PERL APACH SCHENGEN / SCHENGEN PIEREL OPÉCH / APACH SCHENGEN PERL / Diplomarbeit von Bianca Schmitt an der FH Mainz

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01 Das unentbehrliche Grenzbuch.
02 Der Wegweiser der fabelhaften Dinge.
03 Die Grenze für die Hosentasche.
04 100 amüsante Worte.

Eine Edition für die Menschen im Dreiländereck D-F-L.

Ein neues Bewusstsein bei den Menschen im Dreiländereck Deutschland-Luxemburg-Frankreich soll geschaffen und das oberflächliche sowie einfältige Denken über den Grenznachbarn abgelegt werden. Die Edition soll keine als tiefe Kluft empfundene Lücke schließen, sondern soll als beratend plaudernde Anleitung zum eigenen Nachdenken und selbständigen Handeln anregen.

Edition aus 4 Büchern unterschiedlichen Formats
150 x 200 mm, 100 x 150 mm,
75 x 100 mm, 75 x 50 mm
Produktion: Digitaldruck, Fadenheftung & Klebebindung
! Besonderheit: magnetische Buchdeckel !

Im Interview mit Bianca:

Slanted: Gib uns bitte ein paar Informationen über Dich und/oder die Firma, für die Du arbeitest.

Ich heiße Bianca Schmitt und bin 29 Jahre alt. Nach einer 2-jährigen Ausbildung zur Mediengestalterin, habe ich an der FH Mainz Design studiert. In diesem Sommer habe ich mein Studium mit dem Diplom abgeschlossen und gehöre nun seit Kurzem zur arbeitenden Bevölkerung.

Slanted: Was ist Deine Grafikdesign Richtung? Wie würdest Du Deinen Stil bezeichnen? Wo liegen Deine Stärken?

Einen eindeutigen Stil kann ich nicht direkt nennen. Ich bevorzuge eine klare und reduzierte Gestaltung. Dahingegen mag ich es aber auch, wenn’s verspielt ist. Kommt ganz auf meine Stimmung und selbstverständlich auf das Projekt an.

Slanted: Wo arbeitest Du am liebsten?

In geheizten Räumen – und klar, natürlich im Team, wo einer vom anderen lernt und profitiert.

Slanted: Was inspiriert Dich?

Das können unendlich viele Kleinigkeiten sein, die ich beim Schlendern durch die Stadt, beim Joggen aber auch bei Ausstellungen oder Theaterbesuchen aufnehme.
Ansonsten ist mir die ein oder andere Gestaltung auch schon nachts im Schlaf, sprich im Traum erschienen. Sehr praktisch.

Slanted: Kannst Du uns eine kleine Beschreibung Deiner Arbeit geben?

PERL APACH SCHENGEN. SCHENGEN PIEREL OPÉCH. APACH SCHENGEN PERL. ist eine dreisprachige Edition für die Menschen im Dreiländereck D-F-L.
Perl (D), Apach (F) und Schengen (L) sind die drei Ortschaften, die das Dreiländereck bilden.

Die Edition besteht aus vier unterschiedlichen Büchern. Das Erste ist „Das unentbehrliche Grenzbuch“, welches als Basis dient. Das Zweite nennt sich „Der Wegweiser der fabelhaften Dinge“, der dazu anregt neue, unentdeckte Wege zu gehen und die Augen für die kleinen Dinge zu öffnen. „Die Grenze für die Hosentasche“ ist das dritte Buch, welches als eine Art Wanderkarte verstanden werden kann, mit der man die drei Grenzen zwischen den Ländern abwandern kann. Hier wird das Bewusstsein für die Grenze, welche Chancen und Möglichkeiten bietet, neu geschaffen. Die gemeinsame Sprache, das Moselfränkische, welche die drei Länder miteinander verbindet und sprachliche Barrieren überwindet, wird im vierten Buch „100 amüsante Worte“ repräsentiert.

Ein neues Grenzbewusstsein bei den Menschen im Dreiländereck D-F-L soll geschaffen und das oberflächliche sowie einfältige Denken über den Grenznachbarn abgelegt werden. Die Edition soll keine als tiefe Kluft empfundene Lücke schließen, sondern soll als beratend plaudernde Anleitung zum eigenen Nachdenken und selbständigen Handeln anregen.

Slanted: Warum hast Du diese Arbeit gemacht? Wie bist Du auf die Idee gekommen? Was steckt dahinter?

Die Antwort darauf ist sehr einfach. Ich selbst komme aus Perl, bin dort aufgewachsen und habe den Wandel der letzten Jahre miterlebt. Nachdem das Schengener Abkommen geschlossen wurde und das Passieren der Grenzen selbstverständlicher wurde, ging nach und nach das Bewusstsein, in einer Grenzregion zu leben, verloren.
Andererseits gibt es sehr viele Vorurteile den einzelnen Grenznachbarn gegenüber, bzw. ein klischeehaftes Denken, welches den Grenznachbarn in eine bestimmte Schublade steckt und eine andere Sichtweise nicht zulässt.

