Resonanz ist, was wir brauchen. Unter diesem Leitspruch fand vom 10. bis 12. November 2017 die vierte Runde der Tÿpo St. Gallen statt. Aber was ist Resonanz eigentlich? Die drei Tage voller Begegnungen und Inspiration, die wir in St. Gallen erlebt haben, beschreiben es vielleicht sogar am besten. Von interessanten Sprechern und Vorträgen bis zum tollen Rahmenprogramm – wir sind definitiv in Schwingungen gekommen. Hier ein paar Eindrücke.  

Resonanz war an diesem Wochenende nicht nur die Reaktion auf etwas Bestehendes gemeint, sondern auch das gemeinsame Schaffen und wie man das in die Welt hinaus trägt. Man erzählte von der Zusammenarbeit mit Kunden und Freunden, der Wertschätzung der eigenen Arbeit und auch dem Umgang mit bestehendem Design. 

Neben der tollen Moderation von Clemens Theobert Schedler trugen auch die kreativen Vorträge der Sprecher dazu bei, dass das Wochenende sehr kurzweilig und abwechslungsreich war. Gleich zu Anfang brachte Victoria Sarapina mit ihrem Vortrag »Wodka-Typo. Ein ›hoch­prozentiger‹ Vortrag über Design, Geschichte und die Mutter­nation aller Kartoffel­schnäpse« den Saal zum Lachen und erinnerte dabei daran, wie wichtig es ist, dass nicht lateinische Schriften mit Sorgfalt genutzt und gestaltet werden, gerade wenn man selbst kein Muttersprachler ist. 

Es war toll diese Aspekte von so vielen Seiten beleuchtet zu sehen. Die Illustratorin Silja Götz und die Wiener Designerin Cordula Allessandri gaben tolle Impulse, die eher künstlerisch und illustrativ waren, aber dennoch gut zum Thema passten. Der Vortrag von Texterin Sonja Knecht zeigte wiederum die kommunikative, inhaltliche Seite der Typografie. Was wir auf einer Typografie-Konferenz am wenigsten erwartet haben, waren Beiträge von Schauspielern und Musikern, doch tatsächlich waren es diese ausgefallenen Momente, wie der Vortrag von Wortjongleur Matthias Flückiger, die die Tÿpo St. Gallen zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. 

Bei dem Vortrag von Remo Caminada stand am Ende sogar das ganze Publikum auf und sangen miteinander. Auch Jost Hochuli, der sein Buch Das Alphabet der guten Nachbarschaft vorstellte, griff das Thema Resonanz auf überraschende Art und Weise auf, durch seine Kooperation mit der POTENTIALe 2017.

Obwohl wir am liebsten alle Vorträge einzeln vorstellen würden, bleibt uns besonders der Vortrag von Buchgestalter Gestalter David Pearson in Erinnerung, dessen Arbeiten uns sehr bewegt haben und einen Einblick in die Entstehung seiner bekannten Penguin-Reihen ermöglichten. Ein wahrer Luxus! 

Auch zum Abschluss hatten die Veranstalter an alles gedacht. Am Sonntag konnten wir noch die wunderschöne St. Gallener Stiftsbibliothek besichtigen, ein einmaliges Erlebnis, das in der Hauptpost noch mit einer Buchstabensuppe typografisch gekrönt wurde. Wenn schon Typografie-Konferenz, dann eben richtig. 

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