Novo Argumente, Das Debattenmagazin / Offener Brief an Art Direktor Chris Steurer

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Lieber Chris ,
vor einigen Wochen hast Du mir vier Ausgaben des unabhängigen Magazins Novo Argumente zukommen lassen. Erst einmal Glückwunsch zu diesem Debattenmagazin! Ein sympathisches und ambitioniertes Projekt.

Mir ist gleich aufgefallen, dass in jeder Ausgabe auf der zweiten Seite direkt gegenüber dem Inhaltes immer die Beschreibung des Magazins abgedruckt wird. Ein schönes Manifest, das jeder erst mal inhalieren soll:


NovoArgumente ist ein unabhängiges Debattenmagazin. Wir streiten für Fortschritt und Humanismus und für eine bessere Zukunft durch mehr Wachstum und Freiheit für alle. Uns interessieren Fakten und nicht, was das Stimmungsbarometer misst. Dabei sind wir skeptisch gegenüber selbstgefälliger Volkserziehung, bürokratischer Kleingeistigkeit und neoreligiöser Moral. NovoArgumente schaut genau hin, beschreibt und analysiert. Wir wollen die Demokratie mit neuem Leben füllen, laden zur offenen Debatte ein und bieten dabei auch Raum für Standpunkte und Kontroversen, die die Pfade des Zeitgeistes verlassen. Mitstreiter sind willkommen.

Das Magazin ist seit 1992 auf dem Markt. Markus Peichl (LeadAcademy) schreibt: "NovoArgumente ist ein mutiger Versuch, sich gegen die Langeweile und die Beliebigkeit auf dem Zeitschriftenmarkt zu stemmen. Hier ist sofort ein eigenständiges Konzept zu erkennen, das für inhaltliche Qualität steht."

Mir ist aufgefallen, dass es wohl kein Budget für Fotos gibt. Wenn, dann sind diese so langweilig, dass sie (alter Trick) auf den Kopf gestellt werden, wie z.B. das Cover der Juli/August Ausgabe. Ist in dieser Flut von bildüberladenen Magazinen die textlastige Publikation der Gegenentwurf, welcher signalisieren soll: hier geht es um Inhalte und nicht um Oberfläche? Wenn dem so ist: welche Bedeutung bekommt dort Typografie? Soll sie kitzeln oder sachlich übermitteln? Ich muss gestehen: mich hat die Typo nicht verführt in die Texte zu gelangen. Die Klaviatur ist für mein Geschmack etwas zu leise und spröde gespielt worden. Aber auch das mag etwas sein, was Chefredakteur und Geschäftsführer Thomas Deichmann so wollte: kein Schnickschnack sondern Klarheit. Warum wird aber auf einen Vorspann zu den Artikeln verzichtet?

Bei Gestaltung interessiert mich die Frage: muss eine Sache so aussehen wie wir es gewohnt sind? Muss ein Grafikmagazin flippig, ein Debattenmagazin nüchtern, ein Saturn nach Schweinebauch und eine Milchverpackung nach Milch aussehen? Wollen wir als Gestalter Erwartungen erfüllen oder durch Überraschung eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt provozieren? Welche Gleichung macht eine Designarbeit erfolgreich, bezogen auf das Kräfteverhältnis Zielgruppe-Inhalt-Design?

Mich würde brennend interessieren, welche Argumente es bei Novo gewesen sind, das Magazin so zu gestalten wie es ist. Für Heribert Seifert (Neue Zürcher Zeitung, Schweiz) setzt Novo "auf eine Mischung aus hedonistischem Individualismus, der für die Verantwortung des Einzelnen plädiert, und Interesse an einer libertären Demokratie. Die Frankfurter Zweimonatszeitschrift möchte gern das intellektuelle Zentralorgan der Wende werden." War dies das gestalterische Leitmotiv?

Bernhard Blauel

if you ask me, other magazine designers could do a lot worse than take a leaf out of NOVO

enttäuschter

ich habe noch nie ein inhaltlich so konservativ und neoliberal geprägtes Blatt erlebt, welches in einem so fortschrittlichen gewand daherkommt gesehen.

als mir ein freund ein paar ausgaben ausgeliehen hatte war ich sofort interessiert, und bei den ersten artikel war ich auch durchaus angetan, aber als mich dann immer mehr artikel inhaltlich abgestoßen haben wurde ich skeptisch. nach einiger recherche bei betreffenden autoren bin ich auf ein netzwerk gestoßen welches u.a. auf "der achse des guten" schreibt, und teil des autorenkollktiv rund um h.m.broder und dessen neuen magazins "neudier.de" ist. unter dem deckmantel eines "debattenmagazins" reaktionären müll zu veröffentlichen und damit eine junge zielgruppe zu verführen schafft man nur durch so ein gestalterisch sehr gutes produkt wie dieses.

als ich meinen freund auf einige inhaltlichen ungereimtheiten ansprach liest er nun das magazin kritischer. und das kann ich jedem anderen auch empfehlen!

gruß!

t t t t t

@enttäuschter: mir gings genauso. gut kaschierter neocon-schrott.

