09.12.2014 – 10.12.2014

Typografie als künstlerisches Ereignis seit den 1960er Jahren

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Gemalte Schrift, gedruckte Schrift, montierte Schrift: nicht erst seit dem 16. Jahrhundert begleiten differente Formen von Textelementen die bildende Kunst – bis hin zum Ersatz des Bildes durch Schriftlichkeit. Das Symposium will daher mit seinen Beiträgen nicht in erster Linie Text-Bild-Phänomene untersuchen, sondern vielmehr die jeweils spezielle Typografie solcher Worterscheinungen an ausgewählten Beispielen diskutieren. Gerade in den 1960er Jahren wird deutlich, dass etwa mit Fluxus, Konzeptkunst, Pop Art oder exklusiv mit Visueller/ Konkreter Poesie Textelemente eben nicht nur poetische Beigaben darstellen, sondern einen eigenen, individuellen Bildcharakter besitzen, der in einer praktischen Gestaltung etwa von Gemälden, Zeichnungen, Künstlerbüchern, Bildtafeln, Diagrammen, Konzepten, Installationen oder Filmen Ausdruck findet. Hier erprobt die bildende Kunst auf verschiedensten medialen Ebenen einen erweiterten Umgang mit Schrift bis hin zur Entwicklung eigener Schrifttypen. Vor allem aber kommt es in diesen Jahren zur produktiven Wechselwirkung von freier und angewandter Typografie, etwa in den Künstlerpublikationen der Zeit. Methoden der Konkreten Poesie oder der Konzeptkunst werden in die Werbung übertragen usw. Dieses bisher unterbelichtete Feld eines umfassenden typografischen Experiments könnte mit den vereinten Kräften von Theorie und Praxis ein neues Forschungsgebiet generieren.

Programm

Dienstag 9. Dezember

13:00 UHR
Tania Prill, Hochschule für Künste Bremen: Begrüßung.
Michael Glasmeier, Hochschule für Künste Bremen:
Worte ohne Bilder. Die Kunst der Evokation.

14:00 UHR
Jan-Frederik Bandel, Freie Universität Berlin, Peter-Szondi-Institut:
Unter dem Radar. Underground- und Selbstpublikationen 1965–1975, Vorüberlegungen zu einer Ausstellung.

14:45 UHR
Susanne Bieri, Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek, Bern: Empfindungsanstöße im Buch. Karl Gerstners Interventionen im Buch zur Ausstellung
»Freunde–Friends–dFründe. Karl Gerstner, Dieter Rot, Daniel Spoerri, André Thomkins und ihre Freunde und Freundesfreunde« in der Kunsthalle Bern, 1969.

PAUSE

16:00 UHR
Gabriele Wix, Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: Sans-serif.
Typografie und amerikanische Konzeptkunst – Ed Ruscha, Lawrence Weiner, Christopher Williams.

16:45 UHR
David Bennewith, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe: Churchward International Typefaces – Material material, immaterial material, scattered reflections, pouring concrete. Tears.

17:30 UHR
Lisa Steib, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig: Ohne Punkt und Komma. Text und Objekt im Werk von Terry Fox.

PAUSE

18:30 UHR
Abendvortrag
Ruth Blacksell, The University of Reading: From visual to textual: Typography in / as Conceptual Art.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

9:30 UHR
Annette Geiger, Hochschule für Künste Bremen: 
Körper, Bild, Buchstabe. Zur Leiblichkeit der Typografie.

10:15 UHR
Sabine Mainberger, Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn:
Abenteuer der Graphismen – vor und nach dem Druck.

PAUSE

11:30 UHR
Benjamin Meyer-Krahmer, Hochschule für Grafik und
Buchkunst Leipzig: „Punch Lines” und Dematerialisierung
– Lee Lozanos Schriftpraktiken.

12.15 UHR
Annette Gilbert, Freie Universität Berlin, Peter-Szondi-Institut: 
Schreibmaschinenvirtuosen – jenseits von Typoésie und Typewriter Art.

Wann: 09. und 10. Dezember 2014
Wo: Hochschule für Künste Bremen, Auditorium
Am Speicher XI 8, 28217 Bremen
Eintritt: frei
mehr Infos unter: www.arthist.net

 

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