09.01.2010

»dienacht« Ausstellung

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Schnell auf nach Trier liebe Fotografie- und Grafikbegeisterte! Schon Morgen findet die Ausstellung zum »dienacht«-Magazin in der ehemaligen Tuchfabrik (Tufa) statt. Gezeigt werden Fotografien und Illustrationen von sieben national und international bekannten Künstlern, die ihre Arbeiten auch der neuen Ausgabe vom »dienacht«-Magazin zur Verfügung gestellt haben. Neben den Ausstellern wird auch der Kurator nach der Vernissage für Interviews bereit sein.


die zweite große "dienacht"-Ausstellung | Ausstellung in der Tufa Trier

Ort Tufa Trier, Ausstellungsraum 2. OG.
Wechselstraße 4, 54290 Trier
Tel.: 0651 / 718 - 2412
Vernissage Samstag, 9. Januar 2010, 20.00 Uhr
Ausstellungsdauer 10.01. – 21.02.2010
Künstler Alice Smeets, Arno Schidlowski, claire Lenkova, Gerhard Vormwald,
Olivia Bargman, Spike, Werner Schöffel
Ansprechpartner Helga Hoffmann, Tuchfabrik Trier, Tel.: 0651 / 718 - 2412,
info@tufa-trier.de
Calin Kruse, Tel.: 0179 / 7166 236, speak2me@dienacht-magazine.com

Wir laden ein: zu der zweiten großen "dienacht" Ausstellung! Nach dem Erfolg der ersten Ausstellung im Sommer 2008 in Mönchengladbach, findet die Schau in den Gemäuern der ehemaligen Tuchfabrik (Tufa) in Trier statt. Sieben national und international preisgekrönte Fotografen und Illustratoren, die in "dienacht" veröffentlicht wurden oder in der nächsten Ausgabe veröffentlicht werden, zeigen eine Auswahl ihrer Arbeiten:

Die junge belgische Fotografin alice smeets, die bereits für die Geo und die Sunday Times fotografierte, arbeitet sowohl künstlerisch als auch dokumentarisch. Eines der Exponate aus ihrer erschreckend ehrlichen Fotoreportage über das Aufwachsen in Haiti zeigt ein kleines haitianisches Mädchen in einem sauberen weißen Kleid, das barfuß durch einen Tümpel voller Morast und Abfall läuft, hinter ihr die Slums der Hauptstadt Port-au-Prince. Es ist Alice Smeets Anliegen, die Dinge zu zeigen, wie sie sind: „Let’s shoot real pictures for real people”, sagt sie. Unicef gibt ihr recht und ernannte dieses Bild zum Foto des Jahres 2008. Auch die anderen Fotos dieser Reportagereihe, die sie in der Tufa ausstellt, hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Der Fotograf arno schidlowski beschäftigt sich in seinen ausgestellten Fotografie-Serien „Summa“ und „Jasmund“ mit Tier- bzw. Landschaftsfotografie, und sieht dabei seine Wurzeln tief im deutschen Kulturgut: Die Fotografien seiner Diplomarbeit „Summa“ nehmen Bezug auf die Aufzeichnungen des deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt, während die Landschaftsfotografien seiner Serie „Jasmund“ sich an die Kompositionen des bedeutendsten Malers der Deutschen Romantik Caspar David Friedrich anlehnen. Wie bei Friedrich liegt auch Arno Schidlowskis Interesse im subjektiven Empfinden der Umwelt. Seine fragmentarische Darstellung reduziert Tiere und Landschaft auf grafische Elemente, die der Betrachter im Geiste ergänzt, um sie zu identifizieren.

Die Hamburger Künstlerin claire lenkova präsentiert Illustrationen aus ihrem im September erschienenen Sach-Comic „Grenzgebiete“. Die Geschichte über eine Kindheit zwischen DDR und BRD jenseits der Ostalgie hat der Deutschlandfunk als eines der 7 besten Bücher für junge Leser ausgezeichnet. Außerdem zeigt claire Lenkova im Katalogisierungsprojekt «Herrenzimmer & Damensalon» auf Schautafeln und Karteikarten ihre subjektive Sicht auf Menschen aus ihrem Leben. Zur Installation gehören zwei „Zimmer”, bestehend aus je einer Schautafel und Karteikarten. „Herrenzimmer“ katalogisiert männliche Personen aus dem Leben der Künstlerin, „Damensalon” tut dasselbe mit weiblichen. Angeheftet sind private Dinge. Alles darf angeschaut, angefasst und gelesen werden. Ob es anderen wie ihr geht, das möchte claire Lenkova herausfinden, um in Zukunft ein besserer Mensch in einer besseren Welt zu werden. Einträge in die Blanko-Karteikarten sind daher willkommen!

Der Fotograf gerhard vormwald wurde mit seinen Werbefotografien schwebender Leute weltberühmt und schoss über 60 Titelbilder für den Stern, bevor er sich von der kommerziellen Fotografie abwandte. Begonnen hat alles im Passbildautomaten – hier schnitt er als 14jähriger Grimassen. Die Lust am Experimentieren ist Gerhard Vormwald geblieben und lässt ihn noch heute alltägliche Dinge – von der Kartoffel bis zur Zigarettenkippe – aus dem gewohnten Zusammenhang reißen. So entstehen neue Bildwahrheiten, die an Werke des Surrealismus erinnern. Denn Gerhard Vormwald will die Welt nicht erklären, er will zeigen wie rätselhaft sie ist, für jeden Einzelnen.

