Anfang Februar suchte ich noch nach einer Ausgabe von Liebling (mehr dazu hier). Inzwischen ist die Liebling Ausgabe Mai erschienen und liegt bei mir auf dem Tisch.












Mario Lombardo ist der klaren, konsequenten Layout-Linie treu geblieben. Er macht das meisterhaft. Die Typographie ist zurückhaltend, ordnet sich der Bildsprache unter. Somit kann sich diese in ihrer vollen Kraft entfalten. Besonders deutlich z.B. an einer wundervollen Foto-Strecke über zerplatze Autoreifen (Fotos Chirstopher Griffith). Der Todes-Rahmen unterstreicht die extrem grafischen Bilder welche dadurch noch mehr einen malerischen Charakter bekommen. Auch die Fotostrecke von Patti Smith finde ich interessant: mit einer alten Pola hat sie 40 Jahre auf ihren Reisen Fotografiert. (Redaktionell ein gelungener Coup, stehen z.Zt. Rock-Opis wie Smith, Stones, Dylan, Madonna etc hoch im Kurs).
Lieblink ist ein Magazin, dass man am liebsten in einzelnen Teilen gerahmt an die Wand hängen möchte um sich am Charme des vergilbenden Zeitungspapiers zu erfreuen. Dieses Magazin wird, wenn es bei seiner klaren Linie bleibt und trotz allem schafft immer wieder für Überraschungen zu sorgen, Geschichte machen.
Besonderen Dank gilt an dieser Stelle auch allen Slanted Lesern: die Link-Liste welche ich meinem Artikel (Seite 145 / Rubrik Lieb-Link / Rauschen im Ohr)beigefügt habe stammt z.T. aus diesem Aufruf (Love-Hate-Link-List).
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lombardei
Ich bin gestern zum ersten Mal auf den Liebling gestoßen und war sehr angetan von dem Format und dem klaren Layout, sowie von den fesch überdruckten Fotos. Auf den zweiten Blick war ich aber leicht schockiert bis empört, da die Textblöcke, die in kleinen Internetansichten immer diese schönen klaren Grauwerte schaffen, so dermaßen leseunfreundlich gestaltet sind, dass es schon fast an mutwillige Missachtung der Autoren grenzt.
Ich wollte wirklich die Texte (›die Typografie ordnet sich dem Layout unter‹) lesen, habe es aber ehrlich gesagt nicht geschafft. Nicht weil die Texte als solche zu schwer oder langweilig waren, aber der Weg zum Text wurde mir versperrt von der semibolden Schrift mit für meine Begriffe zu großem Durchschuss und ohne eine einzige Auszeichung oder Pause. Wer sich durch so einen Text hindurchgearbeitet hat, soll sich bitte melden, ich habe nach einer Weile entnervt aufgegeben. Zum Anschauen ist die ›Zeitung‹ allerdings schön, der Preis wohl digitalbohème-kompatibel und an die Wand hängen würde ich es mir auch. Aber hier lesen – nein danke!
t
Edward
wohl wahr lombardei, ich musste mich bei der letzten Ausgabe sehr, sehr zum Lesen zwingen (was einen dann nur halb interessiert fällt unten durch). Trotzdem ein super Lob an Lombardo, denn das Heft ist so klasse – zum Anschauen, Fühlen ... (und etwas Querlesen); zum Lesen gibt's den häßlichen bleiwüsten Spiegel
Gast
So ein Posermag... Schuldengötz soll mal lieber seine Rechnungen bezahlen
Gast
wie bist du denn drauf?????
hast wohl n problem.
Kathi
Die Problemchen mit der lieben Liebling kenne ich nur zu gut! Drum entwickle ich gerade ein Internetformat der Liebling, das den Weg zur Information ebnet ohne die Ästhetik einzustampfen. Oh und welch Zufall, hab ich meine Arbeit LIEBLINK getauft.
Gast
Grafisch ist die Liebling sehr ansprechend, aber das Format in Verbindung mit dem Satzspiegel find ich grausam. Liebling ist zu wenig Zeitung -- zu schön -- zum zerfleddern-lesen, aber einfach zu unhandlich zum schön lesen.
lars
> Posermag
wodurch? doch nicht etwa durch format oder inhalt? posermag ist, inhaltlich gesehen, gala, bunte und vanity fair (und selbst da würde ich mir diesen begriff schwer überlegen). aber liebling doch nicht - schon gar nicht was die gestaltung an geht.
> zum Lesen zwingen
es ist richtig, dass ein so großes format nicht besonders einfach in den griff zu kriegen ist, wenn es darum geht, lesestoff zu vermitteln. so geht es mir z.b. auch mit der zeit. da brauche ich ruhe + platz + gutes licht. dann ist es ein genuss.
die verwendung einer semibold ist in der tat ein ungewohnt sperriger weg – gerade darin sehe ich aber den reiz. die semibold schafft entschleunigung. sie prägt das strenge spaltengrid. und braucht einen so großen durchschuss um "atmen zu können".
christian
das design ist schon ein mario-knaller; da stimme ich lars mit dem einrahmen einzelner seiten zu. die lesefreundlichkeit ist sicher etwas rar, aber dennoch inhaltlich sehr gut. und der preis ist auch unschlagbar. das format ist ambivalent: hat auf jeden fall was, aber anderseits manchmal etwas umständlich zu handlen. generell sage ich aber «ja» zur liebling.
A
Habe mir gestern zum ersten mal die Liebling gekauft und bin sehr begeistert von der Aufmacung/Format/Gestaltung. Sicher oft irgendwo unhandlich aber insgesamt nehm ich das in kauf, hatte bisjetzt kein magazin der art in der Hand! weiter so bitte!
Gast
ich finde es sehr gelungen... auch sehr charakterstark... und liebe das format, obwohl es unhandlich ist.
grüße
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