Do you need a title? Oder ist mit der Angabe des Absenders bereits alles gesagt?
Die Jungs von Vier5 präsentieren in Ihrem gleichnamigen Buch eine Auswahl Ihrer Arbeiten, von Foto-Serien über Erscheinungsbilder und Postern wie beispielsweise für den "Frankfurter Kustverein" oder das "CAC de Brétigny" bis zum bereits viel diskutierten Leitsystem für die"Documenta 12".
Das zweisprachige Werk (englisch & französisch), erschienen beim Gestalten Verlag, ist vollständig in schwarz/weiß gehalten und wirkt durchgängig sehr plakativ. Typisch sind die projektbezogenen, individuell erstellten Schriften, mal handgezeichnet, mal systematisch angelegt, deren Benennung jedoch bezeichnend erscheinen mag: "1Try", "Einfach". Sind sie das?
Seiten: 88
Preis: € 18,00
ISBN: 978-3-89955-245-4

















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in Interview, Bücher, Studienprojekte, Hochschule, Webseiten 4 Kommentare
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Gast
Wunder, wunderschön! Es lebe der Digitaldruck!
Gast
Solche Publikationen braucht die Welt. Schade ums Papier, aber eine x-te lieblos zusammengestellte Werkschau haut mich für 18 öcken bei 88 seiten nicht vom hocker.
lars
vor 2 jahren wurden die arbeiten von vier5 auf diesem blog so zerrissen, dass der beitrag vom blog genommen werden musste. damals gin g es fairy tale. waren die jungs ihrer zeit voraus und hat man sich inzwischen an diesen stil gewöhnt? inzwischen gibt es zumindest einige plagiate und kopien...
Gast
hey lars, ich hab den post über vier5 damals nicht mitbekommen. kann man den noch irgendwo nachlesen? würde mich interessieren.
Gast
Vier5 ist ein Phänomen. Immer dachte ich: Warum reden die Leute darüber? Warum ändert sich deren Stil nie? Warum sieht seit 5 Jahren alles gleich aus? Warum keine Änderung?
Es ist Kunst in Typografie gegossen, eine implizite Form von Branding. Man kann es auch nicht kopieren, man kann nichts, aber auch gar nichts abkupfern. Dieser Stil ist so einzigartig, dass man ihn wahrlich trademarken könnte. Denn die Schriften, die benutzt werden, spiegeln eine unverwechselbare Haltung wieder. So wie ein Künstler ein Bild mit seiner Unterschrift signiert, schreiben die beiden Ihre Texte in ihrer Handschrift. Das ist der Grund, warum sie so prägnat sind. Und deswegen stimmt es auch: Sie brauchen keinen Titel mehr.
In der Typografie ist es so, dass bestimmte Schriften – nehmen wir mal die Frutiger – so klar identifizierbar sind, dass man sofort auf den Entwerfer kommt. Vier5 jedoch macht eine Schrift (bzw. mehrere) hinter der sich nicht einfach ein Schriftgestalter sondern eine künstlerische Grundhaltung offenbart. Adrian Frutiger ist insofern nur ein Dienstleister, einer, der seine Schriften für mannigfaltige Druckwerke bereitstellt. Sein eigener Charakter, seine Person, nimmt er jedoch zurück. Doch bei Vier5 wird eindeutig klar, wer hier spricht: Vier5 und sonst keiner. Ihre Schriften sind nur für ihren eigenen Gebrauch bestimmt.
Sie sind ihrer Zeit nicht unbedingt vorraus. Aber sie haben ihrer Ausage mit dem Sprachmittel Typografie derat stark auf ihre Bedürfnisse hin fokussiert, sodass sie eindeutig auf sich selbst zurücklenken können. Ihre Stilmittel mögen obskur sein, unästhetisch, vielleicht sogar hässlich, aber sie zeigen nur einen einzigen Absender.
Imgrunde ist dieses Vorgehen eines Kurt Weidemann würdig, denn seine Corporate ASE Familie spricht ebenso auschliesslich für Mercedes Benz und niemand anderen. Nur dass die ASE stilistisch gesehen natürlich unvergleichlich ist.
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