Der Gestalten Verlag nimmt einen weiteren Display Font in sein Repertoire auf. Die Schrift »SVT« gestaltet von den Designern Vier5 aus Paris. Die nun käuflich zu erwerbende Schrift kam unter anderem schon bei dem sehr schicken Ausstellungsplakat über Dominique Mathieu für das Centre of Contemporary Art in Brétigny zum Einsatz.
When Vier5 turn their gimlet eye to the subtitles used in cinema, the result is SVT, a spectacularly subtle font originally designed for the Centre d'art Contemporain de Brétigny in France. Boxy and light, this no-frills typeface is about communication in its clearest form.
Grounded on the classical notion of design, Paris-based Vier5 focuses on applying new, up-to-date fonts. They aim to replace visual empty phrases with individual creative statements tailored specifically for the client and medium used. "Design is the possibility of drafting and creating new, forward-looking images in the field of visual communication," Achim Reichert, one-half of the design collective, says of his work. Read more in this (very brief) interview with the artist below.
(Pressetext)


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alexander
mon dieu! auf dem bau heisst es: kannste was biste was. leider scheint es im bereich design eine andere annahme zu geben: biste was kannste was. ohne das »prädikat« vier5 wäre der font höchstens auf freefonts.com veröffentlicht worden. schuster bleib bei deinen leisten...
jakob_runge
Das sehe ich genauso. So sehr ich es mag, das Typografie nicht ständig nach Konventionen verlaufen muss, wenn man schon eine so experimentelle, verspielte und vor allem kommerzielle(!) Schrift gestaltet, dann sollten doch wenigstens 'a', 'e', 'b', 'd', 'p' und 'q' keine Spiegelungen sein – immerhin sind die Schnittmengen der einzelnen Zeichen etwas variabel…
Gast
Das kann man sich auch mal schnell selber basteln. Wenn mich etwas dabei beeindruckt, dann das sie das zum Kauf anbieten. – fast wieder cool!
Gast
Beeindruckend das sie so etwas zum Kauf anbieten – fast wieder cool! Spricht für ein großes Selbstvertrauen.
Bernie
Es ist gängige Praxis, einzelne Buchstaben wie d und b oder e und a soweitwiemöglich zu spiegeln. Erspart viel Arbeit. Und erschafft Konsistenz im Schriftbild.
Aber: Das einzige was die Schrift von Vier5 halbwegs interessant macht, sind die überlagernden Schnittpunkte, die sie invers verlaufen lassen. Eine Art »Knotenpunktästhetik«.
Ansonsten könnte man diese Schrift in die Tonne werfen.
Habt ihr immer noch nichts neues hinzugelernt?
Ich glaub, Uwe Loesch hat euch längst wieder vergessen.
flo
Hey Bernie, welcome back!
Grafik Design kann auch eine Kulturleistung sein, und das zeigen vier5 mit ihren Arbeiten immer wieder. Hat mit Handwerk nichts zu tun. Schade eigentlich, dass es nicht mehr solcher AutorInnen gibt, in unserem Feld.
Bernie
Ja ich weiss Flo, ich habt mich sicherlich vermisst - ist ja nicht viel los hier :-)
Was Vier5 angeht: Es ist interessant gewesen – vor 5 Jahren – aber so lange die beiden nichts anderes tun als für Cac die Grafik zu kritzeln, kommt auch nichts neues.
Und Kulturleistung? Die einzige Leistung, die ich hier sehe, ist, dass Vier5 die Corporate Identity von Cac auf sich selbst zurückspiegelt. Insofern spiegelt sich der Spiegel in einem Spiegel.
Und deswegen können/machen/tun sie nichts anderes. Und so lange sie nicht den Gegenbeweis antreten, sind sie ziemlich abgesichert. Doch sie hätten es ja längst machen können – ergo über ihren grafischen Cac-Horizont hinaustreten. Da beide aber von Grafik-Design soviel Ahnung haben, wie eine Maus vom Eierlegen, müssen sie stattdessen ihre im Künstlermetier angeeignete Intelligenz in diese, zugegebenermaßen hervorragende, Selbstvermarktungsmasche stecken.
Aber dabei bleibt es nunmal. Wie vor 5 Jahren bzw. heute bzw. für die Zukunft.
Und den Schriftsatz kann man nicht verwenden, nicht, weil er jetzt schlecht sei – was er wirklich nicht ist – aber er kennzeichnet Vier5, und mit ihrer Hausschrift geh ich nicht arbeiten, denn ich will nicht, dass meine Arbeit nach denen aussieht.
LG. B.
hans schumacher
Das Motto von 'Vier5' »aims to prevent any visual empty phrases and to replace them
with individual, creative statements, which were developed especially for the used
medium and client« fand ich immer sehr überzeugend – was halt in deren Fall soweit geht anscheinend weitmöglichst nichts vorgefertigtes oder konventionalisiertes zu verwenden, vulgo Fonts.
Das nennt man Haltung und hat erst mal überhaupt nix mit den ästhetischen Ergebnissen zu tun; was heraussticht ist ja wohl erst mal das es anders aussieht als the rest, sprich mutiger, ungewöhnlicher etc. – Dazu gratuliert man erst mal und schliesst sich flo an, dass es nicht mehr solcher Leute gibt in unserem Feld …
Die dabei entstandenen Fonts jetzt zu 'vermarkten' finde ich nicht soo toll; Neville Brodys Schriften (also Insignia etc.) die er als custom-fonts entwickelt hatte zB für the face waren in der Hand anderer Leute auch nur noch halb so schön. Aber »Kunst kommt von Können« bleibt Quatsch; in dem Fall wäre der späte Picasso kein Künstler, der der blauen Periode dafür der grösste etc. – Jimi Hendrix war/ist auch nicht deshalb gut, weil er die schnellsten Läufe auf der Gitarre spielen konnte usw. und Uwe Loesch darf man vielleicht einen virtuosen Plakatgrafiker nennen, glücklicherweise ist er aber noch trotz seiner Virtuosität gut – sorry wegen der angestaubten Beispiele, beste Grüsse
PS: hmm, Bernie hat natürlich recht, der Zeitfaktor respektive timing spielt in Kunst oder Grafikdesign natürlich eine wichtige Rolle, war n bisschen spät dran ;-)
CHR15
-
flo
Ich finde die Frage interessant, ob jemand anderes mit dieser (starken Hand-)Schrift noch arbeiten kann, ohne dass es nach vier5 aussieht. Denke aber letztlich schon, wenn auch nicht einfach.
Den ästhetischen Horizont von vier5 halte ich übrigens für wesentlich weiter, als die vermeintliche Masche mit Kritzeln für CAC.
Aber sie haben ja stets (auch hier immer wieder) stark polarisiert. Das ist was.
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