28. Jan 2007 1080

Umgang mit Design-büchern

Diskussion

buecherregal.jpg

In Slanted stellen wir immer wieder Design-Bücher / Magazine etc vor. In der Kritik steht, dass wir zuviel davon präsentieren. Eine Reihe von Fragen drängt sich auf:

1. Nutzen
- Brauchen wir Design-Bücher?
- Inspirieren uns diese Bücher? Helfen uns diese, unsere Arbeit besser zu gestalten?
- Haben wir die Zeit, diese zu lesen und zu betrachten?
2. Selbstdarstellung
- Was nüzt uns die Einreichnung von Arbeiten in Design-Büchern, wenn diese in erster Linie von anderen Designern gelesen/gesehen werden?
- Selbstdarstellungen von Designern/Agenturen sind immer öfter mehr Buch als Broschüre. Funktioniert das? Wie werden diese vertrieben? Mit welchem Erfolg?
3. Vergänglichkeit
- Führt die Flut der Bücher nicht zur Entwertung dieser wie es bei Magazinen der Fall ist? Sind Bücher Wegwerf-Artikel geworden und nur der Preis/Geiz hintert uns daran, dies zu tun um unseren Konsumhunger zu stillen?
- Welche Bedeutung haben Design-Bücher, die älter als 5 Jahre sind?

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28. Januar 2007 - 11:34 – lars | Kommentare (8)

Kommentare

Re: Umgang mit Design-büchern

Na, das sind ja tausend Fragen auf einmal. Soviel Zeit habe ich gar nicht, die jetzt fundiert zu beantworten. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus gibt es da auch völlig unterschiedliche Antworten. Es gab eine Zeit, da habe ich Design Bücher gehasst und war so überflutet, dass ich mir einfach jahrelang keine mehr angesehen habe. Danach kam eine neue Phase der Annäherung, die auch mit genauerem Sehen und Denken verbunden war.

Seitdem liebe ich es wieder, mir Design Bücher anzusehen. Ich stelle immer wieder fest, dass man einfach genauer hinschauen muss und nicht nur oberflächlich blättern. Das macht einen auf Dauer dann müde und abgestumpft. Und wenn wir genauer hinsehen und uns auf Bild und Text einlassen, heißt das, der Konsum wird geringer, da die Zeit sich mit Büchern zu beschäftigen ja doch stark eingeschränkt ist. Und ich dann auch gerne noch was anderes lesen möchte und nicht nur Design Bücher.

Aber man kann den Begriff "Design Bücher" ja auch gar nicht verallgemeinernd über einen Kamm scheren. Da gibt es einfach ganz gute und einen großen Haufen Schrott. Die reinen Bilderbücher sind nicht so mein Fall.

Mit Selbstdarstellungen von Agenturen oder Designern konnte ich auch noch nie richtig etwas angefangen. Damit sind jetzt aber keine Monografien gemeint, sondern die Selbstbeweihräucherungsnummern. Jetzt muss ich noch ein bischen arbeiten und dann werde ich die Stankowski Ausstellung in Bottrop gucken gehen.

28. Januar 2007 - 14:09 – nora

Re: Umgang mit Design-büchern

1.
-Ja, ich finde wir brauchen diese Bücher, aber sicherlich nicht so viele.
-Ich finde es für die eigene Arbeit wichtig zu wissen, was es schon gab um zwischen Inspiration und bloßer Kopie zu unterscheiden.
-Sicherlich nicht...dafür gibt es zuviele.
2.
-Kritik von Leuten die wissen was sie tun?!
-Der Personenkult bei Designbüchern funktioniert anscheinend ganz gut, die Frage ist nur ob man dies auch unterstützen sollte. Hängt vielleicht auch von der Bedeutung des Designers/ der Agentur ab.
3.
-Ja, die Frage bleibt nur ob sich am Schluss nicht doch die Qualität durchsetzen wird.
-Ich finde auch alte Designbücher wichtig, weil gutes Design auch immer ein bisschen zeitlos sein sollte. Ausserdem sind alte Designbücher auch meist VIEL BILLIGER ;)

29. Januar 2007 - 4:37 – Shimun

Re: Umgang mit Design-büchern

Auch wir haben einige Bücher im Regal stehen..aber eher wenige von diesen Bilderbüchern wie "cost to cost" oder "north by north" (die meiner meinung nach zu den besseren gehören), sondern eher was für die rübe..."branding interface" oder was ditdaktisch wertvolles wie "surprise me"...

ich nenne absichtlich beispiele, weil ich wie nora der meinung bin, daß man das wort "designbücher" konkretisieren müßte, obwohl ich ja doch weiß, was boris meint....

wir haben vor weihnachten unser regal ausgemistet, generell werfen wir keine bücher weg...in den müll kamen eher zeitschriften...

aber:
ich kann nur jedem empfehlen, sein regal mal öfters aufzuräumen und nach themen zu sortieren..dann hat man den überblick, kauft nix unnötig neues und weiß jedes einzelne buch wieder zu schätzen...

generell neige ich wieder dazu, mir eher designfremdes wie alte biologiebücher, fussball-wm-bücher, die insel-bücher, alte kochbücher, diagramme aus den 8o ern anzuschauen, um mich direkt inspirieren zu lassen, statt schonmal vor kurzem durchgekautes aufzugreifen...

