12.02.2009

Rolf Müller – Zeichensetzer Systemdenker Geschichtenerzähler

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Rolf Müller zählt zu den großen Vorbildern seines Genres. Gemeinsam mit Otl Aicher hat er den Olympischen Spielen 1972 ein Gesicht gegeben. High Quality, die Zeitschrift über das Gestalten, Drucken und das Gedruckte verdankt ihm Konzept, Anspruch und Innovationskraft, eine Kraft, die bis in die heutige Zeit wirkt.

Seine Arbeiten spiegeln die persönliche Berufsdefinition von Rolf Müller wieder, der immer auf dreierlei Art und Weise tätig ist: als Zeichensetzer, Geschichtenerzähler und Systemgestalter. Jede dieser drei Tätigkeiten hat ihre eigenen Methoden und Bedingungen. Das verbindende Element ist die Neugier, für ihn die Voraussetzung für Kreativität und Biotop für Phantasie. Diese immerwährende Suche nach Neuem, nach besserem Wissen, nach der Alternative, nach Vorbildern, ist ein ständiges Reisen ohne festgelegte Route und ohne Ankunftsort und Ankunftszeit. Was er unterwegs entdeckt, ist ihm Inspirationsquelle: Fundstücke, die das Auge erfreuen und nachdenklich stimmen.

Ein Querschnitt seines Oeuvres ist in dieser Ausstellung zu sehen, der ersten Werkschau anläßlich der Verleihung des Designpreises der Stadt München im Juli 2008.

Aus der Jurybegründung: »Rolf Müller gehört seit vielen Jahren zu den führenden, international hochgeachteten Designerpersönlichkeiten in München. Besonders durch seine visuelle Gestaltung der Olympischen Spiele 1972 ist er hier auch weit über Fachgrenzen hinaus bekannt geworden. Zentrale Themen seines gestalterischen Werkes sind Corporate Design, Entwicklung von Informations- und Orientierungssystemen, Plakate, Publikationen und Ausstellungen. Die Philosophie des seit 1967 in München lebenden Designers ist es, eindeutige Zeichen zu setzen und damit Geschichten zu erzählen. Rolf Müllers humane
Haltung, seine ganzheitliche, intuitive und analytische Arbeitsweise, hat auf nachfolgende
Generationen von Kommunikationsdesignern stilbildend gewirkt.

Rolf Müller hat sich dabei nicht von Kommerz und Marketing vereinnahmen
lassen, er hat aber immer den Dialog zwischen Kunst und Wirtschaft gesucht. So
entstand eine leise und formal integre Designsprache, die auf das Wesentliche
gerichtet ist. Beispielhaft sind seine Plakate – sie wirken in ihrem unverwechselbaren
Ausdruck klar und nur scheinbar einfach, besitzen jedoch zugleich eine
formal überzeugende Intelligenz.

Die für die Ausbildung und Lehre bedeutsamste und bis heute einflussreiche Arbeit Rolf Müllers war die Herausgabe und Gestaltung des internationalen Design-Magazins HQ High Quality (1985 bis 1998) im Auftrag der Heidelberger Druckmaschinen AG. Die inhaltliche und gestalterische Qualität dieses Magazins ist bis heute unerreicht und hat bleibende Maßstäbe gesetzt. HQ ist ein Manifest für die Lust und Freude an sinnvoller, intelligenter Gestaltung. Rolf Müller ist ein Design-Klassiker, dem kritisches Hinterfragen wichtig ist und der das menschliche Maß nicht aus den Augen verloren hat.«

Ausstellung vom 14.2. bis 8.3.2009
Vernissage am Donnerstag, 12. Februar 2009 um 19 Uhr

Eröffnung durch Boris Kochan, Philipp Luidl und Rolf Müller

Halle 27, Kochan & Partner, Hirschgartenallee 27, 80639 München

Mehr Informationen unter www.tgm-online.de


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