Das Thema Orientierung wird im Buchprojekt der Diplomanden mittels einer Serie von Installationen im Raum interpretiert, welche die verschiedenen Teilbereiche des Buches allegorisch visualisieren und somit die visuelle Grundlage für die formale Umsetzung des Themas in das Printmedium bilden.

Das Spiel mit Orientierung und Desorientierung in der formalen Gestaltung soll das Publikum zur Reflexion und Auseinandersetzung anregen. Dem Leser stellt das Buch an vielen Stellen Fragen — ohne dass es endgültige Antworten geben will. Es unterstützt die Suche nach eigenen Schlussfolgerungen, zeigt dem Leser Wege und Möglichkeiten, ohne Ziele vorzugeben. Es dokumentiert eine Auseinandersetzung mit dem Thema Orientierung und gibt die aus ihr resultierenden Fragen und Erkenntnisse an den Leser weiter.

INTERVIEW

Könnt ihr uns eine kurze Einführung in euer Thema geben?
„Hier & Dasein“ ist ein Buch über Orientierung. Unter dem Begriff „Orientierung“ versteht man gewöhnlich die Leistung, sich in stets veränderbaren Situationen immer wieder neu zurechtzufinden. Dies gilt dabei gleichermaßen für fremde Städte und Länder, wie auch für ein neues Handy-Interface, ein Printprodukt oder das Gesicht einer Person. Orientierung stellt in ihrer ursprünglichen Funktion der Überlebenssicherung des Individuums eine evolutionäre Grundvoraussetzung dar, und wird demnach oft als selbstverständlich vorausgesetzt. So lange die Orientierung funktioniert, bedarf sie keiner weiteren Klärung. Hinterfragt wird sie erst, sobald sie gestört wird.

Die zunehmende Komplexität unserer Umwelt stellt die Orientierungsfähigkeit des Menschen in immer vielfältigeren Kontexten auf die Probe. Bemerkenswert erscheint dabei die ihr innewohnende Flexibilität, also die Fähigkeit, sich auf unvorhersehbare und überraschende Situationen einzustellen. Um der Komplexität der Welt gerecht zu werden, beruft sich der Mensch jedoch zunehmend — statt auf seine eigene Orientierungsfähigkeit — auf ein immer größer werdendes Angebot an so genannten „Orientierungshilfen“. Diese ermöglichen es zum Beispiel, uns in einem abstrakten Netz aus Koordinaten zu verorten und somit den eigenen Standort in Relation zum Rest der Welt zu definieren. Wir wissen also, wo wir sind, und das mit ziemlicher — zumindest geografischer — Genauigkeit. Ein Gefühl der Sicherheit und der Eindruck, in einer extrem „orientierten“ Welt zu leben, stellt sich ein. Die Beispiele hierfür sind vielfältig: Möbelhäuser normen mittels räumlicher Strukturen die Wege ihrer Konsumenten, Google Maps übernimmt die Suche nach dem nächsten Bank-Automaten oder der Bahnstation. Das Navigationssystem im Auto ersetzt die Nutzung des eigenen Orientierungssinnes und führt zunehmend dazu, dass auch einfache Wege nicht mehr reflektiert und gemerkt werden. Gleichzeitig ist eine fortschreitende Virtualisierung von Orientierungshilfen dank technischer Fortschritte auf dem Gebiet der „Erweiterten Realität“ zu beobachten: Die reale Interaktion des Individuums mit seiner Umwelt wird bereits an vielen Stellen sukzessiv von virtueller Interaktion abgelöst. Eine Tendenz zur Entfremdung des Individuums vom Raum lässt sich beobachten — und wirft Fragen nach sozialen Beziehungen zur Umwelt und der Erfahrbarkeit von Orientierung auf. Fragen also, die das grundlegende Selbstverständnis des Menschen betreffen.

Inhaltlich strukturiert sich unsere Arbeit in sechs übergeordnete und gleichzeitig einander bedingende Themenkomplexe. „Mentale Modelle“ bilden die kognitiven Grundlagen von Orientierung — ihre Funktionen im Alltag werden erläutert und es wird darauf eingegangen, welche Auswirkungen interne Prozesse auf das menschliche Verhalten haben. Der folgende Teil wiederum legt den Fokus auf externe Faktoren: Auf Orientierungshilfen und deren Nutzung. Er behandelt Fragen nach der Abgabe von Verantwortung, Fremdbestimmung und Autonomie, und thematisiert schließlich die Illusion der gefühlten Orientiertheit. „High Expectations“ widmet sich daraufhin dem Umgang mit Erwartung und Enttäuschung, also der Diskrepanz zwischen eigener Vorstellung und der Realität. Auf deren Verzerrung und Verleugnung wird schließlich in „Bending the Map“ detaillierter eingegangen. Von Möglichkeiten, Vielfalt und Sehnsucht handelt der Teil „Exploration“. Der Kreis schließt sich in der Auseinandersetzung mit dem Zustand der Desorientierung — dem Verlust der Welt und ihrer Wiedergewinnung — Irritation und Improvisation, Reflexion und Erkenntnis.

