Die Gewinner des Wettbewerbs stehen schon seit ein paar Wochen fest – zehn davon stellen wir hier im folgenden vor. Alle Hundert kann man in einer Ausstellung, voraussichtlich vom 23.06. bis zum 17.07.2011, in Berlin sehen.
Ausstellungen wird es auch in Essen (August), Nürnberg (September), Dornbirn (Oktober), Luzern (November) und Wien (Ende 2011/Anfang 2012) geben – Änderungen vorbehalten. Genauere Infos bald hier. Außerdem gibt es die Auflistung aller Preisträger online.

“The Alphabeth of Rock”
Kategorie: B – Plakate als Eigenwerbung, Eigenauftrag, Format: A1 (Hochformat), Siebdruck
Gestalter: EINSDREIUNDSIEBZIG, Tobias Trost, D Berlin, www.einsdreiundsiebzig.de

“The Haiti Poster Project”
Kategorie: A – Plakate als Werbemittel, Auftraggeber: The Haiti Poster Project, Druckerei: Buch- und Offsetdruckerei H. Heenemann GmbH & Co. KG (Berlin), Format: 60 x 45 cm (Hochformat), Digitaldruck
Gestalter: Pentagram Design, Justus Oehler, D Berlin, www.pentagram.com

“The First Intellectual”
Kategorie: A – Plakate als Werbemittel, Auftraggeber: Yang Fudong, Druckerei: Druckhaus Meister Schnell (Berlin), Format: A0 (Hochformat), Siebdruck
Gestalter: hesign, Jianping He, D Berlin, www.hesign.com

»32. Solothurner Literaturtage 2010«
Kategorie: A – Plakate als Werbemittel, Auftraggeber: Solothurner Literaturtage, Druckerei: Serigraphie Uldry AG (Hinterkappelen/Bern), Format: F4 (Hochformat), Siebdruck
Gestalter: typografie & gestaltung | reto wahlen, CH Solothurn, www.retowahlen.ch

»Zuger Chriesiwurst«
Kategorie: A – Plakate als Werbemittel, Auftraggeber: Metzgerei Rinderli (Zug), Druckerei: Bösch Siebdruck AG (Stans), Format: F4 (Hochformat), Siebdruck
Gestalter: DNS-Transport, Ueli Kleeb, Caroline Lötscher, CH Zug, www.dns-transport.ch

«Portrait de l'Artiste en Motocycliste»
Kategorie: A – Plakate als Werbemittel, Auftraggeber: Musée des Beaux-Arts La Chaux-de-Fonds, Druckerei: Serigraphie Uldry AG (Hinterkappelen/Bern), Format: F4 (Hochformat), Siebdruck
Gestalter: onlab, Thibaud Tissot, D Berlin, www.onlab.ch

«Typomatinée»
Kategorie: C – Plakate Studierender, Projektauftrag an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Betreuung: Prof. Tania Prill, Auftraggeber: Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Druckerei: Siebdruckwerkstatt der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (Ulrich Sanwald), Format: A2 (Hochformat), Siebdruck
Gestalter: Simon Roth, D Karlsruhe, www.si-mon.de

“Help build Haiti”
Kategorie: B – Plakate als Eigenwerbung, Eigenauftrag für The Haiti Poster Project, Druckerei: Colordruck Leimen GmbH (Leimen/Gerscher Siebdruck GmbH, Aglasterhausen), Format: A1 (Hochformat), Offsetdruck/Siebdruck
Gestalter: gggrafik design, Götz Gramlich, D Heidelberg, www.gggrafik.de

»Machtapparat« (Motiv drei aus einer Serie von drei Plakaten)
Kategorie: A – Plakate als Werbemittel, Auftraggeber: Milchclub Boys DJ Team, Druckerei: Formsalon, Format: je A1 (Hochformat), Digitaldruck
Gestalter: Falko Ohlmer, D Hamburg, www.falko-ohlmer.com

