TYPO Berlin, Tag 3, 11 Uhr: Rich Roat (House Industries) / Der Prozess als Inspiration

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Rich Roat lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Delaware und ist Miteigentümer und Mitbegründer von House Industries. House Industries sind bekannt für ihre Schriften und eines der führenden Unternehmen im amerikanischen Kosmos des Grafikdesigns. Die Namen ihrer Kunden können sich sehen lassen:  Jimmy Kimmel, Hermès, The New Yorker, John Mayer, Muji, Charles und Ray Eames, sowie Heath Ceramics. Im Sommer werden ihre Arbeiten in einer großen Ausstellung mit dem Titel »A Type Of Learning« im Henry Ford Museum zu sehen sein.

Er eröffnet seinen Vortrag mit einem »Look and Feel« Video über das neue Buch von House Industries. Er bedankt sich kurz dafür, dass wir ihn überhaupt in Deutschland empfangen, nachdem was alles aktuell in Amerika los ist. 


Anschließend wird kurz erklärt, dass der Name »House Industries« von einem Clip Art Sheet kam, in dem ein Haus neben einer Fabrik zu sehen war und so schnell war der Name geboren.

Rich Roat möchte in seinem heutigen Vortrag darüber sprechen, was uns inspiriert. Es ist eine Frage, die auf den ersten Blick dumm und offensichtlich scheint, vor allem wenn man die Arbeiten des jeweiligen Designers kennt. Aber Rich meint, je mehr er darüber nachgedacht hat, desto schwerer fand er es, sie zu beantworten. Er spricht darüber, wie das futuristische Design eines Spielzeugautos einen bei der Arbeit als Designer unterstützen und beeinflussen kann. Denn sobald man seine Hobbys mit zur Arbeit bringt, wählt man sich gewissermaßen seine Arbeitsweise und sein Arbeitsumfeld aus. Aber man braucht die richtigen Tools und Techniken und vor allem auch die richtigen Partner um gut arbeiten zu können.

Er stellt uns seine Mitarbeiter auf eine sehr persönliche Weise vor und erklärt, wie jeder unterschiedliche Fähigkeiten in sein Team bringt und warum jeder einzelne für die Arbeit wichtig ist und wie sich die Fähigkeit in der Gruppenarbeit vermischen und zu etwas Größeren zusammen wachsen. Er unterstreicht, dass keine der Arbeiten, die er zeigt von ihm oder einem einzelnen im Studio sind, es geht immer um Zusammenarbeit. Rich Roat erklärt uns, dass Geld natürlich die Möglichkeiten der Umsetzungen erhöht und vieles leichter macht, aber er sagt, dass manchmal durch kleine Budgets und Einschränkungen viel interessantere Arbeiten entstehen können.

Er sagt, dass er der Meinung ist, dass es für die Arbeit immer wichtig ist, dass man nicht an einen Punkt kommt, an dem man sich nicht die Hände schmutzig machen will. Es ist immer wichtig, bis zum Ende des Projektes alles zu geben. Und wieder zeigt er uns die Porträts seiner Mitarbeiter und sagt, dass sie diejenigen sind, die dazu bereit sind.

Während er die einzelnen Punkte in rasanter Geschwindigkeit durchspricht geht er im gleichen sportlichen Tempo durch ihre Projekte und überschwemmt das Publikum mit unzähligen Eindrücken und Fallbeispielen von Illustrationen und Cover, Schriften, Einrichtungsgegenständen, Objekten und Produkten und sagt, dass es manchmal gut ist Chaos in einem gewissen Grad zuzulassen und zu schauen wo es einen hinführt.

Ein sehr persönlicher, ehrlicher, unterhaltsamer und kurzweiliger Vortrag, der erklärt, dass Inspiration überall herkommen kann, von persönlichen Interessen und Hobbies, von beschränkten Möglichkeiten, und vor allem von der Zusammenarbeit von unterschiedlichen Menschen. Und dass es kein Geheimrezept für Inspiration gibt – man muss sie einfach zulassen. Wie Rich Roat sagt: »Let the Chaos happen and see where it leads.«

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