Der Anaglyphenkalender* 2009 von Jens Oliver Robbers besteht aus handgemachten 3D-Siebdrucken aus seinem Diplomfilm, einem Musikvideo zu Max Turners »Navigator«, das er zum Sommersemester an der Bergischen Universität Wuppertal gemacht hat.

//Ein kurzes Interview mit Jens Oliver Robbers über den Kalender und sein Arbeiten:

Slanted: Gib uns bitte ein paar Informationen über Dich und/oder die Firma, für die Du arbeitest.
Jens Oliver Robbers: Moin! Jens Oliver Robbers. Seit September bin ich nun diplomiert und arbeite weiter freiberuflich. Neben Arbeiten für Kunden stelle ich immer wieder eigene Produkte her, wie jetzt den Kalender zum anstehenden Jahreswechsel.

Slanted: Was ist Deine Grafikdesign Richtung? Wie würdest Du Deinen Stil bezeichnen? Wo liegen Deine Stärken?
Jens Oliver Robbers: Mir fällt es schwer, mich einer Richtung zuzuordnen, schließlich habe ich auch das Studium dazu genutzt, verschiedene Medien und Arbeitsweisen auszuprobieren. Mir macht es aber großen Spaß, mich wie in der Diplomarbeit mit historischen Sichtweisen und Techniken auseinanderzusetzen. Ich würde mir wünschen, dass mehr Studenten in die Welt der alten optischen Medien eintauchen würden – man lernt nicht nur viel über die Geschichte der heutigen Medien sondern auch über die eigene visuelle Prägung.

Slanted: Wo arbeitest Du?
Jens Oliver Robbers: Mein Arbeitsplatz ist im Moment zu Hause, ab dem nächsten Jahr arbeite ich dann in einem Büro hier in Wuppertal. Mich nervt, dass ich gerade nie ganz zur Arbeit und nie ganz nach Hause gehe.

Slanted: Welche Bedeutung hat für Dich Design?
Jens Oliver Robbers: Manchmal hab ich den Eindruck, dass es die Welt besser macht – stimmt aber nicht.

Slanted: Kannst Du uns eine kleine Beschreibung Deiner Arbeit geben?
Jens Oliver Robbers: Die Diplomarbeit, die ich an der BUW bei Prof. Wolf Erlbruch gemacht habe, ist in erster Linie ein Musikvideo. Der Song stammt von Max Turner, einem unglaublichen Musiker. Über die Kernaussage des Songs, in der ich Gedanken finde, die an die Zeit der Aufklärung erinnern bin ich zu einer Ästhetik gekommen, die für eben diese Zeit typisch ist und wichtig für die Verbreitung des Gedankenguts war. Der Guckkasten zeigte dem einfachen Europäer ein Bild der Welt – eingebettet in ein optisches Erlebnis, das mit der damals üblichen visuellen Erfahrung beeindruckend gewesen sein muss. Eine Variante, den Engelbrechtschen Guckkasten, habe ich für die Umsetzung zitiert. Um die Raumwirkung zu erzeugen habe ich den Film dann im rot/grünen 3D umgesetzt.

Slanted: Wie oder wo wäre die ideale Anwendungsweise?
Jens Oliver Robbers: Optimal kommt der Film im selbst gebauten 3D-Guckkasten zur Geltung. Er war schon auf ein paar Ausstellungen und wird auch im nächsten Jahr an verschiedenen Orten zu sehen sein. Diese Art der Darbietung hat meiner Ansicht nach einige interessante Eigenschaften. Zu einer kommerziellen Nutzung gibt es bereits Ansätze, ich freue mich natürlich über jeden Gedankenaustausch.

Slanted: Worauf an deiner Arbeit bist du besonders stolz? Was gefällt dir persönlich am besten?
gibt es irgendein interessantes oder außergewöhnliches Detail? oder was ist an deinem Werk ganz besonders?
Jens Oliver Robbers: Ich fand meine Diplomzeit wundervoll. Ich bin mit vielen interessanten Menschen in Kontakt gekommen, zum Beispiel aus der Richtung der Mediengeschichte und habe endlich einmal mit einem meiner besten Freunde, einem Architekten, zusammenarbeiten können – mit ihm habe ich den Kasten konstruiert. Schön ist es natürlich auch, wenn das Projekt über den Diplomzeitraum hinaus spannend bleibt.

Slanted: Hast Du Vorbilder?
Jens Oliver Robbers: Vorbilder … William Kentridge ist super.

Slanted: Hast du einen Tipp für Studenten, die kurz vor ihrer Dipl.- oder Bachelorarbeit stehen?
Jens Oliver Robbers: Sucht euch ein spannendes Thema.

Slanted: Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Jens Oliver Robbers: Ich wünsche mir, dass meine Beziehung trotz der anstehenden räumlichen Trennung so schön bleibt wie sie ist.

Slanted: Das ist ein schöner Wunsch. Wir drücken Euch die Daumen.

Eine Zusammenfassung der Projektbeschreibung gibt es hier.

Bestellen kann man die Kalender mit 3D-Brille für 22 Euro plus Versand direkt per Mail bei Jens (info(at)ensrobbers.de) oder bei Frau Wunder in Wuppertal. Natürlich nur, so lange noch welche da sind.

Links:
http://www.jensrobbers.de/navigator/
http://www.myspace.com/maxxxturner
http://www.stora.de/index.php?goto=artikel&index=metabootydvd

*Anaglyphen sind stereoskopische Bilder, die aus zwei sich überlagernden, komplementär eingefärbten Bildern - eines für jedes Auge - bestehen.
(Quelle: www.fotocommunity.de)

jens robbers

»maybe it's novelty schtick, but I like that people really stare into the drawings on the 3d prints ..and they say oooh and ahhh! which is great.«

danke für den link, jAnsen

Post new comment

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns über Deine konstruktive Meinung und behalten uns vor, gehaltlose, persönlich verletzende und themenfremde Kommentare zu löschen.

Wenn Du nicht angemeldet bist, wird Dein Kommentar von der Redaktion zuerst geprüft und dann freigeschaltet.

By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.

Verwandter Artikel

Diplomarbeit

Ascii-Art

Hier stellen wir euch die Diplomarbeit von Maja vor, die sich um ASCII-Art dreht. Sie hat in einer Website zwei ...

in 6 comments

Nächster Artikel

Typo Berlin 2009 Frühbucher-Rabatt

noch bis 31. Dezember

Ein kurzer Hinweis in der Vorweihnachtszeit... Bis 31. Dezember 2008 gibt es die günstigen TYPO ...

in 3 comments

Vorheriger Artikel

Wie viele Schriften braucht der Mensch?

Buchprojekt Typokurs Fh Mainz

Sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr? Musik, Mode, Milchprodukte: alle treten anders in Erscheinung und ...

in 7 comments