CHR15

Lieber Lars,

hier ein paar Antworten und Fakten.

Zunächst Danke für den Hinweis auf das Manifest. Das ist wichtig, um das ganze NovoArgumente-Projekt gesellschaftspolitisch verorten zu können.

Seit September 2009 zeichne ich als AD für den Relaunch für NovoArgumente verantwortlich. Neben der deutlichen Positionierung via Manifest war die Entscheidung auf (redaktionelles) Bildmaterial weitestgehend zu verzichten einer der wesentlichsten Kriterien für die Neupositionierung. Weitere Bestandteile meines Konzepts waren und sind:

1
Das Cover: 4c + 1 Sonderfarbe (von Ausgabe zu Ausgabe wechselnd), die das jeweilige Titelthema auch innerhalb der ansonsten rein schwarz-weißen Innenseiten auszeichnet.

2
Einsatz einer entsprechend umfangreichen Schriftfamilie wie die Aptifer Sans/ Slab von Linotype. Hierbei gilt: Redaktioneller Inhalt wird in der Aptifer Slab, systemische Info (Pagina, Kolumnentitel, Quellenangaben etc.) kommt in Form der neutraleren Aptifer Sans.

3
Komplette Überarbeitung der Navigationselemente und Rubrikenbezeichnungen zugunsten der Orientierung auf jeder einzelnen Seite.

Grundsätzlich:
Ich wollte als visuelle Konstante keine Trendfloskeln. Zeitlos im weitesten Sinne und eher an der Typographie der Tageszeitung dran als an Revivals oder Stilbrüchen bzw. Stiladaptionen. Und ja, Klarheit ist immer und in allen Bereichen der angewandten visuellen Kommunikation eine Maxime, wenn man Leser verschiedenster Lager über verschiedene Generationen hinweg im Sinne der Informationsvermittlung (!) nicht nur abholen sondern auch mitnehmen will.

Was das von Dir angesprochene Cover der Juli/August-Ausgabe angeht: Alte Tricks, wie Du es nennst, Lars, interessieren mich nicht. Es geht mir darum eine lose Verbindung zum Schwerpunkt-Thema der jeweiligen Ausgabe herzustellen. Das kann sehr subtil sein und genau diese Freiheit nehme ich mir an dieser Stelle des Covers – bewusst als weniger stringenten Teil der Ansprache. Dieser Interpretationsspielraum kann gerne Irritationen, aus welchen Gründen auch immer, hervorrufen.

In diesem konkreten Fall geht es um die verzweifelte Forderung: INNOVATION – ABER WIE? Niemand würde es als innovativ bezeichnen ein Foto auf den Kopf zu stellen und genau darum geht es ja: die Verlegenheitslösung wird gezeigt, das Scheitern angedeutet.

Ob NovoArgumente nun so aussieht wie man es von einem Debattenmagazin erwarten kann? Tja, wen könnte man dazu fragen? Und wer hat dazu wirklich eine brauchbare Antwort? Muss ein Nachrichtenmagazin aussehen wie der Spiegel? Nein, sagte Fokus. Muss ein Wirtschaftstitel so aussehen wie Capital (einst ausgesehen hat)? Nein, sagte Meiré. Muss ein Magazin über Fleisch ergo nackte Mädels zeigen? Ja, sagt Beef.

(Thematisch verwandte Zwischenfrage an dieser Stelle: Warum werden Fotos von NovoArgumente hier auf Slanted übrigens etwas muffig inmitten herbstlichen Blätterambientes präsentiert? Wo ist die inhaltliche Verknüpfung? Wo Bezugspunkte?)

Letztendlich ist die Frage Wer-Wann-Wieviel Zeit mit dem Medium verbringen mag, entscheidend. Im Falle eines textlastigen Magazins geht es in erster Linie um journalistische Qualität UND jene formalen Aspekte, die diese Qualität transportieren – mittels welcher stilgruppenspezifischer Codierung auch immer (Rom, viele Wege …)!

Inwieweit verwässert, behindert oder fördert der Grad einer Gestaltung den Gehalt der eigentlichen Information? Welche Gestaltung ist in welchen Betrachteraugen neutral? Man kann für für das Zentrum gestalten oder die Peripherie. Man kann Plattitüden nach Revolution aussehen lassen.

So gibt es sicherlich zig weitere Möglichkeiten wie ein Special-Interest-Medium wie NovoArgumente aussehen könnte. Dies hier ist meine aus dem Jahr 2009.

Danke & Grüße,

Chris Steurer

N.B.
Auf die von Dir angeführten Zitate von Peichl und Seifert geh ich nicht ein. Die sind zehn bzw. 3 Jahre alt und haben mit meinem Relaunch nichts zu tun.

flo

hi chris, glückwunsch zur inzwischen zur reihe angewachsenen (& sehr gelungenen) arbeit!

mir ist allerdings in deinem statement ein elegantes, böses wort aufgefallen: trendfloskeln.
klingt gut, wird aber mit einer noch viel größeren floskel abgewatscht: zeitlos.
das klingt schon sehr konservativ, so kenn ich dich gar nicht.

lg, flo

CHR15

zeitlos – allerdings kombiniert mit I M W E I T E S T E N S I N N E – somit ist, nach meinem Verständnis, der Floskelhaftigkeit wieder entgegengewirkt.