»Max Joseph: Scham«
Kategorie: A – Plakate als Werbemittel, Auftraggeber: Bayerische Staatsoper (München), Druckerei: AusDruck Berlin, Format: A0 (Hochformat), Digitaldruck
Gestalter: Fons Hickmann m23, Fons Hickmann, Gesine Grotrian-Steinweg, Lisa Schweizer, D Berlin, www.m23.de
Gast
Schöne Sache.
Gast
Ich hasse das Haiti-Poster ( das andere auch ). Hier wird mit der Not der Leute ein stylisches Poster entworfen. Als ob man das noch grafisch illustrieren müsste, daß Haiti von einem Erdbeben heimgesucht wurde. Wie peinlich. Und das von Top-Grafikern entworfen.
Der Lage angemessen fühlt sich anders an. Das hier ist einfach nur schwach. Und unverschämt arrogant.
lars
> “The Alphabeth of Rock” von Tobias Trost.
war wohl jemand auf der typoberlin und hat entweder die gleiche idee gehabt wie unsere freunde flo und alex von xplicit welche die schriften für shirts (HELLVETICA) und sonstigen sachen zur heavy metal ausgabe slanted geliefert haben...
siehe
http://www.slanted.de/allgemein/shirts-von-slanted
czyk
Alphabet of Rock: Ich sehe ja nicht ganz, wie 26 gescannte Buchstaben mittelachsig auf einer schwarzen Fläche verteilt je als „Plakat“ gelten dürfen. Noch dazu eins der 100 Besten ...?? Not my cup of Tea :) Tatsächlich haben wir „unser“ Alphabet of Rock für die TYPO-Berlin 2010 Slanted HEAVY Releaseparty gebastelt und damit 2wei Gehminuten vom Wohnortes des Gestalters entfernt (im Last Cathedral) Projektionen, T-Shirts und Fanprodukte gerockt. Zufall! Nun würde ich jedoch nicht sagen, dass „wir“ den Font erfunden hätten ... wir haben zwar einen Scanner, doch wir heissen ja nicht Guttenberg!
http://www.xplicit.de/slanted_typo.html
Gast
> Ich sehe ja nicht ganz, wie 26 gescannte Buchstaben mittelachsig auf einer schwarzen Fläche verteilt je als „Plakat“ gelten dürfen.
Finde das ist ne sehr alberne Aussage. Mittelachse ist ein Gestaltungselement. Ob es nun für einen Text oder das Aufzeigen eines Alphabets geht. Das Plakat ist sehr schön und gelungen, allerdings täuscht es nicht darüber hinweg, das die Idee mehr als offensichtlich geklaut ist und der gewisse Herr Tobias Trost eindeutig einen auf Gutenberg gemacht hat. Das ist peinlich und armselig.
Gast
zu den Rock-Plakat Kommentaren:
die Idee is tatsächlich nicht der Killer, das Plakat zu den 100 besten zu zählen so ne Sache, aber eure t-shirts sind einfach scheiße umgesetzt!!!
Gerry
Tja.. dieses Plakat zählt zu den hundert besten, nicht weil es eins der hundert besten ist, sondern weil der Wettbewerb (und nicht nur dieser!) die reinste Klüngelei ist. Die Sieger für nächstes Jahr stehen übrigens auch schon fest: Cyan, Fons Hickmann, Visiotypen, Zwölf, Troxler und noch 95 andere Schweizer und Berliner Gestalter/Büros.
Fast
Genau! Der Wettbewerb sollte doch besser „100 beste Plagiate“ heißen …
Dann wäre es auch wieder OK wenn man „scheiße umgesetzte“ Ideen abkupfert und das auch noch ausgezeichnet wird!
Gast
> ... aber eure t-shirts sind einfach scheiße umgesetzt!!!
Ich muss auch sagen, dass das Plakat hier oben besser gesetzt und umgesetzt ist als das xplicit-Zeug. Die Shirts sehen einfach nicht gut aus. Die Buchstaben und auch die Rockbands sind im Bezug zu den Buchstaben hier einfach besser gewählt.
Allerdings ist Ideenklau natürlich immer ganz beschissen. Man sollte hoffen, dass es sich wirklich um einen Zufall handelt, wobei das schon sehr unwahrscheinlich scheint.
gggrafik
zu den haiti postern:
die poster wurden nicht als eigenwerbung gedruckt. das waere tatsächlich schlimm. sie wurden, nach einem aufruf von haitiposterproject.com, mit eigenen mitteln produziert und versandt. danach wurden sie über haitiposterproject versteigert; das geld kam den "aerzten ohne grenzen" zugute.
mfg
götz
Gast
Dibt es eigentlich mal eine Stellungnahme des Plagiators? Wie rechtfertigt er sich?
flo
Ich wäre vorsichtig, Leute als Plagiatoren vorzuverurteilen.
