QVED & QVIG – Quo Vadis Editorial Design & Info-Grafik 2016 / Rückblick

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Am vergangenen Wochenende öffnete die alte Kongresshalle in  München zum vierten Mal im Rahmen der Munich Business Week ihre Türen für alle Magazin- und Designliebhaber. Boris Kochan begrüßte das Publikum der QVED – Quo Vadis Editorial Design Konferenz mit den Worten »Es QVED weiter«.

Nach einer kurzen Einführung wurde das Mikrofon sogleich an Mark Porter weitergereicht, der schon für Magazin-Ikonen wie Colors und Wired Art-Director war. Er ist bekannt als der Mann, der the Guardian re-designed hat. Er gab einen spannenden Überblick über seine Karriere, die sich mittlerweile bis zur Gestaltung von einer 3D Nachrichtenstation für die Dutch TV News erstreckt.  

 

Ibrahim Nehme stellte sein Magazin The Outpost – das Magazin der Möglichkeiten in der arabischen Welt, vor. Er sieht das Magazinemachen als eine Laboratorium für soziale Aktion und Motor für Ideen. 

 

Anke Eberhardt präsentierte die erste Themenausgabe des Cut Magazins, welches in einer Kollaboration mit dem Schriftenverlag Monotype entstanden ist. So gab es in ihrem Vortrag Schriften aus Menschenhaar, einen Buchstabensalat und das womöglich erste Interview mit einer Schrift zu sehen – alles autonom im eigenen Haus mit viel Liebe zum Detail selbst produziert.

 

Der Print-Liebhaber Marcroy Smith sprach über seine eigenen Magazine Print isn’t dead und Posterzine, für die er gerne mit verschiedenen Druckmethoden, Tinten, Formaten und Papieren experimentiert. Wenn man mit viel Leidenschaft dabei ist, werden sich Wege öffnen, ermutigt er vor allem die jungen Designer im Publikum.

 

Die Kunst des »sich Verlierens« ist das Thema des Lost Magazins, welches von seinem Macher Nelson Ng vorgestellt wurde. Dass jede Reise auch eine Reise in die innere Landschaft ist, stellte er relativ früh fest – so war das Magazin geboren. Die Herausforderung dabei sei die bilinguale Gestaltung gewesen. Zu Hilfe nimmt er das Konzept einer Band, »sometimes you just want one guy to step back so the other can solo«.

 

Den zweiten Tag eröffnete Gail Bichler und sprach über ihre Arbeit als Art-Direktorin beim New York Times Magazine. Bei dem Re-Design mussten knifflige Fragen geklärt werden wie das Logo auf dem Cover neu positioniert werden soll, wie man eine neue Schrift integriert und ging dabei an die Grenze das zu hinterfragen, was ein Magazin überhaupt alles sein kann.

 

Ein weiteres Highlight des zweiten Tages war die Netherlands Session, welche von der angeblich besten Designerin Hollands Sabine Verschueren eröffnet wurde. Sie startete schon früh als 9-jährigeDesignerin, indem sie für Ihren Bruder ein Zine gestaltete. Die außergewöhnlichste Performanz hielt das Team des Voortuin magazine ab. Ausgestattet mit Gitarre und Liederbuch standen Sim und Nanda auf der Mitte der Bühne, während Tom über die Geschichte des 2012 gegründeten Voortuin sprach. Der erwartete Song wurde leider nicht gespielt aber dafür gab es Einblicke in ihre Arbeit als junge und experimentierfreudige Gestalter.

 

Isabelle Vaverka sprach über ihren Weg als Designerin des Foam Magazins, der eigentlich damals damit begann, einen Ausstellungskatalog zu gestalten. Aus dem Buch wurde ein Magazin, welches Einreichungen von Fotografen aus der ganzen Welt sammelt, auswählt und publiziert.

Lars Harmsen, der Herausgeber und Mitbegründer von Slanted, stellte sein neues Projekt 100for10 vor, wofür der Anlass war, sich zu fragen, wie man einzigartige Kunstwerke einem möglichst breiten Publikum zugängig macht. Das Resultat sind 100-Seiten starke Printed on Demand Bücher, die für je 10,- € verkauft werden und dabei 2,50 € an den Autor gehen (was mehr ist als normal).

Debbie Millman war der krönende Abschluss des zweiten Tages und hat es mit ihrer sehr charmanten Rede darüber, dass das Scheitern auch zu einer Karriere gehört, mehrmals geschafft die ganze Halle zum Lachen zu bringen.

Am Morgen des dritten Tages fand zum ersten Mal die Halbtagskonferenz QVIG – Quo Vadis Info-Grafik statt.

Als erster sprach das Urgestein aller Infografiken – Nigel Holmes. Er gibt den Gestaltern den Tipp »to be not dazzled by data«. Am allerwichtigsten sei es zuerst die richtigen Informationen zu sammeln, diese zu checken und zu korrigieren und nicht einfach nur Punkte auf eine Landkarte zu verteilen.

 

Paul Blickle’s Schlüsselworte für eine gute Infografik sind »Simplizität und Detail«. Sein interaktives Team von Zeit-Online arbeitet sich durch komplizierte Inhalte und versucht diese auf eine möglichst leicht verständliche Art dem Leser zugänglich zu machen.

Jen Christiansen hat bei ihrer Tätigkeit für die Scientific American die anspruchsvolle Aufgabe abstrakte und komplexe wissenschaftliche Themen und Ideen dem Leser leicht zugänglich zu machen. Sie kann stolz von sich behaupten, Phänomene in Grafiken visualisiert zu haben, die noch nie gesehen wurden.

Dies war ein kurzer Einblick über nur einige von vielen hervorragenden Präsentationen während der QVED und QVIG 2016 – im Anschluss einige Impressionen und wir bedanken uns und freuen uns auf das nächste Jahr!

 

 

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