02.11.2016 – 30.04.2017 04.11.2016

FUTURA. DIE SCHRIFT & FUTURA – TRIBUTE TO A TYPEFACE

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Wir freuen uns sehr euch für den Herbst gleich zwei wichtige Ereignisse zu einer der erfolgreichsten Schriften der Zeitgeschichte, der Futura, vorstellen zu können. Die umfassende Sonderausstellung »FUTURA. DIE SCHRIFT« im Gutenberg-Museum Mainz und das hochkarätig besetztes Symposium »FUTURA – TRIBUTE TO A TYPEFACE« in Hochschule Mainz wird sich mit der Groteskschrift befassen. Ergänzend zum Vortragsprogramm des Symposiums wurde ein vielfältiges Rahmenprogramm ausgearbeitet. Begleitend zur Schau »FUTURA. DIE SCHRIFT« wird außerdem die Partizipative Bildplattform »type-trap« die Öffentlichkeit dazu auffordern, die unterschiedlichsten Futura-Funde auf der Plattform zu dokumentieren.

FUTURA. DIE SCHRIFT

Man kann sie überall entdecken, wenn man sie erst einmal kennengelernt hat: Die Futura. In Frankfurt am Main 1927 veröffentlicht, wurde sie schnell zum internationalen Bestseller und gelangte von den großen Metropolen bis hinauf zum Mond. Die Ausstellung »Futura. Die Schrift.«, die am Mittwoch, 2. November 2016, um 18.30 Uhr, im Mainzer Gutenberg-Museum eröffnet wird, zeigt anhand zahlreicher historisch bedeutsamer Originale die globale Erfolgsgeschichte dieser deutschen Schrift. Die Futura, von dem Typografen Paul Renner im Kontext der »Neuen Typografie« entworfen, gilt als Dokument für den Zeitgeist der Avantgarde der Zwanzigerjahre. Bis heute wurde sie gestalterisch immer wieder neu entdeckt.

Mit Stanley Kubrick machte die Futura Ende der 1960er sogar Filmkarriere. Der amerikanische Regisseur wählte die Futura für seine Filmplakate. Ihren ganz buchstäblichen Aufstieg erfuhr die Schrift mit der ersten Mondlandung 1969: Die Astronauten der Apollo 11 hinterließen auf dem Mond eine Plakette, auf der eine in Futura gesetzte Botschaft über die friedliche Absicht ihrer Mission informierte. Die geometrisch konstruierte Schrift hat auch gut neunzig Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Modernität und Popularität verloren.

Die  Ausstellung »Futura. Die Schrift.« untersucht das Erfolgsgeheimnis dieser Schrift und beantwortet anhand der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte die Frage, warum gerade diese Schrift in ihrer Zeit so enthusiastisch gefeiert wurde.  Vorgestellt wird der Entwurfs- und Gestaltungsprozess der einzelnen Lettern bis hin zur sukzessiven Publikation der ganzen Schriftfamilie. Zu entdecken sind designhistorisch bedeutende Originaldokumente, mit denen die Motivationen und Entscheidungen zur gestalterischen Modifikationen einzelner Buchstaben nachvollziehbar werden.

Die Schau im Mainzer Gutenberg-Museum versammelt zahlreiche, z.T. noch nie gezeigte Leihgaben aus öffentlichen Institutionen und privatem Besitz. Hierzu gehören Entwurfszeichnungen, Schriftmuster, Schriftgarnituren aus der »Bleizeit« sowie Drucksachen und Publikationen von Paul Renner, Hans Leistikow, Kurt Schwitters, Otto Neurath, Jean Carlu, Herbert Bayer, Ladislav Sutnar, Paul Rand u.a.
Konzipiert wurde die Ausstellung von Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museum, in Kooperation mit den Professorinnen Dr. Petra Eisele und Dr. Isabel Naegele vom Institut Designlabor Gutenberg der Hochschule Mainz.

Ausstellungskatalog: »FUTURA. DIE SCHRIFT.«, hrsg. von Annette Ludwig, Petra Eisele und Isabel Naegele, Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2016 (ca. 500 S. m. zahlr. Abb.)
Begleitend zur Ausstellung: Partizipative Bildplattform, auf der die weltweite Verbreitung der Schrift Futura dokumentiert wird.

Wann
3. November 2016 bis 30. April 2017

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr
Sonntag von 11 bis 17 Uhr
Montags und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.
Weitere Informationen findet ihr hier.

Wo
Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz

FUTURA – TRIBUTE TO A TYPEFACE, Translations 5 Symposium

In regelmäßigen Abständen befragen Symposien in der Reihe »translations« an der Hochschule Mainz das Thema der Übersetzungen, Interdependenzen, Verhältnisse, Beziehungen im Kommunikationsdesign. In diesem Jahr widmet sich dieses Symposium der Auseinandersetzung mit der wohl international bekanntesten deutschen Schrift des 20. Jahrhunderts.

