Stuttgart möchte attraktiver werden / Ausschreibung für ein neues Logo für die Tourismusregion Stuttgart

in ,

Die Stadt Stuttgart möchte für den Tourismus attraktiver werden. Deshalb wird nun ein Wettbewerb ausgeschrieben, um ein neues Logo für die Tourismusregion Stuttgart zu entwerfen. Alle Agenturen, die teilnehmen möchten, können sich bis zum 24. Januar 2011 bewerben. Neben Referenzen über Corporate Design sollten die Agenturen allerdings eine Auszeichnungsliste vorweisen. Schade, dass es deswegen wohl kleineren Agenturen verwehrt bleiben wird, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Hier ein Auszug aus dem Pressetext:

Nachfolgend aufgeführte Kriterien bilden die Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb:

1) professionell arbeitende Werber und Gestalter
2) Referenzen über corporate design Projekte
3) Auszeichnungsliste (awards ) der letzten 2 Jahre

Eine eigens für den Logobildungsprozess einberufene Fachjury wählt aus den eingegangenen Bewerbungen ca. 10 Agenturen aus. Diese werden darum gebeten, auf Basis eines konkreten Briefings, Vorschläge für die »Wort-Bild-Marke« zu entwickeln. Ergänzt durch Vertreter des Aufsichtsrates (Strategiekreis) wird die Fachjury aus den eingehenden Logovorschlägen die besten Vorschläge auswählen.

Kontakt
Die aussagefähige Bewerbung ist ausschließlich per Mail mit Nachweis oben genannter Kriterien (Anhang als pdf- Datei) bis spätestens Montag, 24. Januar 2011 an nachfolgende Kontaktadresse zu senden:

Frau
Annett Wirth
logo@stuttgart-tourist.de

Vergütung
2000 Euro netto für jede Agentur, die mit der Logoentwicklung beauftragt wird 30.000 Euro netto für die Agentur mit dem Siegerlogo (verbunden mit dem Betrag sind weitergehende Agenturarbeiten)

Zusammensetzung Jury
a) Strategiekreis (Vertreter des Aufsichtsrates der Regio Stuttgart Marketing- und
Tourismus GmbH)
b) Vertreter aus dem Bereich Grafik und Design
Judith M. Grieshaber (Prof. für Graphik-Design, Hochschule Konstanz)
Niklaus Troxler (Prof. für Kommunikations-Design, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart)
Markus Merz (Rektor, Merz Akademie Stuttgart)
Kurt Weidemann (Prof. für Graphik-Design)
Thomas Rempen (Prof. für Integriertes Kommunikationsdesign an der Universität Duisburg-Essen)
Jochen Rädeker (Vorsitzender Art Director Club)

Sander

Eine interessante Neben-diskussion wäre, ob Teilname hier auch eine Stimme PRO Stuttgart-21 ist... Was meint ihr? Kann ein Gestalter für die Stadt Stuttgart und deren Image arbeiten, ohne dass man einen Standpunkt über den neuen Bahnhof einnimt? (Entschuldige mir bitte die Grammatikfehler :-)

Der

Sorry aber die Geschichte mit den Awards ist komplett lächerlich.
Die meisten Awards kann man doch eh nicht ernst nehmen.

Julia

Hi sander,

schwierig. Wir haben im Büro schon darüber diskuttiert. Interessant finde ich, dass der Wettbewerb zu einem Zeitpunkt gestartet wurde, wo die Diskussion um Stuttgart 21 sehr angeheizt ist. Ob das Absicht ist?

Davon mal abgesehen ist das Logo aber auch wikrlich grausam. Ich denke nicht, dass man automatisch PRO Stuttgart 21 sein muss, um ein neues Logo zu entwickeln. Ich denke, dass das eine mit dem anderen nicht zwangsläufig zusammenhängen muss.

David

Ich bin zwar erst ein frischgebackener Absolvent, aber ich finde einige Dinge daran komisch:

- Wenn ich eine Region attraktiver machen möchte, dann setze ich doch nicht beim Erscheinungsbild an. Das Problem ist doch erstmal ein ganz anderes als die Oberfläche aufzuhübschen.

- Ich muss mich doch erstmal mit der Stadt, mit den Menschen, mit dem Lebensgefühl mit den Problemen etc. auseinandersetzen. Am besten auch die Stadt wirklich mal "erleben".

- Und wenn ich mir dann die Jury angucke, die das alles eigentlich besser wissen müssten, aber sich trotzdem für diesen Wettbewerb als Jurymitglied bereiterkären, finde ich das doppelt komisch.

- Und über die Awardsvoraussetzung brauchen wir erst gar nicht sprechen...