Es gibt immer wieder mal unbeabsichtigte Ähnlichkeiten, und auf die Idee mit den Heavy-Metal-Lettern kann man durchaus unabhängig voneinander kommen.
nora
Das eigentlich interessante an diesem Wettbewerb ist doch auch so eine Art veränderter Perspektive, was eigentlich das Wesen eines Plakates ausmacht. Ich finde nicht, dass die abgebildeten Arbeiten da oben Plakate sind – das könnten auch Titelseiten von ganz anderen Medien sein, oder sogar Innenseiten von Magazinen ... Das ist im weitesten Sinne grafische Flächengestaltung. (Abgesehen davon – Plakate zu gestalten ist sehr schwierig und ich selbst kann das nicht besonders gut.)
dominik Sieber
come on! die hellvetica idee usw. hatten schon x andere...evt. einfach neidisch? und zudem..es hat seine gründe warum soviele schweizer büros gewinnen...weill man hier versteht das gute gestaltung arbeit ist. Ist dann halt nicht mehr so cool mit dem beruf anzugeben aber dafür kommt was brauchbares dabei raus.. Ach ja, das font poster wie die shirts sind beide langweillig und schlecht gestaltet...und beide plagiat. Das Haiti poster sit extrem gut.
flo
das klingt interessant, nora – was würdest du als wesen oder das medienspezifische an plakaten sehen?
nora
Ich habe nochmals durchgesehen und sehe doch noch eins, was meinem (überholten) Begriff eines Plakates entspricht – die Solothurner Literaturtage. Früher war ein Plakat im Medienkanon fest integriert um ein Ereignis, ein Produkt, eine Partei, ein Programm ... an den Menschen zu bringen, und es bedurfte eines hohen Maßes an Reduktion und Prägnanz in Text und formaler Gestaltung, um die notwendige Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum zu erreichen. Nicht umsonst gab es Begriffe wie Plakatkünstler oder Plakatgestalter (Lautrec, Hohlwein, Staeck, Rand, Rambow, Ott+Stein, Loesch, Grapus, uvm.). Ein Plakat hat z.B. auch eine bestimmte Größe (und wer je bewußt eines gestaltet hat – und nicht nur das Visual der Postkarte aufgeblasen hat auf DIN A0 oder Großfläche, weiß um die Tücken die damit verbunden sind.) Es musste schnell erfassbar sein, sozusagen im Vorbeifahren, es musste neugierig machen, es sollte eine Idee transportieren und visualisieren, und es sollte natürlich dann auch „verkaufen".
Heute steht ein Plakat im Medien-Ranking ganz hinten und wird als Nice-To-Have irgendwie noch drauf gesetzt (wenn überhaupt), aber unsere Aufmerksamkeit wird weit vorher schon abgegriffen, in den „sozialen Medien" wie facebook, youtube, usw. Später erst folgt das Bespielen der Printmedien und dort ganz weit hinten dann der Einsatz eines Plakats. Deshalb hat sich die Funktion deutlich verändert und es muss gar nicht mehr diese Wirksamkeit erzielen. Schade eigentlich. Für mich geht damit ein Genre (oder auch ein weiteres Gewerk im gestalterischen Handwerk) verloren.
Gast
wo genau finden die ausstellungen in den jeweiligen städten statt?
Tobias Trost
Es ist schon komisch, wie man an den Pranger gestellt wird, ohne dass man selbst dabei ist. Ich habe nur per Zufall von dieser Diskussion mitbekommen (GoogleAnalytics Verweisstatistik), sonst hätte ich mich auch schon früher "gestellt". Also, wenn hier Sachen von oder über jemanden gepostet werden, ist es vielleicht auch hilfreich demjenigen durch eine kurze Mail oder wie auch immer Bescheid zu geben, so dass jeder weiß wo der Moshpit tobt. Das gilt sowohl für die Verfasser des Artikels, als auch für diejenigen, die mich hier heftigst des Plagiats bezichtigen und sich selbst als Urheber hinstellen. Ich muss schon sagen, dass ich es sehr schade finde, dass vor allem an letztgenannter Stelle der Mumm fehlt, mich direkt zu kontaktieren (die Kontaktdaten sind ja ausgiebeig studiert worden) und mit dem Vorwurf zu konfrontieren. Dass ich also mit derartiger zeitlicher Verzögerung nun darauf reagiere (was mir bestimmt auch nachteilig ausgelegt werden wird), ist keine Absicht.