Was hat euch dazu bewegt, euch mit dem Themenfeld Orientierung auseinanderzusetzen?
Am Anfang des konzeptionellen Prozesses begannen wir zu recherchieren, in welcher Form und Relevanz der Begriff der Orientierung in verschiedenen Medien diskutiert wird, welchen Stellenwert er innerhalb welcher Themenfelder einnimmt und für welche Bereiche des öffentlichen Lebens er von besonderer Wichtigkeit erscheint. Wir stellten fest, dass das Thema Orientierung abgesehen vom Bereich der Geisteswissenschaften, besonders auf dem Gebiet der Gestaltung an vielen Stellen eine zentrale Rolle einnimmt. Um in dem, was wir als Gestalter tun, mit dem Begriff der Orientierung nicht als bloße Worthülse umzugehen, erschien uns eine Auseinandersetzung mit ihren Grundlagen und Auswirkungen auf das menschliche Verhalten in verschiedenen Situationen als äußerst relevant.

Unsere Überlegungen führten uns schließlich zu der grundlegenden Frage, wie wir als Menschen Orientierung erfahren bzw. mit dem Prozess des Orientierens im Alltag umgehen. Während der Recherchephase offenbarten sich uns diesbezüglich zum einen viele Antworten, zum anderen aber auch viele offene Fragen, deren Beantwortung aus unserer Sicht nur im Rahmen eines größeren gesellschaftlichen Diskurses geschehen kann. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand schließlich der konzeptionelle Ansatz für unsere Diplomarbeit: Mit unserer gestaltungsforschenden Arbeit möchten wir die Auseinandersetzung mit dem Thema Orientierung fördern und zum Diskurs darüber, insbesondere in Bezug auf Gestaltung, beitragen. Dabei möchten wir insbesondere der Frage nachgehen, in welchen Situationen und wie stark wir unsere Orientierung aus der Hand geben, uns also leiten lassen, und wann Orientierung, also die Verortung des Selbst im jeweiligen Kontext, ein autonom bestimmter Prozess ist. Jedoch sollte es uns nicht darum gehen, diese Frage abschließend zu beantworten. Vielmehr wird gemeinsam mit dem Leser auf einen Diskurs hingearbeitet. Hierzu möchten wir eine Grundlage anbieten und Informationen in einer dem Thema entsprechenden Form präsentieren.

Wie gestaltete sich der Transfer von der inhaltlichen Grundlage zur äußeren Form?
Bei der Gestaltung des Buches spielten insbesondere die These der temporären Desorientierung als Möglichkeit zur Reflexion und mehrfacher Standortbestimmung, sowie das Thema Exploration, also die Neugier bezüglich des Entdeckens der Welt, eine zentrale Rolle. Das Thema Orientierung wird hier nicht nur auf textlicher Ebene eingehend beleuchtet, sondern nimmt auch in der Gestaltung der Buchform selbst eine tragende Rolle ein. Wir wollten ein Medium entwickeln, welches sich dem Thema auch auf haptischer Ebene nähert und — trotz höherer Komplexität in ihrem Grundaufbau — ein logisches und gleichsam spielerisches Lesen ermöglicht. Das Prinzip „Buch“ wird bereits beim ersten Blättern irritiert, der Leser wird also bewusst vor Herausforderungen im Umgang mit dem Medium gestellt. So gestaltet sich bereits das Rezipieren des Mediums an sich als explorativer Prozess.

Wie entstand die visuelle Sprache der Bildwelt?
Die abgebildeten Installationen behandeln je eines der sechs Themengebiete, mit denen wir uns im Bezug auf Orientierung beschäftigten. Hierzu entwickelten wir Bilder, welche allegorisch Aspekte der jeweiligen Themengebiete aufgreifen und diese visualisieren. Hierbei ging es uns um die Entwicklung zugleich starker und trotzdem subtiler Bilder, welche durch ihren einfachen Grundaufbau eine simplifizierte Darstellung eines komplexen Sachverhaltes und oftmals abstrakten Begriffs ermöglichen, ohne dabei allzu plakativ zu werden.

Da es sich bei der Bildwelt um eine Reihe von Installationen handelt, ist der Begriff „Bild“ an dieser Stelle jedoch nicht im Sinne einer zweidimensionalen Abbildung eines Gegenstandes zu verstehen, sondern vielmehr als Sinnbild, als Allegorie. Die Installationen funktionieren dabei weit über das bloße Abbild hinaus, und sind insbesondere auch als reale Objekte im dreidimensionalen Raum dazu in der Lage, ihre Stärken zu entfalten.