Slanted: Was möchtest Du mit Deiner Arbeit erreichen/aussagen?

Ich möchte eben dieses Bewusstsein mit meiner Edition wieder schärfen. Vorurteile beseitigen oder zumindest in Frage stellen und neue Chancen aufdecken.

Slanted: Wie/Wo wäre die ideale Anwendungsweise?

Meine Zielgruppe sind selbstverständlich die Menschen in den drei Ortschaften Perl, Apach und Schengen. Das zweite, dritte und vierte Buch dienen natürlich als direkte Wegbegleiter. Ihre magnetischen Buchdeckel halten sie praktisch aneinander.

Slanted: Wie lange hast Du an Deinem Werk gearbeitet?

Insgesamt sechs Monate, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Slanted: Wer hat Dich betreut und wie hast Du davon profitiert?

Betreut wurde ich an der FH Mainz von Prof. Johannes Bergerhausen.
Die Treffen an der Hochschule, die anfangs jede Woche und später alle zwei Wochen waren, fanden in der Gruppe statt. Da wir zu viert bei Prof. Bergerhausen waren, konnten wir uns gegenseitig beraten und miteinander diskutieren. Gerade in der konzeptionellen Phase war dies sehr wichtig.
Aber vor allem haben mir die stundenlangen Diskussionen mit meinen Mädels und Jo Fix weitergeholfen.

Slanted: Hast Du Deine Arbeit handgemacht (gedruckt, veredelt etc.)?

Die Collagen in meinem Diplom habe ich, bevor sie gescannt wurden, analog mit Schere und Kleber gefertigt. Auch die weißen Punkte auf den Fotos habe ich eigenhändig, in eisiger Kälte, an der Grenze entlang gelegt.

Slanted: Hast Du Vorbilder? Was interessiert Dich an dieser/n Person/en? Welche Arbeiten gefallen Dir?

Ich habe keine konkreten, berühmten Vorbilder. Ich würde eher sagen, dass es Menschen gibt, die mich begeistern oder beeinflusst haben. Einer der Profs, der mich an der FH Mainz am meisten fasziniert hat, weil er eine völlig andere Auffassung von Design und der Vermittlung von Design hat, ist James Nitsch. Seine Denkweise sowie seine Arbeiten sprechen mich sehr an.
Aber bis heute prägt mich auch meine Ausbildung, bzw. mein Ausbilder, der immer auf eine strukturierte, klare Gestaltung Wert gelegt hat. Nicht umsonst ist die Ausrichten-Palette heute mein liebstes Werkzeug.

Slanted: Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

Ich habe vor kurzem in Luxemburg angefangen zu arbeiten. Bis jetzt kann ich nur sagen, dass es mir sehr viel Spaß macht. Wie es weiter geht wird sich zeigen. Aber auf jeden Fall möchte ich dem Dreiländereck D-F-L treu bleiben.

Slanted: Danke für deine Antworten. Wer mit Bianca Kontakt aufnehmen nöchte, kann dies gerne über bianca.design(at)web.de tun.

Und nun ein paar Abbildungen des Projekts!





















Gast

Wunderschön! Sehr gern mag ich das schlichte Layout und den leichten Kontrast, der durch die unterschiedlichen Schriftfetten der Sprachen entsteht.
Momentan scheint es irgendwie IN zu sein etwas mit Sprache zu machen.
Gut gefällt mir die Idee für die Buchcover mit dem immer kleiner werdenden Bildausschnitt.
Gruß Nicole

Andi

Wirklich sehr schön gestaltet. Wie heißt denn der Headlinefont?

daniel perraudin

sieht sehr gut aus - interessantes thema, schöne arbeit! vorallem finde ich auch die mischung der typestar mit einer klassischen antiqua sehr gelungen...

Bianca

Danke. Das ist die Typestar.

vitusfh

liebe bianca,

du hast es geschafft. die lange und mühsame arbeit hat sich mit einem grossen erfolg eingestellt. monatelange recherche zum thema PERL APACH SCHENGEN. SCHENGEN PIEREL OPÉCH. APACH SCHENGEN PERL hat sich damit gelohnt und ein erfolgreiches ende gefunden. dazu meinen allerherzlichsten glückwunsch.

es bleibt zu hoffen, dass dein werk nicht nur bei denen im dreiländereck, aber gerade auch dort dazu beiträgt, die vorurteile, auch mittels der moselfränkischen sprache, ein "neues Grenzbewusstsein bei den Menschen im Dreiländereck D-F-L schaffen und das oberflächliche sowie einfältige Denken über den Grenznachbarn" abschaffen hilft und die menschen sich trotz der sprachenvielfalt sich vertrauen und die abgelegenheit in einer grenzregion als chance verstanden wird.

dir wünsche ich beruflich viel erfolg und persönlich alles gute.

weiter so!

dein petter

Ann

hey...finds auch schön. Glückwunsch. Bin nur etwas enttäuscht, das die »Perl« nicht zum Einsatz kam, oder doch? ;-)
Ich hoffe der Johannes hat dir gut geholfen..

Gruss aus London
Ann

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