Zu den Vorwürfen:
1) Die Idee:
Ich war weder auf der Typo-Berlin 2010 noch beim genannten HEAVY Release. Ich bin kein slanted-Leser und habe die Shirts und das andere Merchandising durch diese Diskussion zum ersten Mal gesehen. Zeitlich gesehen, war die Entwicklung meines Plakats wahrscheinlich vor Erscheinen der Shirts abgeschlossen. Aber das sind Peanuts und ich will auch nicht anfangen Sicherungsdaten abzugleichen. Ich stelle mich den Vorwürfen, wehre mich aber vehement gegen die Unterstellung einer bewussten Kopie. Dass die Idee, Buchstaben aus bekannten Logos in irgendeiner Form neu zu verwenden und zu kombinieren nicht ganz neu ist, war mir vorher bekannt; ebenso wie jenes Shirt, das laut Einstellungsdatum (22.09.2006) auch ebenso Flo und Alex bekannt gewesen sein könnte (http://www.cafepress.com/+helvetica_rocks_dark_tshirt,76965434). 2 Gehminuten oder ein Klick im Internet, wo ist da der Unterschied? Ich habe im Vorfeld mein Möglichstes getan, um herauszufinden, ob es die Idee in der Form schon gibt und bin nicht fündig geworden; wahrscheinlich auch deswegen, weil ich deutlich vor Erscheinen der Sachen auf der Typo-Berlin oder dem HEAVY Release recherchiert habe. Unabhängig davon ist es wahrlich kein gutes Gefühl zu sehen, dass die gleiche Idee auch jemand anderes hatte. Und ich bin auch realistisch genug, dass zum einen mein Namen ein deutlich kleinerer ist, als derjenige der mich des Plagiats bezichtigt und ich zum anderen auch keine Chance habe mich von diesem Vorwurf des Plagiats zu befreien, da die Lobby für eine Plattform wie slanted deutlich größer ist, als meine eigene. Bemerkenswert finde ich allerdings die Art und Weise, mit welcher Lautstärke und Wortwahl Vermutungen in den Raum gestellt werden, ohne sich für eine Aufklärung zu interessieren; dass das auch noch teilweise anonym passiert zeigt, dass die Bundgröße mancher Hosen hier zu eng gewählt wurde.
2) Die Form:
Wieviel Arbeit und welche Technik zu einem Ergebnis führen halte ich für absolut zweitrangig, solange das Ergebnis im Sinne der Idee sauber und schlüssig ist. Und: ob hier 26 gescannte Buchstaben auf einer Fläche verteilt wurden kann nur derjenige beurteilen, der das Plakat in Originalgröße gesehen hat und nicht, wer auf ein verkleinertes JPG guckt. Anordnung und Farbgebung sind Geschmacksache und dürfen natürlich auch ungläubiges Kopfschütteln ernten.
3) Die Auszeichnung:
Ist der Versuch mit seiner Arbeit einen Preis zu gewinnen schon strafbar? Ich bin kein Verfechter dieser Wettbewerbe und nenne es deswegen auch "Versuch", da ich weiß, dass es reines Glück ist in einer subjektiven Auswahl den ebensolchen Kriterien einer Jury zu entsprechen. Hier – zumindest in meinem Falle – Küngelei zu unterstellen ist schon sehr weit hergeholt. Ich glaube nicht, dass mein Name hier irgendjemandem ein Begriff war. Ich bin Lichtjahre von einem hickmannschen Universum oder anderen Groß-Gestalter-Galaxien entfernt, das sollte jedem bei einem Blick auf meine Website klar sein. Also, hackt auf mir bezüglich unterstelltem Ideenklau und der Ausführung herum; das Urteil der Jury habe ich nachweislich nicht zu verantworten.
Zwölf
@Gerry
Hey, wenn Du schon weisst, dass wir nächstes Jahr in der Ausstellung zu sehen sind, dann reich doch einfach mal einen neuen Kunden durch. Es ist nämlich eine ziemlich anstrengende Aufgabe, überhaupt jemanden für eine vernünfte Plakatgestaltung zu begeistern ...
@Nora
Leider ist Plakatgestaltung wirklich etwas wie Covergestaltung für Compact-Kassetten geworden ...
@ggg
Ich finde das Haiti-Ding auch zu direkt und nicht neu vom gestalterischen Ansatz, aber hier wird ein wunder Punkt berührt: Der Verlust des Plakates als öffentlicher Anschlag.
Stegu
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