Seit 1962 versorgt Ken Garland die britische Bewegung für Nukleare Abrüstung mit Visuals. Er ist leidenschaftlicher Unterstützer dieser Kampagne, ohne dass sie ihm je einen Penny eingebracht hätte. 1963 schrieb und veröffentlichte er das Manifest The First Things First »für nützliche und nachhaltige Kommunikationsformen« und forderte eine »Umkehrung der Prioritäten zu Gunsten sinnvollerer und dauerhafterer Kommunikiation«. Garland will eine »Gesellschaft, die der Gimmick-Händler, Status-Verkäufer und den heimlichen Überredungen überdrüssig ist«.

Nach seinem Designstudium an der Central School of Arts and Crafts in London – in den frühen 1950er Jahren – wirkte Ken Garland sechs Jahre lang als Art Editor der Zeitschrift Design und war Sprecher des Council of Industrial Design. 1962 machte er sich mit seinem eigenen Grafikatelier Ken Garland & Associates selbstständig. Er schrieb zahlreiche Artikel für Designmagazine in Großbritannien, den USA, Europa und Japan und hielt Vorlesungen an Universitäten in aller Welt. Garland liebt klare Worte – als Person und Publizist. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Ausstellungen und Büchern gezeigt.

Ken Garland eröffnete die TYPO Berlin 2013 mit seiner persönlichen, beinahe ganz von technik freien Ansicht zum Thema »Touch«: Was es im eigentlichen Sinne bedeutet zu berühren, aber vor allem was seines und unsere Herzen »berührt«. Er präsentierte den Zuschauern eine Reihe von Bildern – von Michelangelos Erschaffung Adams über einen Schimpansen, der ein Tigerbaby liebevoll im Arm wiegt bis hin zu einer kräftigen Hand, die das winzige Händchen eines ausgehungerten afrikanischen Kindes hält. Im zweiten Teil machte Garland den Zuschauern deutlich, dass man manchmal aber auch erst berühren muss, um Dinge zu erkennen und zu verstehen. Er gab ein paar Dinge zum Anfassen durch die mit Zuschauern gefüllte »TYPO Hall« und beendete seine Rede mit ein paar sehr persönlichen Worten an seine Frau, die er erst beim Tanzen durch die Berührung richtig kennengelernt hat: »Wanting more touch than ever – even after 60 years«.

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