08.12.2016 – 12.02.2017

Kabel 1927–2016. Geschichte einer Schrift

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Vom 08. Dezember 2016 bis zum 12. Februar 2017 wird im Klingspor Museum die Ausstellung »Kabel 1927–2016. Geschichte einer Schrift« zu sehen sein. Es wird die »Neue Kabel« des Schriftdesigners Marc Schütz gezeigt. Basierend auf Rudolf Kochs Groteskschrift »Kabel« schuf er eine zeitgemäße Form dieser Schrift. Die Ausstellung zeigt Urform und Neuschöpfung im Gegenüber. Zudem wird es am 01. Februrar 2017 Fachvorträge zur Typographie von Dan Reynolds und Jérôme Knebusch geben.

Die Schriftprobensammlung des Klingspor Museums gilt Designern, Schrifthistorikern, Menschen, die Schrift auf ihr Erscheinungsbild hin betrachten, als eine einzigartige Fundgrube für die Formenvielfalt der Typografie im 20. Jahrhundert. Jetzt beweist Marc Schütz, dass das Archivmaterial durchaus praktischen Nutzen für gegenwärtige Schriftgestaltung haben kann. Seine Neue Kabel setzt deutliche Zeichen. Den Vergleich Alt – Neu unternimmt die Ausstellung im Klingspor Museum mit vielen Belegen aus der Schriftgießerei Gebr. Klingspor und dem Entwurfsmaterial von Marc Schütz. 

In Offenbach spielte die Schriftgießerei der Brüder Karl und Wilhelm Klingspor eine herausragende Rolle, dem Handwerk der Schriftgestaltung neue Lebenszeichen zu setzen, Künstler zu gewinnen, Entwürfe zu schaffen, die Klingspor in Blei goss und erfolgreich auf den internationalen Markt brachte. Namentlich Rudolf Koch (1876–1934) sorgte für ein reiches Profil des Klingspor-Sortiments, schuf er doch, ab 1906 in Offenbach, mehr als 20 Druckschriften als künstlerischer Leiter der Gießerei. Zu ihnen gehört die Kabel (1927), seine Einlassung zu den Gestaltungsvorstellungen einer stark auf die geometrische Abstraktion gerichtete Formensprache in den 20er Jahren. 

Noch heute sieht sich die Kabel sehr gut an; besticht sie durch die eigenen Zutaten, die Rudolf Koch dank seiner sehr persönlichen Bildung von Buchstaben dem Stilempfinden der Zeit beimaß. Eine Verwendung der Schrift in ihrer originalen Form scheint indes für die heutigen Sehgewohnheiten bezogen auf zeitgenössischen Schriftsatz ungeeignet. 

Die alte Kabel gleichwohl zu aktivieren, sie dazu aktuellen Gesichtspunkten anzupassen unternahm jetzt der Gestalter Marc Schütz. In seiner Zeit als Dozent an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG) formte er die Kabel um und nutzte die ersten Schnitte zur Gestaltung des Jahresberichts der Hochschule 2013. 

Später entwickelte er die Neue Kabel zu einer vollständigen Schriftfamilie weiter. Mit neun Strichstärken einschließlich Kursiven bringt es die Neue Kabel nun auf 18 Schnitte. In den über 1100 Glyphen pro Schnitt stecken Kapitälchen, verschiedene Ziffernsets, Alternativbuchstaben und ein Versal-Eszett. 

Kabel 1927–2016. Geschichte einer Schrift

Wann?
08. Dezember 2016 bis 12. Februar 2017

Eröffnung am 07. Dezember 2017 um 20 Uhr
Fachvorträge zur Typographie von Dan Reynolds und Jérôme Knebusch am 01. Februar 2017 

Wo?
Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Öffnungszeiten
Di, Do, Fr 10 – 17 Uhr
Mi 14 – 19 Uhr
Sa, So 11 – 16 Uhr
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember 2016 sowie am 01. Januar 2017

Preise
Kinder (6 bis 14 Jahre): 1,- Euro
Schüler (ab 15), Studenten, Wehr- und Zivildienstleistende: 1,50 Euro
Rentner: 2,- Euro
Erwachsene: 2,50 Euro
Familien: 5,- Euro
mittwochs ist der Eintritt frei

Mehr Informationen findet ihr hier

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