04.05.2012 – 05.05.2012

Typografie und Macht – Call for Papers

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Unter dem Thema Schrift / Macht / Welten – Typografie und Macht fragt die fünfte Jahrestagung der Gesellschaft für Designgeschichte (GfDg) im Rahmen von ON-TYPE und in Kooperation mit dem Studiengang Kommunikationsdesign der FH Mainz am 4. und 5. Mai 2012 nach den politischen Dimensionen von Typografie.

Wie politisch ist Schrift? 
Oder: Wer bestimmt die Schrift?

Wie spricht der Staat mit seinen Bürgern?
Oder: Schrift und Gesetz

Welches Corporate für Deutschland? 
Oder: Schrift und nationale Identität

Wie kommuniziert die Stadt?
Oder: wandelnd zwischen intelligenten Fassaden und subversiven Icons

Welche Botschaften tragen wir auf der Haut?
Oder: Trends, T-Shirts und Tattoos

Wer führt den Diskurs über Typografie?
Oder: Meinungen und Meinungsmacher

Wer erinnert vergessene Sprachen und Schriftsysteme?
Oder: Schrift und kulturelles Gedächtnis

Wem gehört das digitale Wort?
Oder: Jahrzehnte nach dem propagierten “end of print”

Wie kommuniziert eine globalisierte Welt?
Oder: Schrift in Zeiten von Unicode

Wem gehört die Schrift?

Wie bei den letzten Tagungen sind die Veranstalter sehr an einer offenen Diskussion interessiert und schreiben wieder einen “Call for Papers” aus. Abstracts mit Themenvorschlägen (max. 1 Seite / 1.700 Zeichen und Kurzbiografie) können bis zum 27.02.2012 gesendet werden an: info@gfdg.org

Aus dem Pressetext: »Schrift begegnet uns überall. Beim Lesen eines Zeitungsartikels, eines Romans oder eines Straßenschildes konzentrieren wir uns auf den Inhalt, ohne die Buchstaben und Zeichen bewusst wahrzunehmen. Schrift transportiert in erster Linie Inhalte, Buchstaben sind aber auch visuelle Zeichen. So gehen Typografinnen und Typografen selbstverständlich davon aus, dass die Wahl einer Schrift auch den Charakter eines Textes und damit einen Teil seiner Aussage mit gestaltet.

Der Blick aus der Perspektive der Designgeschichte auf das Phänomen »Typografie und Macht« soll herausstellen, dass unser Umgang mit und unsere Rezeption von Schriften nicht alleine durch die ästhetischen Vorlieben einzelner Gestalterinnen und Gestalter geprägt ist, sondern auch durch schriftpolitische Diskurse. 
So sind und waren wegweisende gestalterische Haltungen, eingebunden in gesellschaftliche Entwicklungen und Diskussionen, oftmals politisch motiviert – etwa das unbedingte Bekenntnis der gestalterischen Avantgarde zu Groteskschriften und konsequenter Kleinschreibung.

Dass Typografie keinesfalls neutral ist, verdeutlicht vor allem die machtpolitische Instrumentalisierung von Schrift, gerade in Deutschland: Wie ein tiefer Riss zog sich der Streit zwischen Fraktur und Antiqua bis weit ins 20. Jahrhundert, und bekanntlich wurde die Typografie auch von den Nationalsozialisten ideologisch aufgeladen.

Heute manifestiert jede Wortmarke, die durch eine bestimmte Schrift ihren ganz eigenen Charakter erhält, das Wechselspiel zwischen Schrift und Macht, indem bestimmte Schriften unweigerlich die dazugehörigen Imaginationswelten evozieren. Aber auch die Kommunikationsguerilla begreift das Spiel mit großen Schrifttraditionen und/oder Logos als subversiven Kommentar zu Macht und Freiheit.«

Weitere Informationen zur Veranstaltung
www.gfdg.org

 

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