Entstanden ist ein neues Supplement – ein Beilagenmagazin zur Tageszeitung. Dabei wurde »Position« nicht für eine spezielle Zeitung konzipiert, sondern erscheint unabhängig, alle 2 Wochen, mit anderer Tagespresse. Die Auswahl ist nicht beliebig, sondern hat inhaltlichen Bezug. »Position« befasst sich mit gesellschaftspolitischen Themen, die eine Zeitlang die Schlagzeilen bescherrschten (und dann augenscheinlich an Wichtigkeit verlien) und richtet sich an eine jüngere Zielgruppe, die seit dem Tod von »Jetzt« keine "eigene" Beilage mehr haben.
Die Gestaltung bleibt absichtlich klar und zurückhaltend: Im Mittelpunkt steht das Thema, das auf jeweils ca. 40 Seiten aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wird und unterschiedliche Positionen bietet. Dieser inhaltiche Schwerpunkt bildet einen Kontrast zu den Beilagen auf dem Markt, die vornehmlich Unterhaltung und Lifestylethemen bieten. Das Magazin wird nicht, wie bestehende Hefte, in die Zeitung hinein gelegt, sondern gut sichtbar von aussen um die einmal gefaltete Tagesezeitung gesteckt. Schriftzug, Datum etc. der Zeitung bleiben gut sicht- und lesbar. So ist alle 2 Wochen sofort ersichtlich, mit welcher Zeitung »Position« diesmal erscheint. Das Format des Magazins ändert sich also entprechend der Größe seines "Trägerhefts". Hierin lag gleichzeitig die größte Herausforderung der Arbeit: Trotz unterschiedlicher Formate sollte das Magazin wiedererkennbar bleiben und unabhängig seiner Größe eine gleiche Sprache sprechen.
Exemplarisch für dieses Konzept wurden zwei (fiktive) Ausgaben realisiert, ein Überformat für die Süddeutsche Zeitung, dass offen 400x420mm mißt und ein kleines für die taz, dass nur 150x315mm groß ist.

»Position#2« zum Thema "Rechts" für die Taz

»Position #2 Editorial, Inhalt und Impressum in der Heftmitte – die Seite, die man vorraussichtlich zuerst aufschlägt, da das Heft hier auf die Zeitung gesteckt ist.

Illustration und verschiedene Positionen zum Thema als Einstieg

Artikel über Opfer rechter Gewalt, nachgestellt

Artikel über die Untätigkeit des Staates gegenüber rechtem Gedankengut


Reportage über die neuen Strategien der NPD, nach der Wahl in Mecklenburg 2006


Inhaltsverzeichnis, wie oben

Reportage über Plattenbausiedlung und ihre Probleme seit der Wende


Fotoreportage über Menschen und ihre finanzielle Situtation


Handlungmöglichkeiten zum Ausschneiden.
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Moritz
Sehr schöne Idee! Und sehr schönes Heft. Die klare Gestaltung und die Fotos gefallen auf Anhieb. Wäre toll, wenn das Konzept anklang findet.
marc_m
Ich denke die Zeitungen werden sehr ungerne auf ihren eigenen Titelaufmacher verzichten und ob das technisch und logistisch möglich ist? Hast du das mal abgeklopft?
Innen kann ich es mir auf jedenfall vorstellen. Sehr schönes Hochformat und sehr schöner Satzspiegel! Ist das die Proportion 1:2? Auch als Kontrast zu den oft sehr breiten Zeitungsformaten sehr gelungen.
Thomas
Finde das Konzept auch interessant, aber das Hochformat, so elegant es erscheinen mag, empfinde ich für ein Magazin doch als etwas zu manieristisch … ist halt so ein Menuekartenformat … vielleicht aber einfach nur ungewohnt.
Die Themen und die Aufmachung haben auch eine merkwürdige Spannung. Armut und Faschismus sind halt Phänomene, die lassen sich aus unterschiedlichen Gründen sehr schwer in einer ästhetisierenden Aufmachung kommunizieren. Meist schiebt sich die Erscheinung etwas zu sehr vor den Inhalt. Wenn ein Layout den Inhalt trotzdem gut kommuniziert, würde ich sagen: um so besser!
Bernd 24 h
Interessantes Thema.
Ich arbeite seit Jahren mit Supplement-Leuten zusammen. Die überlegen hin und wieder (neben dem Tagesgeschäft) wie sie den Zeitungsverlegern eine „junge“ Beilage schmackhaft machen können.
Die Verleger haben zwar das mulmige Gefühl, der Leser-Nachwuchs könnte fernbleiben andererseits scheinen sie nicht bereit, ein paar Cent für so eine Beilage hinzulegen. „Die Jungen sitzen doch sowieso schon alle vorm Bildschirm.“
Da macht sich meines Erachtens ein bißchen Frust breit ... auch bei den Beilagen-Machern/Konzeptionisten. Niemand packt das Thema mehr an. Digitalisierung rules! Schon bei der Frage „Wie alt ist unsere Zielgruppe“ gibt's lange Gesichter.
Die gezeigte Arbeit sieht nett aus, ist aber eher was für FH-Studenten Anfang 20. Der ein oder andere Zeitungsverleger würde den regionalen Kids-Programm-Kalender vermissen ... oder den Michael Ballack zum Ausschneiden ... oder die blöden CD-Neuerscheinungen ...
Und liebe Gestaltungs-Studenten, habt endlich mal den Mut und bettet eueren Satzspiegel zwischen hässliche klein- und großformatige Anzeigen. Die nämlich müssen so einen JETZT-Nachfolger finanzieren. Sagt das auch eueren Dozenten.
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