Stankowski 06 / Aspekte des Gesamtwerks

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Am Wochenende war ich in Bottrop in der Stankowski Ausstellung. Sie war schon 2006 in Stuttgart und Zürich zu sehen und einige von euch waren bestimmt schon da. Es hat sich gelohnt. Ganz viele Skizzen und Gemälde kannte ich überhaupt nicht, von vielen Marken die er mitgeprägt hat waren mir auch einige nicht bekannt. Am faszinierendsten sind für mich die Skizzen, die mit unglaublicher Präzision gemacht sind. Insgesamt zeugt diese Ausstellung von ununterbrochenem Arbeiten und der Suche und Findung nach der richtigen Form. Nachfolgend habe ich einige Bilder angehängt, es ist aber kein klassischer Wiedererkenner dabei. Ich habe jetzt mal auf das Deutsche Bank Logo verzichtet. Das kennt ja doch jeder zu Genüge.
Die Austellung ist in Bottrop noch zu sehen bis zum 11. Februar. Dann wandert sie nach Bremen und als weiterer Ausstellungsort ist noch Berlin auf der Website verzeichnet, allerdings ohne Datum. Hingehen ist eigentlich ein Muss für alle Gestalter!
Wer das nicht kann: Auf der Website zur Ausstellung findet sich im Pressebereich noch ganz viel ausgezeichnetes Bildmaterial, welches man sich auch in hoher Auflösung ansehen kann. Ausserdem gibt es dort ein Marken-pdf zum Download, auf dem alle Stankowski Marken verewigt sind.
Der Katalog ist ein riesiger Schinken. Sehr gut gemacht, informative Texte (deutsch/englisch) plus gute Bildqualität. Lesetypographisch gesehen nicht wirklich gelungen, aber wer lesen will – wie ich – der schafft es dann auch. Die Museumsausgabe kostet übrigens nur 39.- Euro.
Josef-Albers-Museum, Bottrop
19. November 2006 – 11. Februar 2007
Weserburg
Museum für moderne Kunst, Bremen
24. Februar bis 22. April 2007
Eröffnung: 23.2.2007, 19 Uhr
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Thomas

ich beneide stankowski, weil er als künstler an der formfindung gearbeitet hat und seine erkenntnisse dann in die gebrauchsgrafik einbrachte.

grafik-design ist mir heute oft zu wenig subtil. form, farbe, statik, perspektive etc. … diese elemente sind so universell einsetzbar … und das 'auf den punkt bringen' ist es dann, was am meisten arbeit kostet.

stankowski arbeitete in der kunst und gab somit seinem grafik-design substanz. heute 'bedienen' wir uns der kunst um unseren entwürfen substanz zu geben. ich denke design und kunst haben mittlerweile ein ziemlich ausbeuterisches verhältnis.

hans schumacher

schön, das die ausstellung auch noch in berlin station machen soll – lohnt sich, danach ausschau zu halten, die einblicke in der website versprechen da einiges.

es kommt selten genug vor, das jemand gleichzeitig frei und angewandt arbeitet, und, wie das thomas beschrieben hat, so dass der angewandte teil von der freien arbeit profitiert und substanz und subtilität gewinnt.

bei stankowski scheint es so organisch zusammen zu gehen, das man den eindruck bekommt, er hat sich wirklich 'in beiden welten' gleich wohl gefühlt, und es herrschte ein gleichberechtigtes verhältnis. gutes vorbild für gestalter.

(thomas, du schreibst design und kunst haben ein ausbeuterisches verhältnis: mir fallen da standard-belletristik buchumschläge ein – häufig verwenden die das eine oder andere tafelbild aus der jüngeren oder älteren kunstgeschichte auf dem cover. eigentlich sollte ein buchumschlag doch die grafiker- oder illustratoren-domäne schlechthin sein; ironischerweise bleibt da für beide nicht mehr viel zu tun, wenn die kunstgeschichte als 'stock-photography' dient und, mit ein bisschen standardtypo drapiert, gebrauchsgrafik darstellen soll)

Thomas

ja, diese art buchumschläge sind ein sehr schönes, konkretes beispiel. kunstgeschichte – auch die jüngere – wird gerne als visueller steinbruch verwendet.
aber mir geht es bei meinem lamento eigentlich noch mehr darum, das es gegenwärtig wenig zeitgenössisches gibt, das nicht doch in einer art eklektizismus zusammengeschraubt wird. wo sind die entwerfer von heute, die erfinden?

bei anton stankowski glaube ich, das er sicher auch wegen seiner kunstgattung „konkrete kunst“, das freie mit dem angewandten besser verbinden konnte als manch anderer. aber es zeigt mir eben auch, das kunst und design sich nicht ausschließen oder beklauen müssen, sondern sich bereichern können.

übrigens, interessant ist ja auch der ungekehrte fall: kunst bedient sich beim design …

nur so

Internationales Design Zentrum Berlin e.V.
12. Mai – 12. August 2007

Mies van der Rohe Haus, Berlin
26. Mai – 19. August 2007

Letzte Chance!

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