Aber Du hast Recht, lieber Flo, ich bin auch nicht glücklich damit. Wahrscheinlich steht es doch schlimmer um mich als bislang angenommen …

flo

macht ja nix, lass uns freunde bleiben ... i-D

hans schumacher

Kann noch folgende Anekdote beisteuern: war neulich auf der Buchmesse Leipzig unterwegs und wurde von einer netten jungen Frau angesprochen, die das Heft zum Abo anbot … naja, jedenfalls blieb ich stehen und blätterte erstmal, es war wohl die »Aufbruch nach vorn« Ausgabe, irgendwie von der Tonalität her eher konterkariert zum Thema, Weizenfelder, n Sonnenuntergang und ein weiter Himmel haben ja eher was zeitloses ;-) … kein Windrad zu entdecken, nix von Highttech … also blätterte ich erstmal weiter und war ganz eingenommen von der Unaufgeregtheit und Bedachtsamkeit des Layouts, gerade das Gegenteil was man von einem Debattenmagazin erwarten würde (seit wann sind Debatten nüchtern, Lars … Debatten sind doch aufgeregt, soll ich einen link zu so einer klassischen slanted Designdebatte posten) Neugierig guckte ich ins Impressum und siehe da: von CHR15, dem alten Designstalinisten (sorry chris, besten Gruss, ich finde es sehr gelungen, passt zu Dir, ein Debattenmagazin zu gestalten, auch wenn die Debatten hier wohl passé sind). Dass es dann nicht zum Abo kam … Eltern werden micht verstehn, komm eh nicht zum Lesen (und muss zuviel Lillifee und Bob der Baumeister Hefte kaufen …)

lars

erst mal antwort dazu:
>Thematisch verwandte Zwischenfrage an dieser Stelle: Warum werden Fotos von NovoArgumente hier auf Slanted übrigens etwas muffig inmitten herbstlichen Blätterambientes präsentiert? Wo ist die inhaltliche Verknüpfung? Wo Bezugspunkte?)

ich habe die fotos bei mir im hof gemacht, weil ich am liebsten bei tageslicht fotografiere. es war allerdings schon ziemlich dunkel, kurz vor sonnenuntergang, es ist herbst, da liegen blätter auf dem boden und ich war zu faul, die weg zu machen. es gibt kein bezugspunkt. aber schön, dass du darin etwas hinein interpretierst. zu den anderen punkten muss ich noch ein wenig luft holen, habe gerade andere nöte :-) bis später

Gast

Tja, lieber Hans, die Debatten sind vorbei.
Jetzt schweigen wir in die Röhre.
Und essen eine Möhre.
Gut für die Augen, aber bleibt oft im Halse stecken.

B.

CHris S

endlich mal wieder eine Richtige Debatte an dieser Stelle! Sehr schön!
Macht weiter bis ich eine Ausgabe von NOVO in die Hände bekommen habe!
Wo bleibt eigentlich Bernie?

CHR15

@ Lars

zu den Bezugspunkten:
Angenommen es wäre keine rhetorische, rein-thematisch verknüpfte Frage gewesen und ich hätte tatsächlich etwas interpretiert (was denn nur?) – nun weiß ich jedenfalls, es war Herbst als Du fotografiert hast.

lars

> Cover der Juli/August-Ausgabe
Ich finde tricks etwas sehr gutes. nicht im sinn von täuschung sondern als gekonntes stilmittel. jeder, der sein job beherscht wendet tricks an. in diesem fall die irritation durch auf den kopf stellen. das bild bekommt eine andere kraft. diesen trick wendet chipp kid auch sehr gerne an wenn er langeweiliges bildmaterial vom verleger bekommt und daraus ein tolles buchcover gestalten soll.

> Inwieweit verwässert, behindert oder fördert der Grad einer Gestaltung den Gehalt der eigentlichen Information?
ich hatte einfach den eindruck, dass dein ziel bei der gestaltung jenes gewesen ist, sehr geruchsneutral zu sein. bloß nicht stinken. genau bei diesem punkt frage ich mich aber: ist es nicht gerade aufgabe von gestaltung, die sinne anzuregen und impulse zu geben, sich mit dem inhalt auseinander zu setzen.

> ich habe noch nie ein inhaltlich so konservativ und neoliberal geprägtes Blatt erlebt, welches in einem so fortschrittlichen gewand daherkommt gesehen.
hierzu würde mich ein feedback der redaktion interessieren...

> seit wann sind Debatten nüchtern, Lars … Debatten sind doch aufgereg
ja, hans, finde ich auch. das war übrigens bei der ersten schlichtungsrunde (jede wette, das wird das unwort des jahres 2010!) bei stuttgart 21 sehr amüsant wie geißler erst mal das feld abgesteckt hat: "wenn wir hier diskutieren, dann gibt es diese folgenden regeln...." die dann doch immer wieder gebrochen wurden...

