15.06.2012 – 17.06.2012

32 Seiten für 48 Stunden

in ,

»48 Stunden Neukölln« ist Berlins größtes Kunst- und Kulturfestival, das mit über 600 Veranstaltungen an mehr als 300 Orten dieses Wochenende (15.–17. Juni) im gleichnamigen Bezirk stattfindet. 32 Seiten bloß umfasst die neu gestaltete Programmzeitung des Festivals. Darin schaffen es Thomas Lehner und Dirk Heider zusammen mit befreundeten DesignerInnen, das Gesamtprogramm in einer Übersichtlichkeit darzustellen, wie man sie üblicherweise von elektronischen Medien erwarten würde.

Das Medium als Teil der Botschaft

Bewusst haben die OrganisatorInnen der »48 Stunden Neukölln« und die GestalterInnen auf ein Neudesign des Programms in gedruckter Form gesetzt, anstatt auf die Entwicklung einer App für Mobiltelefone. Denn damit wird ein niederschwelliger und barrierefreier Zugang zum Festival ermöglicht, der ganz im Zeichen der sozialen Teilhabe („social inclusion“) steht – ein Kernwert des Festivals, das mit Kunst und Kultur das Zusammenleben in Berlins bevölkerungsreichstem und struktrurschwächstem Bezirk bereichern und verbessern soll.

Gestaltung schafft Orientierung

Um den rund 70‘000 BesucherInnen des Festivals eine sinnvolle Orientierung in der Fülle an Angeboten zu ermöglichen, haben die GestalterInnen ein intuitiv verständliches Orientierungssystem geschaffen. Eine grafische Strukturierung der Veranstaltungen nach räumlichen, inhaltlichen und zeitlichen Kriterien erlaubt es nun, sich im Vorfeld einen Überblick über das Programm zu verschaffen und sich während der „48 Stunden“ rasch und einfach zu orientieren.

Frische Schriften aus Berlin

Das für die »48 Stunden Neukölln« programmatische Aus-dem-Kiez-für-den-Kiez kommt auch bei den im Programmheft verwendeten, bislang unveröffentlichten Schriften zum Tragen: Sowohl die Titelschrift „U8“ als auch die im Fließtext verwendete »Arouet« sind waschechte Berlinerinnen: Die „U8“ stammt von der Beschriftung der gleichnamigen U-Bahnlinie. Der in Berlin lebende estnische Schriftgestalter Anton Koovit hat sie auf Basis von Schildern und Plänen entwickelt, die in den 1920er Jahren unter dem Architekten Alfred Grenander gezeichnet worden waren. Die »Arouet« ist konzipiert als Schrift für Mengentext in kleinen Größen. Sie zeichnet sich durch eine gute Lesbarkeit und ihre warme Anmutung aus. Entworfen wurde sie von Kombinat-Typefounders Gründer Hannes Famira. In Zusammenarbeit mit Thomas Lehner und Dirk Heider hat er eine speziell auf Gestaltung und Druck des Festivalprogramms abgestimmte Custom-Version erstellt.

Die Möglichkeit, den Auftritt eines solchen Anlasses zu gestalten, nutzten die Designer zu einer grundlegenden Auseinandersetzung mit der Informationsvermittlung. Die neue Übersichtlichkeit ermöglicht neben dem bisherigen Flanieren einen gezielteren Zugang zum Festival. Damit wird den „48 Stunden“ und den daran beteiligten KünstlerInnen und Kulturschaffenden ein profilierterer Auftritt innerhalb der Berliner Kulturlandschaft geboten.

Beteiligte GrafikdesignerInnen
Thomas Lehner, www.thomaslehner.com
Dirk Heider, www.dirk-heider.de
Micol Favini, www.micol.ch
Melanie Fischbach, www.fishcanswim.de
Arne Teubel, www.guerillamedia.org
Tanja Kapahnke, www.kapahnke-rv.de

Schriftgestalter
Anton Koovit, www.fatype.com
Hannes Famira, www.kombinat-typefounders.com

www.48-stunden-neukoelln.de

 

Post new comment

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns über Deine konstruktive Meinung und behalten uns vor, gehaltlose, persönlich verletzende und themenfremde Kommentare zu löschen.

Wenn Du nicht angemeldet bist, wird Dein Kommentar von der Redaktion zuerst geprüft und dann freigeschaltet.

By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.