ZWIEBELFISCH – Magazin für Gestaltung / Einblicke in die Ausgabe 6 »Nachspiel«, 2007

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Der ZWIEBELFISCH ist das Magazin für Gestaltung der Freien Hochschule für Grafik-Design & Bildende Kunst e.V. in Freiburg. Verantwortlich für Redaktion, Layout und Vertrieb des Magazins sind Studentinnen und Studenten im Projektseminar Editorial Design. Erklärtes Ziel des Seminars ist es, einmal im Jahr ein »state-of-the-art«-Magazin zu veröffentlichen, welches auch außerhalb der Hochschule wahrgenommen wird. Als Non-Profit-Projekt finanziert sich der ZWIEBELFISCH durch Studentenpartys, Ausstellungen und Events.
Die Ausgabe 6 »Nachspiel« ist mit einem Bund von 11 Millimeter der bisher dickste Fisch der Serie. Inspiriert wurde der neue ZWIEBELFISCH durch Lesungen zur Fußball-WM im Leipziger Kellercafé Ilses Erika.
www.zwiebelfisch-magazin.de
Editorial
Wer spielt gestaltet …
»Glaubt man den Experten, dann ist das Fußballspiel nicht die Fortsetzung des Lebens, sondern das Leben ist die Fortsetzung des Fußballspiels: dann ist das, was im Spiel passiert, also nicht so im Leben auch, sondern: Das, was im Leben passiert, ist so wie am Samstag beim Spiel.«
Dann ist, nimmt man den Literaten Ror Wolf ernst, nicht immer Leben, sondern immer Fußball. Dann heißt es lebenslänglich blau-weiß oder gelb-schwarz, heißt es am Samstag Sportschau trotz der Hochzeit meines besten Freundes, und der Sohn, der heißt Miroslav.
Da ist es kein Wunder, welch weitreichende Konsequenzen die Intervention von Paul McCartneys Hund auf ein internationales Amateur-Fußballspiel 1967 im Regent’s Park hatte. Obwohl der Endstand der Begegnung English Dog gegen German Kickers umstritten ist, geht die Geschichtsforschung des Schriftstellers Friedrich Christian Delius davon aus, dass just dieser Ballwechsel den Beatle veranlasste, eine Hitler-Pappfigur vom Cover der legendären LP Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band wieder zu entfernen.
Dazu liefert der Historiker Jörg Später den globalen Hintergrund, wenn er analysiert: Fußball ist immer alles und sein Gegenteil, Religion und weltlicher Spaß, Opium und Emanzipation, Kapitalismus und Demokratie, Kunst und Kommerz, Monopoly und Aufstiegschance für Außenseiter, homoerotischer Männerbund und erfolgreiche Frauenteilnahme, und vor allem die Hoffnung darauf, dass das Unerwartete eintrifft.
Damit ist Verlieren wie Gewinnen, nur eben anders herum, und leidlich gute Ballartisten wie der Kabarettist Jess Jochimsen werden trotz einer 8:0-Niederlage zu Helden, weil sie sich ohne Ball und Plan in den Angriff stürzen, um die Frau zu gewinnen, die sie lieben.
Doch manchmal schlägt die Parallelwelt Leben zurück. Davon können zumindest die Trainer ein einsames Lied singen. Dann nämlich, wenn sie erfolgreich ihre Mannschaft coachen, in der Torwand einer beliebten TV-Sendung fünf Schüsse versenken und dennoch ihren Job loswerden, wie Nachwuchsautorin Jutta Reichelt zu berichten weiß.
Der Tod mag das Leben beenden, ein Schlusspfiff aber kein Fußballspiel, befand auch Sportexperte Manfred Poser und widerlegte selbst seine anfängliche These, »Der Tod spielt in einer anderen Liga, nach dem Schlusspfiff ist es vorbei«. Er hatte eine der wichtigsten Regeln übersehen, dass nämlich nach dem Spiel vor dem Spiel ist, und es gibt immer ein Danach, ein Davor, ein Danach, ein Davor …
Deshalb kann sich die ZWIEBELFISCH-Redaktion ohne großes Tribbeln und Zaudern Erziehungsberater Axel Hacke anschließen, der gerne das Beste aus seinem Leben erzählt und dabei nicht selten das Beste vom Fußball meint. Axel Hacke nämlich fordert, dass jeder Deutsche einen Fußball bei sich haben soll, auf dem Weg ins Büro, in der Trambahn, beim Spaziergang, auf dem Spielplatz, beim Elternabend, immerzu, überall.
Und Schuss!
Wolfgang Blüggel
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Einblicke in das Nachspiel:
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Jetzt bestellen unter:
www.koppmedien.de oder bei
www.bruil.info/zwiebelfisch6
10 Euro je Ausgabe, auch im Buchhandel erhältlich …
ISBN 978-3-928013-39-0
P.S.
Gedruckt wurde der dicke ZWIEBELFISCH in einem frequenzmodellierten Raster für Bilderdruck – die Litho hatte es besonders gut gemeint. Allerdings hat der Papiersponsor im letzten Moment ein schönes Werkdruckpapier geliefert. Deshalb sehen unsere Fotos leider nicht ganz so brilliant aus ... Aber auch das ist eine Erfahrung, welche man billiger in der Hochschule macht.
Ohne Raster: Zwei Original-Handabzüge im Bleisatz.
Bonus: Der neue ZWIEBELFISCH ist fadengebunden und damit fast unzerstörbar!
www.zwiebelfisch-magazin.de