Gast

… das thema tönt spannend.
die gestaltung (layout wie auch bindung) erinnert dafür doch schwer an bereits publizierte bücher aus holland oder berlin … copy paste mal wieder … leider!

bgtaner

Mister Perfect Innovation, was für ein arrivierter und hochnäsiger Kommentar. Get a Life Son.

Saalk

ich finde der Gast hat recht. Und hochnäsig finde ich seinen Kommentar wirklich garnicht. Wenn die Jungs ihre Arbeit öffentlich machen wollen dann müssen sie auch mit Kritk umgehen können.

Die Arbeit ist sicherlich gut. Handwerklich auf jeden Fall.
Nur ... ich möchte ja niemandem auf die Füsse treten aber die Arbeiten auf der HelloMe Seite sehen für mich aus wie ein Querschnitt der bekannten Designbüros in Europa (z.B. non format).

bjurn

Das Thema ansich klingt enorm Interessant.
Leider kann man die Arbeit in der Präsentationsform kaum beurteilen.

Was die Gestaltung angeht so muss ich meinem Vorredner in gewisser Hinsicht leider zustimmen. Ich würde nicht soweit gehen von copy/paste zu sprechen, aber die Anlehnung an sich an momentanen etablierenden Gestaltungstrends ist nicht verkennbar.

Es erweckt wie so viele studentische Arbeiten den Eindruck, dass hier Design mal wieder zum Selbstzweck wurde. Welch Nutzen/Sinn hat die eigenartige Überlagerung von Bildern für den Rezipienten?

Diese Art von abgehobener gelangweiltheit in aktuellem Design ist irgendwie eigenartig.
Bleiwüsten treffen auf Microskopische meist nichtssagende Abbildungen welche am besten noch schwarz-weiß sind und sich gegenseitig Überlagern. Bildwirkung? Völlig überbewertet... hauptsache sieht irgendwie anders aus.

Klar, es soll den Rezipienten animieren sich damit ausseinanderzusetzen... aber es kann doch kein Zufall sein, dass das Ding einfach aussieht wie ein Großteil der momentan publizierten Arbeiten... ob aus Berlin, Skandinavien oder England.

Komische Entwicklung die hier gerade stattfindet... erinnert mich tatsächlich irgendwie an Berlin... hauptsache "anders" und irgendwie sophisticated. Quasi Design-hipsterism...

flo

na, da würde ich doch etwas genauer hinschauen.

inhaltlich, konzeptionell und auch formal finde ich das projekt z. t. sehr interessant und innovativ. die ableitungen sind gelungen, und den look kennt man sicherlich von an anderer stelle (jaaa, durchaus hip), aber das würde ich als zeitgemäss begrüßen.
schöne arbeit!

zeigt doch mal eure innovativen portfolios, liebe anonyme gäste.

David

Bin selbst noch Student und arbeite gerade am Diplom.

Ich finde die Arbeit ua. auch deshalb gut weil man versucht, die direkte Erfahrung des Rezipienten in der Auseinandersetzung der Arbeit zum Konzept macht. Die Eigenheit des Themas wird somit nicht nur visuell (wie in den meisten Fällen) sondern auf einer unmittelbaren Erfahrung und Gefühl beim lesen bzw. "aufnehmen" der Arbeit transportiert.

Wie die meisten hier auch bereits sagten, ist die Arbeit vom gestalterischem Konzept und handwerklich auch passend zum Thema gelöst.
Tatsache ist aber auch, dass man ein Thema auf unterschiedlichste Weise lösen kann. Und hier stösst es manchen auf, wenn sie sich visuell in einer klar identifizierbaren Richtung entscheiden, die viele schon oft gesehen haben und/oder sich zu stark daran anlehnen.

Das ist für mich aber nicht wirklich schlimm. Denn es ist doch so: Leute die ins Studium kommen haben in den wenigsten Fällen eine gestalterische Handschrift. Im Laufe des Studiums lernt man verschiedene Designer kennen, nimmt viele verschiedene visuelle Eindrücke und Arbeiten auf. Sowas prägt einem zwangsläufig und ist auch erstmal ein ganz normaler Vorgang. Ich weiss jetzt nicht ob die Macher noch auf Diplom oder Bachelor studierten. Kann man von jemanden verlangen innerhalb von 2-3 Jahren, die ja größtenteils mit Orientierung und visuellen Versuchen verbunden ist, schon erwarten dass etwas völlig eigenes entsteht? Es gibt sicherlich einige wenige die können das... Aber das sehe ich äußerst selten.