Futura: Die »Zukünftige«. Unter diesem Namen veröffentlichte der Typograf und Schriftgestalter Paul Renner im Kontext der Neuen Typografie 1927 seine neue Schrift bei der Bauerschen Giesserei in Frankfurt am Main.

Was ist das Erfolgsgeheimnis dieser geometrischen Sans Serif? Sicherlich nicht nur ihr Name, der sie immer wieder aufs Neue für Zukunftsprojekte prädestinierte. Ein großer Teil ihres Erfolges dürfte sicherlich auch ihrer zeitlosen Eleganz geschuldet sein, die es erlaubte, diese Schrift gestalterisch immer wieder überraschend neu und ästhetisch überzeugend einzusetzen. Renners Schriftentwürfe, allen voran seine im Kontext des Neuen Frankfurt entworfene Futura, wirkten nicht nur in der Vorkriegszeit stilbildend. Mit der internationalen Rezeption moderner Gestaltungshaltung erfuhr diese geometrische Grotesk nach dem Zweiten Weltkrieg einen geradezu kometenhaften Aufstieg. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, stand doch das größte Zukunftsprojekt der damaligen Zeit, die Mondlandung, auch im Zeichen dieser Schrift: die Plakette, die Neil Armstrong nach der geglückten Landung der Apollo 11 auf dem Mond 1969 hinterließ, ist in der Zukünftigen, der »Futura«, abgesetzt.

Und heute? Mit dem Megatrend der Neuen Einfachheit und im Kontext minimalistischer Gestaltungskonzepte erfährt die Futura eine neue Renaissance. Entsprechend stellt das Symposium FUTURA – TRIBUTE TO A TYPEFACE aktuelle Positionen im Type und Corporate Design vor, die sich begeistert auf die berühmte geometrische Sans Serif beziehen oder aber sich von ihr inspirieren lassen. Vorgestellt und diskutiert werden aber auch kritische Positionen sowie neue designhistorische Forschungsergebnisse zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte.

Referent/innen u.a.:
Bisdixit – Barcelona // Christopher Burke – Reading // Gardeners – Frankfurt // I like birds – Hamburg // Klaus Klemp – Frankfurt // Iva Knobloch – Prag // Albert-Jan Pool – Kiel // Jakob Runge – München

Vorträge in deutscher und englischer Sprache. Zum Symposium erscheint die Publikation »TRIBUTE TO PAUL«. Ein Magazin mit visuellen Statements zeitgenössischer Designerinnen und Designer zur »Futura«, u.a. mit Erwin K. Bauer – Wien // Ralph Bauer – Lima // Peter Bil’ak – Den Haag // Bisdixit – Barcelona // Catalogtree – Arnheim / Berlin // Neil Donnelly – New York // Gardeners – Frankfurt // Lars Harmsen – München //

Marcel Häusler – Hamburg // HauserLacour – Frankfurt // HELMO – Montreuil sous Bois // I like birds – Hamburg // integral ruedi baur – Paris // Julia Neller – Berlin // Hendrik Nygren – Stockholm // Erik Spiekermann / Ferdinand Ulrich – Berlin

PS2 – Sao Paulo // Jakob Runge – München // Sign – Frankfurt // Surface – Frankfurt // Vier5 – Paris

Die Ausstellung zeigt eine thematische Auswahl von Arbeiten der Lehreinheit Kommunikationsdesign der Hochschule Mainz. Darunter sind Publikationen, Plakate und interaktive Installationen, die sich inhaltlich und gestalterisch mit Paul Renner und der Futura auseinandersetzen, sowie Experimente und Prototypen, die in Auseinandersetzung mit dem Medium Buch neue Formate erproben. Das Symposium wird veranstaltet vom Institut Designlabor Gutenberg / Studiengang Kommunikationsdesign an der Hochschule Mainz (Prof. Dr. Petra Eisele / Prof. Dr. Isabel Naegele) in Zusammenarbeit mit Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign. Das Gesamtprojekt FUTURA. DIE SCHRIFT. entstand als Kooperationsprojekt zwischen dem Gutenberg-Museum Mainz und dem Institut Designlabor Gutenberg / Hochschule Mainz.

Wo
Foyer der Hochschule Mainz
Lucy-Hillebrand-Straße 2
55128 Mainz

Wann
4. November 2016
Für den 3. November wird ein Rahmenprogramm geplant speziell für Studierende aus den Gestaltungsdisziplinen und Schriftinteressierte stattfinden.

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