Thomas

Habe inzwischen auch das neue ZWIEBELFISCH – Magazin erhalten und will es mir natürlich nicht nehmen lassen auf die Anwendung der Copy als Satz- und Headlineschrift einzugehen.

Erstmal mein Kompliment für das gelungene Mag! Ist sehr einladend und interessant geworden. Das Layout spielt auf spannende Weise mit Text, Bild und Illustration, ohne dabei chaotisch zu wirken. Was mich in Bezug auf die Copy sehr gefreut hat, ist ihre Anwendung, die spielerisch mit den abgewandelten Schnitten Copy Cut und Copy SemiGrotesk in den Headlines arbeitet. Ich habe das Gefühl, die Schriftfamilie wurde von den Gestaltern verstanden … was sicher zu einem Teil auch damit zusammen hängt, das diese sich im Vorfeld näher mit der Entstehung der Copy befasst hatten.

Noch was anderes fällt mir typografisch sehr positiv auf: Die Copy wurde nicht durchgehend als Brotschrift verwendet, sondern im Wechsel mit einer Antiqua (eine Garamond). Es bestätigt sich gewissermaßen, das Groteskschriften mit Antiquas funktionieren, weil sie sich ästhetisch gut von ihnen trennen. Auch die Robustheit der CopyBold scheint hier einen guten Akzent zu setzen … ich glaube ihr seid bei Zwiebelfisch mit der Copy ganz glücklich! :-)

lars

thomas, was mir, da ich auch sehr oft mit der copy arbeite, immer wieder aufällt: ein extra-bold schnitt würde sich sehr gut tun in dieser schriftenfamilie...die ich wirklich liebe. hoffe, du findest mal die zeit dazu...see you

Thomas

> hoffe, du findest mal die zeit dazu ...

lars, das ist ein frommer wunsch … ich hatte schon lange keine zeit für schriftdesign mehr … mein söhnchen hält uns mit seinen drei monaten immer noch ein bis zwei mal pro nacht wach und meine zwei jobs tun ihr übriges. es gibt z.zt. tage und nächte, an denen bin ich einfach froh wenn sie vorbei sind. ;-)

habe mir auch schon gedanken über die erweiterung der copy gemacht … allerdings weniger in richtung 'extrabold'. warum eigentlich extrabold? das scheint mir was für display-anwendungen zu sein … however … schönes wochenende!

hans schumacher

was?! söhnchen, drei monate – na herzlichen glückwunsch, nachträglich, Thomas, und alles gute! slanted #4 ist sehr, sehr gut geworden, danke, danke, danke! hold on!

Thomas

danke hans, und bezüglich slanted gebe ich das gerne an alle beitragenden und an diejenigen weiter, die ausgabe #4 pünktlich zum drucktermin fertiggestellt haben. schön wenn es gefällt!

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