Gast

@lars: genau bei diesem punkt frage ich mich aber: ist es nicht gerade aufgabe von gestaltung, die sinne anzuregen und impulse zu geben, sich mit dem inhalt auseinander zu setzen.

offensichtlich macht diese frage so keinen sinn: ist das, was sinnlich zugänglich ist, sinnlich zugänglich. dafür hat man einen sinn, lässt sich dadurch anregen, oder eben nicht. hinterlassene duftmarken locken da nicht, sondern der hund auf den man möglicherweise kommt …

CHR15

Zitat Lars:
(…) genau bei diesem punkt frage ich mich aber: ist es nicht gerade aufgabe von gestaltung, die sinne anzuregen und impulse zu geben, sich mit dem inhalt auseinander zu setzen. (…)

Lars, wenn Du mir Publikationen (oder gar Medien) nennen könntest, bei denen inhaltliche Dichte (im Sinne einer Kontroverse, die eine Auseinandersetzung erfordert) aus guten Grunde N I C H T mit einer maximal sachlichen, textdienlichen Umsetzung korreliert, schick ich Herrn Kai Diekmann einen Kasten Volksbier.

Matthias Heitmann (NovoArgumente)

Als einer derjenigen, der bei NovoArgumente Mitverantwortung für die Inhalte trägt, jedoch von Design wenig bis keine Ahnung hat, möchte ich hier auch nicht auf die Gestaltungsdebatte eingehen, sondern auf den inhaltlichen Vorwurf, "konservativ und neoliberal" zu sein.

Für alle, die es noch nicht wissen, das Credo von NovoArgumente lautet wie folgt: "NovoArgumente ist ein unabhängiges Debattenmagazin. Wir streiten für Fortschritt und Humanismus und für eine bessere Zukunft durch mehr Wachstum und Freiheit für alle. Uns interessieren Fakten und nicht, was das Stimmungsbarometer misst. Dabei sind wir skeptisch gegenüber selbstgefälliger Volkserziehung, bürokratischer Kleingeistigkeit und neoreligiöser Moral. NovoArgumente schaut genau hin, beschreibt und analysiert. Wir wollen die Demokratie mit neuem Leben füllen, laden zur offenen Debatte ein und bieten dabei auch Raum für Standpunkte und Kontroversen, die die Pfade des Zeitgeistes verlassen. Mitstreiter sind willkommen."

Das gezielte und fundierte Hinterfragen gängiger Überzeugungen in Themenfeldern wie Ökologie, Klimawandel, Energie, aber auch Sicherheits-, Europa- Außen- und Überwachungspolitik, Bildung sowie Verbotskultur erscheint mir doch ein wenig komplexer zu sein, als dass es mit den Begriffen "konservativ" und "neoliberal" abgefertigt werden sollte. Dass Leser bei der Novo-Lektüre einem Artikel zustimmen, sich aber über den nächsten ärgern mögen, spricht nicht unbedingt gegen Novo, wohl aber gegen Versuche, das Magazinprojekt vorschnell in einer der altgedienten und mittlerweile ziemlich maroden politischen Schubladen zu versenken. Dass Novo einerseits als "neoliberal" oder "reaktionär" (weil z.B. pro Technik), andererseits zugleich auch als "links" oder "radikallibertär" (weil z.B. gegen Verbote, gegen Militärinterventionen) beschrieben wird, nehme ich ebenfalls eher als Beleg für die Unabhängigkeit (nicht zu verwechseln mit Sprunghaftigkeit) im Denken an.

Fakt ist: Novo ist weder inhaltlich noch sonst irgendwie einer Partei zugeneigt, wohl aber dem Bestreben, humanistisches Denken zu betonen und Angst-, Panik- und Untergangspolitik jeder Coleur zu konterkarieren, und das in einer ruhigen und auf sachlichen Argumenten basierenden Art und Weise (wenngleich natürlich auch mal eine Polemik im Heft zu finden ist). Es ist nicht nur nicht verwunderlich, dass man damit an allen möglichen Stellen aneckt, es ist das Ziel, denn ohne unterschiedliche Standpunkte machen Debatten weder spaß noch Sinn.

Dem Anspruch, sachliche Debatten zu fördern und zu führen, entspricht das Design: Es soll den Blick auf die Inhalte nicht verstellen, sondern deren Charakter widerspiegeln und betonen und sie - selbst bei langen Texten - erfassbar machen. Für meinen (nicht designstudierten, sondern inhaltlich motivierten) Geschmack tut es dies sehr gut und auf innovative Weise.

Gast

Heute ist es Mainstream für den Mainstream zu sein, der gegen den Mainstream kämpft.

Lutz Heckelmann (NovoArgumente)

@lars
"Ich muss gestehen: mich hat die Typo nicht verführt in die Texte zu gelangen."

