TYPO Berlin, Tag 2, 15 Uhr: Carola Seybold (Pantone) / Farbe im Branding heute

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Brand Talks, das neue, schnelle Format der TYPO Berlin kommt gut an, das merkt man schon an der langen Schlange, die sich vor jedem Vortrag beim Eingang des Showrooms bildet. Carola Seybold erzählte in ihrem dreißigminütigen Vortrag von ihrer Arbeit für Pantone und klärte über das Zusammenspiel von Farbe und Branding auf. Sicherlich verraten wir nicht zu viel wenn wir vorweg nehmen, dass es sich hier um keine kleinen Entscheidungen handelt.

Mit dem Color of the Year Projekt hat Pantone in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf die Bedeutung von Farbe gelenkt, 2016 gab es ja sogar zwei Farben des Jahres. Laut Seybold stellen diese Farben keine »Trendforcasts« dar, sondern einen Eindruck des aktuellen Zeitgeists – eine Momentaufnahme. Wie wichtig und intim die Beziehung zwischen Mensch und Farbe ist, wurde im Vortrag schnell klar.

Seybold erklärte im Detail wie wir Frauen wahrnehmen und welche Schwierigkeiten individuelle Perzeption bringen kann. 
Schließlich ist der Großteil unserer Wahrnehmung emotional beeinflusst. An Beispielen wie Spotify und CocaCola zeigte sie wie sehr wir an den Farben unserer Lieblingsmarken hängen. Ihre Erzählungen waren lustig, aber man merkte schnell: Änderungen können bei Kunden sehr starke Emotionen erzeugen und sogar dazu führen, dass der User beim Blick auf die App denkt sein iPhone ist kaputt, wie im Fall von Spotify. Farbe bedeutet eben Persönlichkeit und Identität und die Veränderung eines gewohnten Logos oder App-Designs kann sich anfühlen als ob man einen guten Freund/eine gute Freundin kaum noch erkennt.

Als Gestalter nimmt man mit, dass eine Farbentscheidung gut überlegt sein sollte, denn schnelle Veränderungen können gehen an das Herz einer Marke und könnten disaströse Auswirkungen haben. Für die Farbauswahl auf unterschiedlichsten Medien entwickelt Pantone stetig neue Tools und Hilfen. Auch das der Farbfächer ab und zu mal erneuert werden muss, darf neben der aktuellsten Software nicht vergessen werden, denn wer will schon angestaubte Pigmente in seinem hochmodernen Gestaltungskonzept? Diese Tipps hört man vielleicht nicht zum ersten Mal, aber Seybold hat es erfolgreich geschafft ihr Publikum erneut für das schöne, aber auch komplizierte Zusammenspiel von Farbe und Markenwahrnehmung zu sensibilisieren. 

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