29. Januar 2007 - 11:31 – kai

Re: Umgang mit Design-büchern

Da schließe ich mich meinen Vorrednern mal an, man muss schon sehr unterscheiden. Neben den sog. "Bildbänden", wovon es meiner Meinung nach wenige wirklich gute gibt, so gibt es ja auch Fachbücher zu Design und Typografie.

Ich denke aber auch, dass das alleinige Vorstellen ohne kritische Auseinadnersetzung mit den Inhalten oder dem gezeigten wenig Nutzwert für die Leser hat.

Wenn das Buch dann von mehreren breits gelesen wurde, kann es auch zu einer Diskussion darüber kommen.

29. Januar 2007 - 12:57 – TYPOSITION.

Re: Umgang mit Design-büchern

finde in meinem regal auch die zwei kategorien: bildbände/selbstdarstellungen (zb weidemann – wo der buchstabe das wort führt) und fachbücher (zb bosshard – technische bzw. mathematische grundlagen zur satzherstellung)
will jemand vielleicht den weidemann haben: enthält u.a. abdrucke eines zeitgemässen satzbildes für die krönungsordnung der königin elisabeth – beim bosshard gibts ein paar prima abschnitte über schweizer drucksachennormung und postvorschriften, auch sehr interessant.

trotzdem stärkt einem in zeiten niedriger arbeitsmoral eine schöne bücherwand doch immer irgendwie den rücken – bücher wegschmeissen ist doch amoralisch, höchstens
vorm umzug. lesen meistens abschnittsweise/sporadisch

wenn neue bücher vorgestellt werden, wär es sicher interessanter, wenn die jemand gelesen hat und mit überzeugung verreisst oder vertritt/weiterempfiehlt. das wär für mich auch am ehesten motivation, mal wieder eins zu kaufen: durchschnitllich fünfzig euro pro buch sind immerhin eine tankfüllung für den familien-kangoo, fünf windelpakete oder zwei einkäufe beim öko. eine diskussion könnte dann auch anhand von ein paar lesbaren beispielseiten entstehen.

29. Januar 2007 - 17:12 – hans schumacher

Re: Umgang mit Design-büchern

siehe auch die otl aicher diskussion: so könnte das aussehen.

29. Januar 2007 - 17:27 – hans schumacher

Re: Umgang mit Design-büchern

> wenn neue bücher vorgestellt werden, wär es sicher interessanter, wenn die jemand gelesen hat und mit überzeugung verreisst oder vertritt/weiterempfiehlt.

ich denke, das ist genau der punkt, wo wir ansetzen müssen. die flut an publikationen will gelesen werden und dann sollte das noch einer tun, der zumindest etwas ahnung von der jeweiligen materie hat. wenn das geschehen ist, folgt die rezension. eine kritische auseinandersetzung die in einem verriss, einem 'geht so' oder einer empfehlung mündet. ich bin dafür, auch weil es gegenwärtig unheimlich viele zeitschriften gibt, die sehr abhängig von den verlagen sind. das 'geschäft mit der kritik' ist eine zweischneidige sache und erfordert schon deshalb viel fachkenntnis, wenn man was mit substanz abliefern möchte.
(bei meinem magazin hatten wir mal einen thaterkritiker, der kein blatt vor den mund nahm. das rief einen anzeigenkunden auf den plan, der mit der einstellung seiner anzeigenschaltung drohte. natürlich haben wir uns geschlossen hinter den kritiker gestellt und dem „erpresser“ paroli geboten. andererseits kam das magazin auch nicht umhin, den redakteur zur mässigung aufzufordern. da er von seinen fähigkeiten als kritiker offenbar überzeugt ist, hat er dann seinen hut genommen.)

ich würde hier gerne mal richtig gute kritiken lesen … etwas, das ich mir selbst garnicht ohne weiteres zutraue, denn ich habe zuviel respekt vor den arbeiten anderer und müsste sehr viel recherchieren, was unter umständen enorm zeit kostet. darum verlege ich mich auch gerne mal ganz unverhüllt auf die subjektive schiene … das ist manchmal sogar genauso gut, weil es schlicht 'gefühlte wahrheit' ist und jeder für sich entscheiden muss, ob er das auch so sieht.

30. Januar 2007 - 17:32 – Thomas

Re: Umgang mit Design-büchern

>- Welche Bedeutung haben Design-Bücher, die älter als 5 Jahre sind?

es ist wie mit der raupe nimmer satt. bücher, die eine offenbahrung waren, die ich immer wieder durchblättert und gelesen habe, werde ich immer wieder lesen und lieben. das ist z.B. das erste buch von neville brody

02FB5BE8.jpg

das war mein erster rausch. die cover der acid-jazz szene, der kauf des buches 1988 bei habitat in london, die londoner wg mit enrique badulescu...all das hat dazu geführt, dass ich dieses buch heute ncoh liebe...

monographien interessieren mich eher als "best of". für die verlage zählen 2 kriterien: stars/selling names für monographien, und best of geht immer. dem prinzip verfallen auch ausstellungsmacher und kuratoren: thematische ausstellungen überziehen das land.

31. Januar 2007 - 15:04 – lars

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