Zur Vorstellung des Terrors / RAF - Ausstellung

in

KW Institute for Contemporary Art, 29.1.-16.5.2005
Die Frage lautet: sind die Medien wirklich an Kunst interessiert oder nur an den drei Buchstaben? Bevor die Ausstellung überhaupt los ging wurden bereits Rezensionen geschrieben!

Die RAF-Ausstellung "Zur Vorstellung des Terrors" kontrastiert das Bild, wie es in der Öffentlichkeit/Gegenöffentlichkeit durch die Medien seinerzeit aufgebaut wurde, mit künstlerischen Positionen aus unterschiedlichen Generationen. Bekannte Bilder u.a. von Gerhard Richter und Joseph Beuys werden ergänzt durch Arbeiten von Franz Ackermann über Thomas Struth bis Dara Birnbaum. Beeidruckend muss die Arbeit "Die Toten" von Feldamnn sein, ein Installation mit 90 Bildern von Tätern und Opfern.

Im Sinne der Kuratoren soll die Ausstellung zeigen, dass es gerade die künstlerischen Arbeiten sind, die über ihr ganz eigenes Verhältnis zu Geschichte und Gegenwart entscheidende Beiträge dazu leisten, dass das abstrakte "Realitätszeichen RAF", wie Klaus Theweleit es bezeichnet, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird.
Nach dem Verlassen der RAF Ausstellung in den Kunstwerken beschleicht einen das Gefühl, dass die Vorgeschichte dieser Ausstellung ihr in jeglicher Hinsicht förderlich war, auch und gerade in puncto, wie erzielt man eine größtmögliche Aufmerksamkeit.
Nicht mehr nachvollziehbar erscheint hier sowohl das Verweigern der Fördergelder durch den Staat als auch die Notwendigkeit der, durch die Initiatoren, selbstgewählten unabhängigen Finanzierungslösung.

Gab es nicht auch einen Font der aufgrund des obigen Schleyer-Fotos entwickelt wurde?

buback4401.jpg
Karlsruhe verbindet übrigens der Terrorismus mit der Ermordung des Generalbundesanwaltes Buback. (Abbildung: Der Tatort in Karlsruhe mit den zugedeckten Leichen von Siegfried Buback (vorn links) und des Fahrers Wolfgang Goebel sowie der Dienstwagen des Generalbundesanwaltes, in dem beide erschossen wurden.)

An der Ausstellung beteiligte Künstler: Franz Ackermann, Dennis Adams , Bettina Allamoda, Eleanor Antin, Thomas Bayrle, Sue de Beer, Ulrich Bernhardt, Joseph Beuys, Dara Birnbaum, Klaus vom Bruch, Erin Cosgrove , Lutz Dammbeck, Christoph Draeger, Felix Droese, Heinz Emigholz, Hans-Peter Feldmann, Peter Friedl, Johan Grimonprez, Rudolf Herz, Jörg Immendorff, Johannes Kahrs, Scott King, Scott King/Matt Worley, Martin Kippenberger, Rainer Kirberg, Astrid Klein, Andree Korpys/Markus Löffler, Bruce LaBruce, Claude Lévêque, Theo Ligthart, Jonathan Meese, Michaela Meise, Michaela Melián, Klaus Mettig, Olaf Metzel, Rob Moonen/Olaf Arndt, Hans Niehus, Marcel Odenbach, Sigmar Polke, Yvonne Rainer, Gerhard Richter, Thomas Ruff, Thomas Schütte, Katharina Sieverding, K.R.H. Sonderborg, Klaus Staeck, Stih & Schnock, Frank Thiel, Wolf Vostell, Peter Weibel, Willem (Bernhard Holtrop), Johannes Wohnseifer

CHR15

witzigerweise habe ich zieimlich genau vor einem jahr 3 wochen in den KW gearbeitet. zu dieser zeit liefen bereits die vorbereitungen für die RAF-ausstellung. analog dazu erhitzen sich die ersten gemüter und der damalige chef klaus biesenbach musste einiges über sich ergehen lassen. schon damals hatte ich das gefühl, dass das meiste pulver der kritiker bereits zu einem zeitpunkt verschossen wurde, an dem noch nicht fest stand, welche struktur die ausstellung haben würde.

eine auseinandersetzung mit sogenannten dunklen kapitel der eigenen geschichte bleibt ein problem. egal ob es hitlers letzte tage im bunker sind oder (ebenfalls selbst ge- und erzogene) anti-imperialistische zellen wie die RAF.

mich würde interessieren, inwieweit die KW die frage nach der instrumentalisierung der RAF durch die bundesregierung zugelassen bzw. aufgegriffen haben.

tip: zum fall des alfred herrhausen gibt es eine wirklich lohnenswerten doku namens 'black box brd'. diese zeigt u.a. auf wie verzweifelt und fast kontraproduktiv die RAF zu dieser zeit des attentates operiert hat.

http://www.black-box-brd.de/inhalt.html

LArs Harmsen

Der Font heisst Mogadischu und wurde von Cornel Windlin entworfen, geboren und aufgewachsen in der Schweiz, besuchte die Schule für Gestaltung in Luzern, arbeitete in den Neville-Brody-Studios und bei der Zeitschrift The Face. Seit 1993 hat er sein eigenes Studio in Zürich. Neben Moonbase Alpha entwarf er die FontFont-Schrift FF Magdaô, mit Stephan Müller die Schriften FF Screen Matrixô und FF Dot Matrixô und für FUSE F Mogadischu und F Robotnik.

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