Futura Original OpenType Pro
Erleben altbewährte Fontklassiker durch die OpenType-Technik eine Renaissance? Fast scheint es mir so, denn häufen sich die Meldungen der bekannten Schriftenhändler, die beliebte Fonturgesteine in die moderne Schriftentechnik übertragen haben. Diesmal ist es FontShop, dass voller Stolz über die Futura Original OT Pro, die ITC Franklin Gothic OT und die aktuell sehr beliebte Kievit 3 berichtet:
Es ist schon erstaunlich, wie die OpenType-Technik so manchen Schriftenklassiker in neuem Licht erscheinen lässt. Vor vier Wochen berichteten wir über die wieder belebte Avant Garde, nun bringt Elsner + Flake den Klassiker Futura in typophiler Ausstattung auf den Markt – mit den Original-Alternativzeichen, die Paul Renner einst im Blei anfertigen ließ. Wie schön, dass sie überlebt haben. Neben der Futura legen wir Ihnen zwei weitere Sans-Serif-Highlights ans Herz, den frisch erweiterten Corporate-Font FF Kievit und den smarten Klassiker ITC Franklin Gothic, der viel mehr kann, als Boulevard-Schlagzeilen Aufmerksamkeit zu verleihen.
Daraus schließe ich, dass über kurz oder lang jede Schrift, die einer gewissen Nachfrage unterliegt als OpenType zur Verfügung gestellt werden wird. Naja, ich hätte nichts dagegen.

robertmichael

nice, nice.
da wird es bald 'ne menge neuer headlines
zu sehen geben mit vielen alternate. ich hoffe
nur das die gestalter den font in maßen und
nicht in massen einsetzten.

ein bischen erinnern mich die alternates an
die 'priori sans' von emigre. ich finde es vorallem
erstaunlich das man noch nie was über die
original-alternativzeichen gelesen oder gehört
hat (habt ihr? – ich nicht!). würde mich mal
interessieren wie die ihren weg aus den alten
unterlagen in den ot font gefunden haben.
wo haben e+f die unterlagen her?

Thierry

doch, doch, die alternativbuchstaben der futura waren schon von anfang an da, sie kommen von renner (du sprichst doch über die der futura, oder?). ich zitiere dazu noch kurz aus dem büchlein «Das Detail in der Typografie», erschienen im Niggli Verlag. werde das beizeiten hier auch mal noch vorstellen.. sehr hübsches büchlein.

«Einzig Paul renners Futura überdauerte die Zeit in ungebrochener Frische. Ihr Erfolg "lag darin, dass sie einerseits dem Zeitgeist, d.h. dem Bedürfnis nach klarer, "unpersönlicher" Form entgegenkam und sich anderseits nicht zu sehr vom tradierten Buchstabenbild entfernte. (Die zu andersartigen, vollständig auf geometrischen Kontruktionen beruhenden Alternativformen für einzelne Lettern mochten sich in der Praxis nicht durchsetzen).»

JackieTreehorn

Sehr erfreulich, diese Entwicklung. Und gerade erst am Anfang!

Trotzdem wundert, um nicht zu sagen erschreckt! mich Deine Wissenslücke etwas! (Dafür, daß Du einem immer alle Schriftmuster bei eBay wegkaufst ...) ;)

http://www.foundrytypes.co.uk/foundry_architype_1/renner.html
http://p22.com/lanston/products/twentiethcen.html

Denise

also ganz ehrlich ich finde man stolpert eher über die alternativbuchstaben, als dass sie das schriftbild bereichern. ich finde es höchst seltsam, dass die futura, die ja vor allem durch ihre rundungen geprägt ist, auf einmal durch rechte winkel und ecken unterbrochen wird. sieht irgendwie aus wie ein fehler....

JackieTreehorn

... gehört aber zur ursprünglichen Futura.
Nicht umsonst haben sich diese Formen nicht durchgesetzt. Auch wenn die Einsatzmöglichkeiten sehr begrenzt sind, ist es doch schön, sie verfügbar zu haben!

JackieTreehorn

PS: Neben den extravagant-experimentellen Zeichen, die natürlich sofort ins Auge fallen, sind es doch vor allem Mediävalziffern, Ligaturen und Kapitälchen, die uns beglücken, oder?! :)

robertmichael

@ jackie/thierry

stimmt. aber ich komme nie dazu sie durchzulesen ;)
erstaunlicherweise kenne ich sowohl das buch als
auch die links, aber irgendwie ist sie mir nie auf-
gefallen. komisch. zugegeben futura war für mich
immer futura. eine schrift für architekten ...

@ denise
klar, die zeichen fallen aus der reihe, aber sie
basieren auf die geometrische formen der futura.
ich denke ein logo oder eine headline mit dem
alternate 'n' oder 'g' kann sehr gut aussehen ...
interessant sind sie allemal.

robertmichael

die mediävalziffern gab es aber schon bei
der überarbeiteten 'futura nd' von neuville.
(www.neufville.com) mit smallcaps und
überarbeiteten zeichen ... ('B')

deine wissenslücke erschreckt ich ;)

JackieTreehorn

Hehe,

ich würde es Dir gönnen, aber da ich sowohl diese als auch die Überarbeitung von Lucas kenne, muß ich Dich zumindest an diesem Punkt enttäuschen.
Ich habe sie nicht erwähnt, weil eben alles schon irgendwo erhältlich war. Als OpenType gepackt finde ich es jedoch sehr komfortabel, auch wenn die Neufville scheinbar die beste Digitalisierung ist.

franzh

Diese Alternativ-Zeichen entstammen der anfangsphase des entwurfes durch paul renner, als die jetzt bekannten zeichen zum teil so noch gar nicht integriert waren und als er noch ganz nah an der tatsächlich konstruierten linearantiqua war, und wurden aber auch später noch, als die Futura viel weiter an rein optische erfortdernisse angepaßt war, auf kundenwunsch in blei mit ausgeliefert. Irgendwann schlief das dann ein.

Genau (sehr genau :-) nachzulesen ist das in dem buch "Paul Renner – The Art of Typography" von Christopher Burke, Hyphen Press London, 1998, was hiermit allerwärmstens empfohlen sei. Ich weiß nicht, ob es das noch gibt, war für eine Broschur, die in eine größere jackentasche paßt, auch nicht billig, glaube ich.

Es gab auch schon mal eine digitalisierung dieser alternates (eigentlich eben urfassung), von irgendeiner englischen foundry, die hieß Renner Architype, wenn ich mich recht erinnere. Aber jetzt als OT, das ist natürlich schön.

Was die digitalisierungen betrifft, das ist gerade bei der Futura ein weites Feld, und zum Teil Geschmackssache, da sie sich doch ganz erheblch unterscheiden. Die von Adobe ist grauenvoll, die von URW besser, aber etwas sehr glatt, mein Favorit ist die Futura BQ - technisch naja, typisch Berthold eben, tausende von Stützpunkten, aber die sieht einfach weniger glatt aus und bringt noch etwas von dem rohen, ungeschliffenen mit, was die futura in blei ja auch hatte, man höre und staune.

JackieTreehorn

Manchmal lohnt es sich, vor dem Posten die anderen Kommentare zu lesen ...

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