Bist Du sicher, dass es hier wirklich um einen typografischen Mangel geht? Dir liegen ja ein paar Ausgaben vor, versuch doch noch mal, nicht "die Texte" zu denken, sondern konkret einzelne Artikel zu betrachten.

Bei Novo erschwert Einiges den Zugang: Manchmal fängt das bei einer wenig aussagekräftigen Überschrift an, die Einleitungen sind häufig wenig orientierend, Teaser zu knapp, Exzerpte nicht vorhanden. Und dann die Textlängen: Da gibt es 15-seitige Recherchen mit 100 Anmerkungen, oder gar ein 40-seitiges Manifest! Das ist schon äußerlich ungewöhnlich und dem interessierten Leser gegenüber fordernd.

Ein wesentlicheres Problem dürfte aber sein, dass viele Novo-Inhalte in unserer hochgradig ideologisierten Medienwelt zunächst fremd sind. Wir finden uns schneller zurecht, wenn wir uns schon bekannte Ideen und Deutungen irgendwo neu oder in ähnlicher Form aufgetischt bekommen. Novo versucht gegen den Strich zu bürsten, scheinbare Gewissheiten zu hinterfragen. Das irritiert, erschwert das Lesen. (Und verleitet mitunter, wie hier schon angesprochen wurde, zum vorschnellen Einsortieren in eigentlich gänzlich unpassende Schubladen.)

Ich sehe dieses Inhaltliche als den unvermeidlichen Hauptgrund der vielfach erlebten und kritisierten Sperrigkeit. Darüber hinaus gäbe es redaktionell eine Menge zu verbessern. Wobei vieles schlicht damit zusammenhängt, dass Novo mit extrem knappen Ressourcen haushalten muss.

Chris' typografischer Ansatz ist aus meiner Sicht nicht Ursache der angesprochenen Probleme, sondern im Gegenteil, er relativiert sie. Ich bin ein ausgesprochener Fan dieser einerseits an objektiven Gestaltungs-Anforderungen orientierten, andererseits um adäquaten Ausdruck der Novo-Besonderheiten bemühten Typografie.

Gegenwärtig wird bei Novo kontrovers über die stärkere Einbeziehung von Fotografie diskutiert, die bislang nur eine kleine Nebenrolle spielt. Es wäre interessant, hierzu ein paar weitere Meinungen oder Ideen zu hören.

Matthias Heitmann (NovoArgumente)

Zu Gast: "Heute ist es Mainstream für den Mainstream zu sein, der gegen den Mainstream kämpft."

Dazu kann ich als Fußballfan nur sagen: "5 Euro ins Phrasenschwein!" :-)

Zum Begriff des Mainstreams ist zu sagen, dass man auf Ebene der gesellschaftlichen Diskussionen von einem MainSTREAM eigentlich kaum mehr sprechen kann. Wenn man hier eine Bewegung ausmachen kann, dann ist es eher die eines Strudels, in den Themenbereiche mit noch so unterschiedlichen Ausprägungen hineingezogen werden. Ganz gleich, ob es um Bahnhöfe, AKWs oder neue Erkenntnisse in den Wissenschaften geht - letztlich ist das zentrale Argument fast immer, der Mensch müsse endlich aufhören anzunehmen, er habe das Recht und sei in der Lage, seine Welt und seine Zukunft aktiv positiv zu gestalten, sprich: diese in seinem Sinne zu verändern. Im Zentrum des Strudels steht eine pessimistische und skeptische Welt- und Menschsicht, die auf nahezu alle Bereiche des menschlichen Wissens und Lebens ausstrahlt.

Die Motivation von Novo ist es, am Rande dieses Strudels ein paar argumentative Steine ins Wasser zu werfen, an denen man sich festhalten kann, um nicht unter die Wasseroberfläche gezogen zu werden. Solche Steine müssen griffige Oberflächen aufweisen, die dem Druck standhalten, Reibung erzeugen, Halt bieten und aus der (Wasser-)Masse herausragen. Diese Oberfläche designtechnisch mit Moos zu bepflanzen, auf dass sie weniger scharfkantig werde, wäre aus meiner Sicht kontraproduktiv. Auch deswegen sagt mir das aktuelle Designkonzept sehr zu: es ist schnörkellos, geradeaus, nicht verspielt, sondern kommt direkt zum Punkt.

Gast

Die Motivation von Novo ist es, am Rande dieses Strudels ein paar argumentative Steine ins Wasser zu werfen, an denen man sich festhalten kann, um nicht unter die Wasseroberfläche gezogen zu werden. Solche Steine müssen griffige Oberflächen aufweisen, die dem Druck standhalten, Reibung erzeugen, Halt bieten und aus der (Wasser-)Masse herausragen.