Ganz komisches Ding. Aber vielleicht ist das einfach so. Ich selbst finde das jedenfalls nicht richtig.

Gast

Ich stimme David voll und ganz zu und ergänze folgenden Punkt:

- Richtig komisch ist allerdings, dass der Inhaber einer Stuttgarter Corporate Design-Agentur in der Jury ist. Diese Agentur wird mit Sicherheit auch an diesem Wettbewerb teilnehmen. Ich nenne das schlichtweg Vetterleswirtschaft!

Gast

nimmt uebele teil? preise hat er ja genug... ;-)

porni

uebele wird mit sicherheit dabei sein...und wir auch...denn auch kleine agenturen können awards haben, lukas. und wer keine awards hat, wird sich IMMER über solche anforderungen ärgern. also anstrengen, leute. dann müsst ihr euch auch nicht aufregen.

Gast

Um es auf den "Punkt" zu bringen: es wäre nicht richtig, die Stuttgarter Corporate-Design-Agentur Strichpunkt zum Wettbewerb zuzulassen, wenn der Inhaber Jochen Rädeker Jury-Mitglied ist ... So kann man seine Aufträge natürlich auch holen - nur ob das fair ist, ist eine andere Frage.

daniel_0711

also, ich kann dem ganzen nur zustimmen. wenn ich die namen der jury schon lese habe ich keine lust mehr.

OTL

schön, dass ihr es euch alle leisten könnt, ausschreibungen nach der jury oder nach meiner meinung nach berechtigten auswahlkriterien arrogant zu selektieren. ihr habt es geschafft. glückwunsch.

und eins ist sicher: strichpunkt ist nicht dabei - alles andere wäre ein hohn. sowas tut sich strichpunkt nicht an. also klar, dass die wohl nicht dabei sein werden.

daniel_0711

Berechtigten Auswahlkriterien? Die haben einfach keine Ahnung von Visualität.
Und somit wird einfach ein guter Name einer Agnetur mitgekauft. Das liest sich später gut und man selber ist fein raus wenn das Projekt kritisiert wird. Ich kenne so miese Arbeiten von großen
Agenturen. JVM hat z.b diese S21 Plakate gemacht. Scholz&friends das Logo...

Also ehrlich...

Silke

Fakt ist doch, dass das bestehende Logo (das nebenbei gesagt erst dieses Jahr vorgestellt wurde), nachdem die Kritik daran (zu Recht!) so gravierend war, zurückgezogen werden soll. Deshalb ist jetzt dieser neue Wettbewerb ausgeschrieben. Das ist mutig von den Auftraggebern, denn sie gestehen den Fehler des jetzigen Logos ein. Was jetzt kommt, kann eigentlich nur besser werden. Und in der Jury sind meiner Meinung nach gute Leute, die etwas von Markenkommunikation verstehen. Und wenn dieser Strategiekreis nicht dumm ist, dann hören sie auch auf diese, damit nicht nochmal so ein Mist-Logo rauskommt, wie das jetzige.

Dass eine der Zulassungskriterien eine Awardliste ist, ist meiner Meinung nach auch völliger Blödsinn. Doch andererseits ist das nunmal für Kunden die einzige Möglichkeit eine Agentur zu "messen". Denn sie haben nicht die Zeit, sich von 100 Agenturen 1000 Arbeiten anzuschauen. Man kann es Ihnen also eigentlich nicht verübeln. Obwohl ich im Grunde auch nichts von Designpreisen halte.

Und der letzte Punkt:
Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ein Jurymitglied, der Chef einer Agentur ist, mit dieser Agentur am Wettbewerb teilnehmen darf? Das ist absoluter Quatsch. Das wäre einfach nur unfair.

Post new comment

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns über Deine konstruktive Meinung und behalten uns vor, gehaltlose, persönlich verletzende und themenfremde Kommentare zu löschen.

Wenn Du nicht angemeldet bist, wird Dein Kommentar von der Redaktion zuerst geprüft und dann freigeschaltet.

By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.

Verwandter Artikel

Region Stuttgart – neues Logo

Ende letzten Jahres hatten wir auf den Logo-Wettbewerb der Region Stuttgart hingewiesen und die Teilnahmekriterien ...

in 20 comments

Nächster Artikel

PERLES by Raban Ruddigkeit

PERLES lässt alle wichtigen typografischen Feinheiten außer Acht, um eine konsequent geometrische Schrift ...

in , , 4 comments

Vorheriger Artikel

»Der Bremer Schriftkoffer« von »Den Typonauten«

Ein typografisches Geschenk für Bremer und alle Typoverliebten

Die Bremer Designagentur »Die Typonauten« hat ein typografisches Geschenk: Den Bremer Schriftkoffer – circa 60 ...

in 2 comments