24.11.2012 – 06.01.2013

SCHRIFT IN FORM 3 – Musik liegt in der Schrift

in

Die Ausstellungsreihe Schrift in Form erfährt ihre dritte Auflage. Wieder sind Schriftgestalterinnen und Gestalter aus verschiedenen Ländern eingeladen worden, ihre Arbeit an neuen Schriften im Klingspor Museum in Offenbach sichtbar werden zu lassen. Wie die vorangegangenen Ausstellungen stellt sich auch diese unter ein Thema. Nach dem Satz »Schrift wächst nicht auf Bäumen« (sondern ist die Schöpfung einzelner Gestalterpersönlichkeiten), und einer Versammlung von Rezepten und anderen Aspekten aus dem Lebensfeld Küche, ist es nunmehr die Musik, die in der Schrift liegt, und den Klang der neuen Ausstellung bestimmt. So alltäglich das Phänomen so omnipräsent auch die Musik –hier begegnen sich zwei Kulturen auf Augenhöhe.

Ankündigung von Konzerten, Plakate wie Programmzettel und ähnliche Akzidenzien, CD und Schallplatte sind vorrangige Medien, deren Gestaltung typografische Innovation herausfordern. Der Reiz der Ausstellung liegt in der Abwechslung der typografischen und grafischen Mittel. Von einer gekonnten Betonung des lapidar buchstäblichen, dabei kraftvollen, Annoncierens reicht die Bandbreite bis hin zu Schrifttypen, die das Fließende und Rhythmische der Musik in die eigene Formgebung übersetzen. Grotesk, Antiqua oder Handschrift? Versalien oder Gemeine? Verschattung oder Kursivstellung von Buchstaben – gerade wenn es um den Bezug zur Klanglichkeit von Musik geht, liegt die Verlockung für beziehungsreiche Korrespondenz durch das Repertoire des Schriftgestalters und Layouters auf der Hand. Auch der Umgang mit einerseits nur Schrift, andererseits bildlichen Sujets gehört zur Spannweite der Ausdrucksweisen.

Ein Kerngedanke der Ausstellungsreihe wird auch diesmal eingelöst: Junges Schriftdesign im Klingspor Museum eine Bühne zu geben, die Sammlung des Museums hinsichtlich neuer Schriftgestaltung zumindest in Ausschnitten aktuell zu halten und damit der Tradition von Gebr. Klingspor, Schrift in überzeugender Form zu kultivieren, auch heute nachzukommen.

Die Ausstellung zeigt Schriften und Grafikdesign von Donald Beekman (NL), Felix Braden (D), Peter Bruhn (S), Marina Chaccur (BR), Stefan Claudius (D), Melle Diete (D), Hannes von Döhren (D), Manuel Federl und
David Jacob (D), Mark Frömberg (D), Julian Hansen (DK), Dirk Heider (D), Daniel Hernandez (AR), Dmytro Iarynych (UA), Darío Muhafara (AR), Alejandro Paul (AR), Daniel Perraudin (D), Rui Abreu (POR), Lauri Toikka (FIN), René Verkaart (NL), Jürgen Weltin (D), Laura Worthington (USA) und anderen.

Tanja Huckenbeck und Peter Reichard von Typosition halten mit ihrem Studio für Grafikdesign engen Kontakt zu zahlreichen Protagonisten des internationalen Schriftdesigns, Kontakte, die den Ausstellungen »Schrift in Form« zugute kommen. Ihr Engagement galt der Auswahl und Einladung der Teilnehmenden, ihnen oblag neben dem visuellen Erscheinungsbild ebenso die Kuratierung der Ausstellung im Klingspor Museum.

Für die Ausstellung zum Thema Musik erwies sich der Schott Verlag in Mainz als hilfreicher Leihgeber von ausgesuchten Exponaten, die speziell das Terrain der Notenschrift und deren Entwicklung im Rahmen neuzeitlicher Komposition beleuchten.

Musik liegt in der Schrift – wer die zahlreichen Titel von Schriften bedenkt, die aus der Terminologie der Schrift herrühren: Allegro, Andante, Sinfonie, Sonata … oder von Namen der Musikgeschichte abgeleitet sind: Amati oder beispielsweise auch die Brahms-Gotisch, wird verstehen, dass speziell im Klingspor Museum diese Ausstellung zuhause ist, wo derartige Schriften in ihren Proben (Musterkatalogen) vorkommen.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am 24. November um 15 Uhr im Klingspor Museum in Offenbach. Im Rahmen der Öffnung wird Dmitri Yarynych aus der Ukraine über seine Arbeit als Schriftdesigner sprechen. Im Anschluss werden den Besuchern von 16 bis 18 Uhr im Archiv des Museums Schriftproben, Schriftentwürfe und Buchkunst präsentiert.
Am 9. Dezember wird Tanja Huckenbeck von Typosition ab 15 Uhr durch die Ausstellung führen. Die Exponate sind bis zum 6. Januar im Museum zu sehen.

Dein Kommentar

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns über Deine konstruktive Meinung und behalten uns vor, gehaltlose, persönlich verletzende und themenfremde Kommentare zu löschen.

Wenn Du nicht angemeldet bist, wird Dein Kommentar von der Redaktion zuerst geprüft und dann freigeschaltet.

Der Inhalt des Formulars wird durch einen externen Dienst (Mollom) auf Spaminhalte überprüft (Datenschutzrichtlinien)