Novo der Retter vorm argumentativen Strudel? Nur ist es so, daß Magazine wie dieses, und wie viele andere, diesen Strudel ersteinmal erzeugen, bevor sie sich als „Retter“ in die Breche schlagen. Und nicht nur in Magazinen sondern auch in diversen Talkshows, Interviews, Sendungen etc. wird Verwirrung erzeugt: Finanzkrise, Atomkrise, Ölkrise, Klimakrise, Terrorkrise, Überwachungskrise, Websperrenkrise, Bundestrojanerkrise. Es vergeht doch kein Tag, an dem nicht irgendwo einer sitzt und eine „Krise“ hervorzaubert, und JEDER – gerade hier in Deutschland, dieses Thema tausendfach multipliziert und durch die diversen Kanäle jagt. Das erzeugt Verwirrung bzw. überlastet das Gehirn mit FUD – Fear, Uncertainty and Doubt.

Und dann kommt der rettende Stein, an dem ich mich festhalten soll.

Und danach? Zieht mich einer aus dem Wasser und reicht mir ein Handtuch?
Und meiner Wege ziehen? Alleine?

Nee, soll ja abonnieren :-)

CHR15

Du bist für Dich und Deine Meinungsbildung selbst verantwortlich, lieber Gast.

Gast

Willst Du damit andeuten, daß ich recht hab, lieber CHR15?

Gast

Eher, dass du Aufmerksamkeit suchst und keinerlei Relevanz zu einer inhaltlichen Diskussion beitragen vermagst. Diese Gattung nennt man im Internet auch Troll

Gast

Zitat: „Eher, dass du Aufmerksamkeit suchst und keinerlei Relevanz zu einer inhaltlichen Diskussion beitragen vermagst. Diese Gattung nennt man im Internet auch Troll.“

Ja, das Internet ist voll von Trollen. Richtig. Aber diese wie oben (wenn es überhaupt einer ist) haben zumindest eine eigenständige Meinung, eine ziemlich eindeutige und auch sehr relevante für unsere Medienlandschaft, die, wie jeder weiß, einen Überschuß an Gleichschaltung und Selbstzensur ertragen muß. Zumal sie ebenso provozieren oder Bücher publizieren, die bestimmte Bevölkerungsgruppen angreifen und diffamieren. Ich will damit nicht sagen das NOVO dies in irgendeiner Form tut, aber das Grundproblem besteht, und jedes Magazin, welches so vorschnell postuliert es sei anders und schwimme gegen den Strom etc, muß sich dem stellen. Und das tut es auch, was ja OK ist. Nur, sie kann sie schwer widerlegen.

Diese Meinung nun zu negieren, und grundsätzlich abzulehnen, nicht mal ansatzweise auf einen Punkt einzugehen, und das so formulieren, als ob DER ANDERE genau dies so tut bzw. aussagt, ist der Gipfel der Arroganz und Selbstgefälligkeit und eigentlich keiner differenzierten Antwort würdig.

Denn es bedeudet meist zweierlei: A) Der Mensch ist sich der Tragweite seines Angriffs nicht bewußt und/oder B) Man hat mit der Kritik voll ins Schwarze getroffen.

Und gerade in Deutschland, ach was sag ich: überall, ist dies meist der Fall.

Verlage sind nicht unabhängig, sie schreiben nicht mehr das, was sie wollen, denn sie müssen Anzeigenkunden gewinnen und halten, und die sind nicht interessiert an wirklich kontroversen Themen. Eher an einer kontrollierbaren Kontroverse, um den Anschein der Kontroverse und damit auch Interesse ansich zu ziehen. Doch schaut man dann hinter die Thesen und Argumente, fallen sie oft wie ein Schaumberg in sich zusammen. Leider immer öfter und von daher ist dieses Thema in 99% aller Fälle für mich auch schnell erledigt.

Also lieber Gast vom 15. Januar 2011 um 2:18 Uhr: Wenn Du nurnoch mit dem Totschlagargument „Troll“ und einer unzutreffenden Eigenschaftsanalyse antreten kannst, mangelt es an Gegenargumenten. Denn man fängt immer dann an zu schreien, wenn diese einem ausgegangen sind.

Ein schönes Wochenende oder eine schöne Woche, je nachdem wann dieser Beitrag hier online geht.

Mitleser

Bevor ich auf das Design eingehe, was, zur Erinnerung, das Thema hier ist, gehe ich kurz auf die unselige Streiterei hier ein.
Was der von meinem Vorposter verteidigte Troll,anscheinend richtig anmerkt, ist dass die Medien ständig Krisen aus dem Hut zaubern. Doch bei der Analyse macht er entscheidende Fehler.
1. Die Magazine sind für eine verlässliche Aussage nicht als Kollektivsingular zu betrachten. Ansonsten wird die wissenschaftliche Publikation in der Nature eines Themas betreffend, gleichbedeutend mit der Panikmache die damit betrieben wird.
Die vom Gasttroll aufgestellte These, als nicht anderes ist er zu betrachten, Magazine erzeugen einen Strudel um einen "abopflichtig" wieder herausziehen, ist unter Anbetracht der Realität als nichtig anzusehen.
2. Lässt er nicht nur vollkommen offen sondern komplett unbelegt, wo er die Verbindung zwischen Novo und den kollektivsingularistischen Eigenschaften sieht. Was Angesicht des Inhaltes von NovoArgumente, welcher er anscheinend nie las um ein verlässliches Urteil zu fällen, schwerlichst darzulegen ist. Aber wir sind gespannt. Vielleicht passt sich die Realität doch noch den Allgemeinplätzen an.