Die britische Künstlerin olivia bargman entführt den Betrachter mit ihren Grafiken in ein magisches Land, das von Farben, Formen und phantastischen Tieren bevölkert wird. Ihre handgeschriebenen Textzeilen sind ihr Markenzeichen und tragen entscheidend zum Charme ihrer Arbeiten bei. Inspiration findet sie ebenso in der Tierwelt, wie in der Folklore des Balkans, in Retro-Computerspielen oder den schmuddelig-dunklen Kanten von Fotokopien. Olivia Bargmans traumartige Welten entstehen mit Hilfe von Papier, Filzstift, Buntstiften, Tusche und einem guten alten 0,5 mm Druckbleistift – kreativ, assoziativ und erfrischend unperfekt.

Der Graffitikünstler spike erobert seit den 90er Jahren immer neues Areal: Nachdem er sich mit den komplex-dynamischen Schriftzügen der Königsdisziplin der Graffitikunst, dem Wildstyle beschäftigte, bezieht er in seinen aktuellen Arbeiten bewusst das Umfeld in die ästhetische Wirkung mit ein: Wie ist der Aufbau, die Komposition der Wand? Wie wirken die Größenrelation der Buch-staben, vorhandene Farbkontraste und das Spiel mit dem Leerraum? Basierend auf den Buchstaben S-P-I-K-E behält er Elemente seiner alten Werke bei, jedoch in konsequent reduziert grafischer Form. Mit der gleichen Sensibilität wählt Spike die Hintergründe aus: alte Ziegelmauern, verrostete Stahltüren oder Wände mit abgeblätterter Farbe in Abrisshäusern – Spikes spitze, schneidende Formen werden Teil dieser verlassenen Orte.
(Für die Ausstellung der Tufa wird der Künstler eine Wand besprühen, die nach der Ausstellung überstrichen wird.)

Der Künstler werner schöffel arbeitet an seinem ausgestellten Werk «Über Dauer hinweg» bereits seit 20 Jahren: Als er 1988 irgendwo in Franken ein Rad im Waldboden eingrub, wusste er bereits, dass ihn dieses Fotoprojekt lange begleiten würde, ja, zu einem gewissen Teil sein Leben bestimmen würde: denn in einem Rhythmus von vier – vier – drei Monaten fotografierte er 20 Jahre lang immer wieder den selben Bildausschnitt, in dessen Vordergrund sich das Rad befindet. Indem Werner Schöffel die einzelnen Zeitschichten übereinander projiziert, wird sichtbar, was sonst nur vorstellbar ist: die Zeit.

im anschluss an die vernissage stehen alle künstler sowie der kurator zum interview zur verfügung.

„dienacht“ – Magazin für Fotografie, Gestaltung und Subkultur

dienacht | das Magazin
„dienacht“ ist ein unabhängiges, anspruchsvolles, internationales und ehrliches Magazin abseits des Mainstreams, das eine (bezahlbare) Alternative zu herkömmlichen Fotomagazinen bietet. Beiträge aus der ganzen Welt sind dabei, hervorragende Fotografie-Portfolios und Berichte, Grafik-Design, Texte zu Hintergründen, Interviews, Magazinrezensionen, usw. – die Fotografie steht dabei im Vordergrund. „dienacht“ dient als Inspiration und Information zugleich.
Seit der zweiten Ausgabe erscheint das Magazin zweisprachig (deutsch/englisch), um es jedem zugänglich zu machen und dem internationalen Interesse Rechnung zu tragen.
Das Magazin wird in einer Auflage von 1000 Exemplaren mit etwa 124 Seiten im Offset gedruckt. Jedes Heft wird einzeln nummeriert, der Preis beträgt 5 Euro und ist über ausgewählte Läden zu beziehen und über die Internetseite www.dienacht-magazine.com.

calin kruse | der Herausgeber
„Die Idee entstand 2004. Damals fing ich an, Fotografen, Designer, Illustratoren... aus der ganzen Welt anzuschreiben, und zu fragen, ob sie mir Arbeiten für das Magazin schicken würden; die meisten haben es unentgeltlich getan. Später erfuhr ich, dass die meisten davon mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen für ihre Arbeit ausgezeichnet wurden. Die erste Ausgabe erschien schließlich Anfang 2007, als ich Kommunikations-Design-Student im 4. Semester war. „dienacht“ ist also ein „Ein-Mann-Magazin“ und wird von mir vom Layout bis zu den druckfertigen Dateien gemacht und größtenteils selbst finanziert.“

Calin Kruse
"dienacht" - Magazine for Photography, Design and Subculture 
c/o Calin Kruse 
Albanastr. 20 
54290 Trier 
Germany 

speak2me@dienacht-magazine.com 
www.dienacht-magazine.com
www.dienachtmagazin.blogspot.com

Gast

Hi Calin, viele Grüsse und viel Erfolg!
B.

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