Bei strahlendem Sonneschein nahmen über 200 Personen am zweiten Tag des O.K. Festivals teil.

Auch an diesem Tag gab es leider ein paar Programmänderungen: Die Lecture von Simon Esterson fiel aus und für die Magazinvorstellung von Sang Bleu kam Monday Morning says (später dazu mehr). So hatte man im straffen Programm ein bisschen Zeit, um sich der Ausstellung oder dem Magazinshop zu widmen.

Jeroen Disch vom LAVA Graphic Design Studio (http://www.lava.nl/) in Amsterdam hielt einen Vortrag über Editorial Design - "Visual storytelling" und wie man damit umgehen kann. Er zeigte eine Vielfalt an Infografiken, die LAVA für die verschiedensten Projekte gestaltet hatte. Bilder nehmen etwa 50% Magazinfläche ein und seien daher besonders wichtig. Dabei könne man auch Text in Bild umwandeln und so eine Geschichte erzählen. "Visual journalism is very important. Text can be image. Text can be objects." Er zeigte einige Beispiele, u.a. Fotos eines Tabletts mit Essen (das letzte Mahl von zu Tode Verurteilten), eine Geburtstagstorte mit einer 65 darauf (irgendjemand wird 65), Lebensmittel einer ganzen Woche mit Personen, die das verzehren (Sudan, Amerika etc. im Vergleich) usw.

Nach einer Pause ging es mit 2 Magazinpräsentationen weiter: Monday Morning says (London) und DUF (Amsterdam).

Monday Morning says (http://mondaymorningsayszine.blogspot.com/) ist ein DIN A4 großes Illustrationsmagazin, welches 2007 (an einem Montag Morgen im Café) gegründet wurde und quartalsweise erscheint. Die Herausgeber und Illustratoren haben sich während ihres Studiums kennengelernt und dann beschlossen, ihre Arbeiten zu veröffentlichen, anstelle alleine vor sich hin zu arbeiten. Monday Morning says zeigt in jeder Ausgabe Illlustrationen zu einem bestimmten Thema, wie z.B. "Sorry", "Random London", "Why me" etc.

DUF Magazine (http://www.duf.nu/) ist aus der Idee heraus entstanden, ein Magazin für Teenager zu machen, welches nicht auf ein bestimmtes Geschlecht ausgelegt ist (Girlie-Magazine, Magazine für Jungs), sondern für beide Geschlechter interessante Themen beinhaltet und diese humorvoll kommuniziert.

An der nachfolgenden Diskussion "What drives magazine makers" nahmen Ferek Lomme (Onomatopee / http://www.onomatopee.net/) und Hans Gremmen (FW: Magazine / http://fw-photography.nl) teil. Nun, die Beweggründe, ein Magazin zu machen, lassen sich, denke ich, nicht vereinheitlichen. Ein Grund, der genannt wurde, war z.B., dass man seine Arbeiten einem Publikum zeigen möchte.

Als nächstes wurde Dabireh und GUP Magazine vorgestellt.

Dabireh (http://dabirehcollective.com/) wurde von einer iranischen Projektgruppe entwickelt und ist ein Magazin über persische Schrift - genau genommen ist es sogar die allererste Publikation überhaupt, die sich damit beschäftigt. Reza Abedini, Chefredakteur erklärte anhand historischer Kalligrafien, wie sich die Verknüpfungen einzelner Buchstaben innerhalb von arabischen Schriften im Laufe der Jahrhunderte geändert haben. Er sagte zu der eigenen Interntion, das Magazin zu machen: "We wanted to bring back the beauty of type." Das Magazin ist sehr simpel im Aufbau aber sehr gehaltvoll im Text. Aus diesem Grund hat man mit nur einer einzigen Schrift in nur einer einzigen Größe und in nur einem einzigen Schnitt gearbeitet. Ende des Jahres soll es eine englische Version von Dabireh geben mit ausgewählten Artikeln.

GUP (http://www.gupmagazine.com) ist ein Fotomagazin, das mittlerweile 35.000 Leser hat. Peter Bas, Redakteur und Herausgeber sprach 20 Minuten über die Probleme am Anfang, dass mittlerweile kaum noch ein Fotograf "Nein" zu einer Teilnahme sagt und über langjährige Kooperationen mit Druckereien und Papierherstellern. Im Hintergrund liefen ausgewählte Fotografien aus dem Magazin ab.

Luis Mendo von Good Inc. (http://www.goodinc.nl/) hielt einen interessanten Vortrag zum Thema "Past, Present, Future of E-zines", der nicht bei allen im Publikum gut ankam - die Angst vor der Veränderung der Techniken und/oder dem Verlust des gedruckten Mediums war irgendwie spürbar. Trotzallem zeigte Luis anhand verschiedenster Beispiele was es bereits an Techniken gab, welche es gerade gibt und was er in der Zukunft für möglich hält.

Abschließend fand eine sehr kurze Präsentation der Workshop-Ergebnisse statt (man hat von den gedruckten Magazinen im Halbdunkel leider nicht so viel gesehen) sowie der offizielle Release der Curiosities-Issue der O.K. Periodicals. William van Giessen lies bei seiner Abschlussansprache durchklingen, dass das O.K Festival nun alle 2 Jahre stattfinden soll (im Wechsel mit der Colophon Luxembourg). Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Mehr Bilder etc. auf Facebook.

Einige Impressionen vom zweiten und finalen Tag.

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