Zum Vorredner: Sie scheinen, trotz ihrer Trollverteidigung, an einer inhaltlichen Auseinandersetzung interessiert zu sein. Würden sie bitte den Versuch wagen, darzulegen, wie die sie ebenfalls ereilenden Allgemeinplätze NovoArgumente im spezifischen betreffen? Wäre interessant, wenn auch schwer.

Zum Design: Bis jetzt bin ich vom Design von NovoArgumente sehr angetan, insbesondere das "Auslassen" einer übermäßigeren Visualisierung was den Texten sehr zu Gute kommt. Die Bilderstrecken, welche textunabhängig sich im Heft befinden, dürfen aber ebenso sein. Die Mischung machts. Wermutstropfen ist manchmal die Colorierung der Texte , welche auf Dauer unangenehm für die Augen sein kann. Ansonsten Hut ab für das Magazin, sowie das gesamte Projekt

Gast

Herr Mitleser, mit „Magazinen“ beschränke ich mich auf die Gruppe, die sich auf politische und gesellschaftliche Themen fokussiert (Focus, Spiegel, BILD etc.) und schließe da ein wissenschaftliches Magazin nicht mit ein. Insofern hinkt die Kritik etwas.

Und ich habe eindeutig in einem Satz gesagt, daß ich da Novo erstmal außenvorlasse. Genau aus dem Grund, den Sie angeben: Da ich die Inhalte noch nicht kenne. Aber meine Erfahrung sagt mir, daß sie nicht unbedingt außergewöhnlich anders sein können, zumal der Chefredakteur definitiv zu sehr in seine Lingua verliebt ist (…Die Motivation von Novo ist es, am Rande dieses Strudels ein paar argumentative Steine ins Wasser zu werfen, an denen man sich festhalten kann …). Wobei ich anfügen muß, daß ich es auch bin, aber nicht unbedingt mit solchen, eher peinlichen, Metaphern arbeite, sondern lieber einfach gutes Deutsch von mir gebe und die Kuh bei Namen nenne, was ich konstruktiver finde.

Und jeder Verlag will, daß der Leser abonniert. Das hat weniger mit den Inhalten als mit dem wirtschaftlichen Überleben einer Zeitung zu tun. Da die aber auch ihre Einnahmen aus der Werbung beziehen bzw. bei hoher Auflage auch in politschen Kreisen tätig sind, und von daher viele ihrer Editorials den politischen Gegebenheiten und Wünschen anpassen, kann man auch sagen, daß sie die Inhalte der Käufergruppe anpassen. Bestes Beispiel ZEIT: Ein neoliberales Blatt für den gehobeneren Akademiker, der seine Seele bereits dem Establishment verkauft hat und von einem Mann geleitet wird, der in den hohen Kreisen US-amerikanischer und deutscher Politik ein- und ausgeht bzw. auf diversen Tafelrunden wie bspw. dem Council of Foreign Relations sitzt. Und dann trägt er deren Weltbild in seine Zeitung zur Mulitplikation und zu unserer Beeinflußung weiter.

Und auch der wissenschaftliche Bereich, wenn Sie diesen schon anführen, ist gefärbt und spiegelt nicht unbedingt die Wahrheit wieder. In der Medizin wird vieles gedeckelt, in der Historie ist vieles erfunden und erlogen, weil es Erhalt der Macht dient. Vieles ist subjektiv, wenig objektiv, und vieles einfach Bullshit.

Insofern gilt seit jeher: Immer skeptisch bleiben.

Man kann auch „Wahrheiten“ über Jahrzehnte streuen, ohne daß einer merkt, wie die Geschichte, die einem glaubhaft gemacht werden soll, von vorne bis hinten erlogen ist.

Napoleon sagte mal: Geschichte ist immer die der Gewinner.

Und so ist das und so wird es immer sein.

Mitleser

Lieber Nachmittagsgast,

sie wollen also feststellen, das sie Allgemeinplätze verbreiten, die weder mit NovoArgumente im speziellen , noch mit dem Design im Besonderen zu tun haben. Ist akzeptiert.

Damit ihre Argumente doch noch Gewicht erhalten, führen sie folgende Punkte an:

1. Die Verliebheit des Chefredakteurs in seine Sprache.
2.Die Spefizierung ihres Kollektivsingulars.
3. Die Verkommenheit der Zeit.

1. Ist er nicht der Chefredakteur von NovoArgumente. Zudem sagte einst ein schlauer Kopf: "..und einer unzutreffenden Eigenschaftsanalyse antreten kannst, mangelt es an Gegenargumenten."

2. Haben sie, wie sie bereits andeuteten ihren Kollektivsingular lediglich spezifiziert, nicht aufgehoben. Um einen klugen Kopf wieder zu zitieren: "Insofern hinkt die Kritik etwas."