Der andere Punkt ist: Nichts ist doch wirklich neu. Design war immer eine Evolution der gestalterischen Einflüsse und wird auch zustätzlich vom Revivalphänomen getragen. Ich will jetz auch garnicht von Bauhaus oder irgendwelchen Stardesignern reden, die einen radikalen Bruch oder scheinbar etwas "neues" einführten. Denn das ist nun doch etwas weit entfernt und nicht gerade auf unserem Umfeld realitätsgekoppelt.

Ich finde man sollte sich als Teil einer Entwicklung verstehen. Man kann gerne stile aufgreifen, bringt aber nochmal was eigenes rein und verändert vll. hier und da einige Stellschrauben. Ein anderer greift auf diese Arbeit zurück und macht das gleiche und wenn dieser Prozess weiterhin fortgeführt wird, werden wir einigen Jahren auch wieder etwas anderes sehen.
Es gibt Designer die eine Vorreiterrolle einnehmen und durch ihre Haltung eine eigene visuelle Sprache entwickeln und es gibt die breite masse die sich derer bedienen und es einem längerfristigen Entwicklungsprozess unterziehen.
Das ist überall so und meiner Meinung nach völlig legitim.

Jemand hat mal gesagt, dass man den unbedingten Willen behalten solle, neues zu schaffen. Aber ich würde nicht von jemanden erwarten wollen, dass er es auch schafft! Und das ist der Punkt! Aber versuchen sollte mans... Man kann sich aber nur schwer von bereits angeeigneten Repertoire trennen...

Ich kann es also insbesondere Absolventen nicht vorwerfen, wenn sie sich an gestalterische Vorbilder orientiert haben. Viel wichtiger ist für mich, welche Ideen, Meinungen, Haltungen, Denkweise sie vertreten, wie sie an Probleme herangehen, aus welcher Perspektive sie das sehen und ob sie den Blick und Relevanz des gesellschaftlichen Kontextes sehen und herausarbeiten können.

bjurn

nicht gleich auf den Schlips getreten fühlen...

".... zeigt doch mal eure innovativen portfolios, liebe anonyme gäste.... "

In welchem Kontext steht die geäußerte Kritik zur Arbeit anderer? "Zeig erstmal was du kannst bevor du kritisierst" oder was? typisch deutsche Behinderung...

Nur weil man keine Lust hat überall im Netz seinen Namen zu hinterlassen mindert dass die Qualität der Aussagen?

Ich habe nie gesagt, dass es nicht interessant ist oder nicht gut oder dergleichen.
Respekt vor derlei Fähigkeiten sich als Gestalter solchen Theman wissenschaftlich und analytisch zu nähern und solche Dinge zu untersuchen!. Diese Fähigkeit haben nicht viele und oft bleibt es nur bei klickibunti... ABER Wenn die Gestaltung (welche in MEINEN Augen in einer Abschlussarbeit ja zum einen Hauptaugenmerk, zum anderen aber vor allem der Träger von Informationen sein sollte) sich lediglich zeitgemäßen Strömungen bedient und wie so viele Arbeiten irgendwie gequält "anders" und experimentell daherkommen wollen dass es schon wieder zum temporären Mainstream innerhalb der Gestalterszene wird - dann wird man das wohl anmerken dürfen...

calin

"In welchem Kontext steht die geäußerte Kritik zur Arbeit anderer? "Zeig erstmal was du kannst bevor du kritisierst" oder was? typisch deutsche Behinderung..."

Ob das typisch deutsch ist, weiß ich nicht... Jedenfalls stimmt schon, das ist meistens ein Totschlagargument, auch ziemlich unsachlich.
Ein Kunstkritiker muss schließlich auch nicht malen können.

flo

uh, kritiker, die keine kritik abkönnen ...

zeig' uns doch mal einen anonymen kunstkritiker, aber der vergleich passt überhaupt nicht.

ich finde urteile über persönliche arbeiten schwierig, ohne wirklich stellung zu beziehen, mit einer eigenen identität. so dass henning & till – wie auch immer – einer person antworten können, nicht nur in der anonymität versteckten (und damit gegen das urteil anderer abgesicherten) egos.

wenn leute in der öffentlichkeit kritik einstecken können sollen, dann sollte auch klar sein, wer kritisiert & das veröffentlicht. simple like that.

Gast

Ich wusste doch, dass ich das Cover schon einmal gesehen habe …
http://www.rundgang-kunst.de/portal/hublog/?p=171&picture_id=298#mypicbox

Last

lars müller publishers und dessen bändchen aus der «A5»-serie (u.a. kieler wochen, lufthansa, etc) lassen grüßen – abgesehen davon dass das thema »orientierung/desorientierung« bereits ruedi baur mit dessen leider mittlerweile weggesparten zürcher masterlehrgang DESIGN2CONTEXT in zwei publikationen einhellig beleuchtet haben. beide freilich erschienen bei oben genanntem.

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