19.05.2012

Upper Case & Lower Space

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Mit der Verbreitung neuer mobiler Medien wie iPad, iPhone und einer wachsenden Anzahl an Bildschirmen in unserer Lebenswelt stellt sich die Frage nach veränderten Gestaltungsbedingunen und damit einhergehend veränderten Sehgewohnheiten.

Was macht eine Schrift aus? Welchen Gesetzmäßigkeiten ist Sie unterworfen? Welche Techniken & Trägermedien bestimmen ihr Äußeres? Welchen Einfluss haben die Entwurfswerkzeuge auf den Gestaltungsprozess? Ist eine Schrift grundsätzlich statisch und flach?

Durch das Zusammenspiel neuer Technologien wird es uns möglich, Schriften wesentlich anders als bisher zu erschaffen, darzustellen und zu benutzen. Vergleichbar mit der Architektur wandelt sich die Konstruktion und das Design mit den technischen Möglichkeiten.

Als Letters Are My Friends veranstaltet das Designlabor aus Kreuzberg seit 2011 regelmäßig Events an der Schnittstelle von Type'n'Tech. Anlässlich der Typo Berlin 2012 zeigen Ihre Mitglieder Frida Fraktur, Gerrit Grotesk, Mino Light, Bärbel Bold & Ingo Italic ineinandergreifende & aufeinander aufbauende Arbeiten unter dem Titel 'Upper Case & Lower Space' - parametrische Typographie & andere Spirenzchen.

Die Ausstellung zeigt Schrift als vielfältig formbares Element, das sich als Druck, Installation, Software oder Animation präsentiert. Buchstaben werden von verschiedenen Ufern aus gestaltet, generiert, lasergecutted oder per Scripting in ihre Einzelelemente zerlegt und gemorphed - oder finden eine neue Mission im Bewegtbild. Die Disziplinen sind fliessend, man bewegt sich zwischen Print, Motion & Interaction Design: Schrift ist Sprache - Sprache ist lebendig. Das wird selten deutlicher als hier.

Frida Fraktur’s 26 Steps ist ein Experiment, dass sich »dem Buchstaben-Formen« anhand typographischer Grundbausteine annähert: der Kurve & der Linie. Jeweils 26 Überblendungsstufen machen einen Buchstaben erkennbar. Mal mehr, mal weniger elegant, entstehen durchaus lesbare Glyphen. Auf dem gleichen 26-Stufen-Prinzip basierend, wird das digitale Experiment in die analoge Welt aus Materialien und Objekten transferriert.

Das »Buchstabengewitter« von Ingo Italic ist eine morphbare Schriftart die mit dem Toolkit VVVV entwickelt wurde. Jeder Buchstabe läßt sich morphen und innerhalb eines dynamischen Frameworks intuitiv umbestimmen. Alle Glyphen des Alphabetes werden zu selbständigen Akteuren und wirken agil. 

Bärbel Bold erprobt und veranschaulicht die Flexibilität und Einsetzbarkeit des Buchstabengewitter's in einer Versuchs-Reihe namens 'weather-proof’ – experimental Type in Motion-Cases. Vom Buchstabengewitter in die Animationstraufe.

Mino Light’s 'Cocoon’ verfolgt ebenfalls einen demonstrativen Ansatz, der der Erstanwendung mit Nodebox

geschuldet ist: Linien wachsen erst zufällig am Pfad entlang, bilden dann Innenflächen und definieren vorerst einen Schriftzug. Schritt für Schritt überschreiten die Linien ihre Grenzen und umhüllen so den Buchstaben wie ein Cocoon, der so neue Arten und Kombinationen der Schriftart zum Leben erweckt. Mit ein paar Zeilen Code ist es schon möglich unzählige Interaktionen zwischen Graphik und Schrift durch unterschiedliche Parameter herzustellen. Das Video wird nur eine dieser Kombinationen veranschaulichen. 

Gerrit Grotesk agiert wie immer gekonnt als Joker.

Wann: 
Samstag, 19.5. 2012, ab 20 Uhr

Wo:
Boppstrasse 7
10967 Berlin

lettersaremyfriends.com
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