3. Man konnte natürlich jetzt so fies sein und die Frage stellen, wo es eine Seele gibt und wie man sie kaufen kann. Dies wäre aber die Aufrechterhaltung einer eher peinlichen Metapher. Und das wollen wir ja nicht. Aber da dies die Grundlage deiner Begründung darstellt, mussten wir es thematisieren. Ansonsten haben wir da nur noch mit einer Analyse ohne die erforderlichen Eigenschaften einer Analyse, wie zum Beispiel Beweisführung, zu tun. Zudem eine Anmaßung, welche die der Zeit zugeordneten Eigenschaften, als verwerflich definiert, was mehr über dich, lieber Gast, als über die Zeit aussagt.
Also lieber 8. Februar 2011 - 14:44 – Gast (nicht überprüft): Wenn Du nurnoch mit dem Totschlagargument „Und so ist das und so wird es immer sein.“ und einer unzutreffenden Eigenschaftsanalyse antreten kannst, mangelt es an Gegenargumenten. Denn man fängt immer dann an zu schreien, wenn diese einem ausgegangen sind.

Gast

Sehr geehrter Herr Mitleser,

gehe ich recht in der Annahme, daß Sie, als Sie dies schrieben, am liebsten in die Tastatur geboxt hätten bzw. es auch taten?

Meine Annahme über die Zeit entspringt der Arbeit und Biographie Joffes bzw. sein Verhältnis zu einer Gruppe, die seit Jahrzehnten sehr erfolgreich, und das meine ich nicht positiv wertend, versteht, die Geschicke dieses Planeten zu beeinflussen und zu lenken. Zumal lese ich den Schrott abundzu auch durch. Soviel zur Annahme, ich sei anmaßend, Sie blöder Mensch.

Wissen Sie, wenn Sie meinen, durch Ihr Geschwurbel andere einschüchtern zu können, dann sind Sie bei mir an der falschen Adresse. Solche Intellektualmimosen wie Sie sind nämlich ein gefundenes Fressen für mich. Und wenn ich gerade mal Zeit habe, schreibe ich gerne am Nachmittag, oder vielleicht auch morgens, oder mitten in der Nacht. Wie doof sind Sie eigentlich?

Aber Sie haben in einem recht, obwohl es Ihnen sicherlich nicht entgegenkommt: Meine Allgemeinaussagen beschreiben mich als Mensch ziemlich deutlich: Selbständig, selbständig denkend – und ich scheisse auch selbständig: auf Banalmeinungen irgendwelcher Möchtegernpostillen wie Novo, Zeit, Spiegel oder Fuck-us ähh Focus. Ich gehe auch garnicht so gerne mehr ins Detail, weil ich einfach zu alt bin für Artikel, die im Auftrag der Chefredaktion von Praktikanten, Volontären oder Frischlingsgermanisten verfaßt werden, und vor Belanglosigkeit bzw. nach Auftragsarbeit nur so riechen.

Und da Sie das alles als soooo „anmaßend“ betrachten und hier freudestrahlend grinsend mit dem Finger auf mich zeigen, geb ich Ihnen gern als Hinweis, daß Ihre anderen vier Greifer auf Sie zurückzeigen. Denn Sie sind Teil dieser in Print gegossenen Langeweile und Ödnis, die unsere Medienlandschaft vollkommen im Griff hat. Da bin ich mir sicher.

Das fängt mit Ihrem ach so geliebtem Wort „Kollektivsingular“ an. Nur leider verliert's in der Wiederholung – ach was, bereits ab der Erstnennung – seinen Reiz. Beziehungsweise ist es bezeichnend für einen beschränkten Horizont, dessen freudlose Existenz Sie durch dessen Einsatz versuchen zu verheimlichen. Man sage mal ganz laut: „Kollektivsingularistisch“.
Da hebt sich doch jedes Einzelwort gegenseitig auf. Wie wäre es mit Kollektivdeskriptiv?
Paßt besser. Vielleicht weniger Wikipedia und mehr das Eigenhirn konsultieren.

Wissen Sie, bevor Sie jetzt ganz aus dem Praktikantensessel fallen, stülpen Sie sich doch lieber gleich paar Betonschuhe über und springen den ach so verehrten argumentativen Steinen Novos hinterher. Ich finde Ihr pseudointellektuelles Revierpissen zwar amüsant. Aber wirklich nur aus der Distanz. Und es ist zwangsläufig auch ermüdend, da langweilig. Da Sie nämlich den Kapitalfehler begehen und nichts zum Diskurs beitragen. Insofern würden Sie auf lange Sicht auch verlieren. Denn anstatt meine Meinung über Joffe zu widerlegen, greifen Sie mich lieber an. Das kann mehreres bedeuten: A) Sie sind entrüstet B) Sie arbeiten bei ZEIT C) Sie wissen Bescheid und geben einen Scheiss drauf D) Sie sind proforma und ohne Nachweis der Meinung, der Klügere von uns beiden zu sein, und denken, daß Sie mir schadlos ans Bein pinkeln können.

Ich tippe mal auf D.

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