Im Karlsruher Stadtraum gibt es leider nicht sehr oft wirklich interessante Plakate zu sehen – das sind wohl die kleinen Ärgernisse in der Diaspora oder Provinz. Für bemerkenswerte visuelle Qualität sorgt aber seit Jahren Gunther Rambow mit seinen Plakaten für das Badische Staatstheater. Das aktuelle zur Oper von Carl Maria von Weber hier – toll!
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CHris S
ja schon sehr eindeutig rambow.
lars
...und die frage: erreicht es sein publikum? geht es um rambow oder um das theater?
flo
naja, klar, das die frage kommt ... die dialektik zwischen funktion (dienen) & autorschaft (freiheit).
vielleicht geht es gar nicht um das theater oder rambow.
natürlich ist ein plakat ein medium, das landläufig bestimmte inhalte zu kommunizieren hat.
was, wann, wo, vermutlich, und von wem, wenn man glück hat.
aber welches publikum überhaupt?
das breiteste, alle?
dsds, unser star für oslo, katharina saalfrank, horst köhler, roland koch, david carson, godard, weekly tatort watchers, arte, cindy aus marzahn, bushido, kunststudentInnen?
wen spricht man mit einer (deutschtümelnden) oper oder so einem plakat an?
wozu noch teuer theater?
rambow bringt natürlich ein statement (nicht ohne eigennutz), das theater bekommt die city-light-flächen (vermutlich gesponsert von jc decaux oder wall, stadtmöblierung & pennerverdrängung), und das allgemeine publikum/die öffentlichkeit einen hingucker. schwangeren frauen sei vom besuch der vorstellung abgeraten, vom betrachten des plakats sowieso.
was rambow hier macht ist m. e. ein einsatz im feld des ästhetischen.
(persönlich) frei oder funktional – das plakat erschöpft sich zu keinem zeitpunkt in einer der beiden kategorien, sondern verfolgt andere fragestellungen (klar, in rambows façon):
was kann ich als plakat eigentlich anderes ausrichten, als reflexion und schönheit?
und was als grafikerIn, ohne zum/zur dienstleisterIn zu gerinnen?
kann grafik eine kulturelle leistung sein?
Gast
Es geht immer um den Künstler und das Theater. Und um das Theater, das um den Künstler gemacht wird.
Rambows Plakate sind nicht nur das, was da oben abgebildet ist, sondern sie sind plakativ simple Kreationen mit einem hohem Lesbarkeitsgrad. Es steht auch nicht www.gunterrambow.de drauf – also kann man schlecht von Eigenwerbung sprechen.
Es ist gut, wenn ein Theater einen guten Plakatkünstler hat, denn der garantiert gleichbleibend gute Werbung ohne Schnickschnack, ohne Photoshopfilter, ohne Stockphotographie, ohne Grinsepüppchen.
Es ist eine Kunst in einem Plakat die beworbene Kunst durchschimmern zu lassen, sie spürbar und transparent als Botschaft zum Betrachter zu tragen.
Ein Plakat ist nicht unbedingt Kunst. Sie ist ein Mittler von Kunst. Und die Kunst besteht darin, ein Gefühl für das zu bewerbende Objekt, in diesem Falle ein Theaterstück, zu vermitteln. Wichtig auch, daß es richtig vermittelt wird. Insofern wieder Kunst. Aber im Auftrag.
Wie dem auch sei, es ist schade, daß solche Dampfbrocken wie Rambow nicht mehr die jüngsten sind. Aber vielleicht wachsen ja paar gute Designer nach.
Gast
Wichitg ist vorallem, das das Plakat schnell gemacht ist. Rambow ist vorallem einer der schnell arbeitet und sehr, sehr ungeduldig ist. Das zeichnet ihn aus.
CHris S
zitat:
Rambows Plakate sind nicht nur das, was da oben abgebildet ist, sondern sie sind plakativ simple Kreationen mit einem hohem Lesbarkeitsgrad. Es steht auch nicht www.gunterrambow.de drauf – also kann man schlecht von Eigenwerbung sprechen.
zitat ende
naja, rambows name steht schon drauf und er ist nunmal nicht so digital/web-affin wie viele jüngere Kollegen. abgesehen davon ist das nicht wertend gemeint, jeder sollte seinen namen auf selbstgestaltetes draufschreiben können, soviel er will.
Gast
Ganz ehrlich, das ist mir alles zu hoch, ich fuhr tagelang in Offenburg durch und habe nicht verstanden was auf dem Plakat kommuniziert werden sollte! Ich bin wohl zu primitiv um diese simple Kreationen mit einem hohem Lesbarkeitsgrad zu encoden.
Bernie
Es heisst decoden, nicht encoden.
Auf Gunter Rambows Webseite »www.gunterrambow.de« befinden sich genug Beispiele seiner Arbeit, mit denen man sich eingängig beschäftigen kann. Und wenn mal ein Plakat dabei sein sollte, welches man nicht kapiert, schicke man eine E-Mail an Herrn Rambow, die er sicherlich gerne beantworten wird.
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