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17.03.2016

Walter-Tiemann-Preis 2016 an Constanze Hein und Jan Blessing

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Der mit 5.000 Euro dotierte Walter-Tiemann-Preis 2016 geht an Constanze Hein und Jan Blessing (Berlin) für die Gestaltung des Ausstellungskataloges »Tutti«, erschienen 2015 in der Edition Taube. Die Jury, der in diesem Jahr Nina Hug, Christoph Ruckhäberle, Felix Salut, Maren von Stockhausen sowie Cornel Windlin angehörten, wählten die Preisträger aus den Einsendungen aus 12 Ländern.

Die Verführungskraft des Objekts »Tutti« zeigt sich bereits durch den intensiv gelben PVC-Umschlag mit einem im Siebdruck weiß aufgebrachten Bild. Für die künstlerische Arbeit von Anahita Razmi, einer Installation mit Bildschirmen in Rottweil, fanden Constanze Hein und Jan Blessing eine angemessene Übersetzung in dieses, im Umfang eher schmale, Buch. Monitore mit gesprochenen Videobotschaften von Vloggern wurden in eine Buchgestaltung übertragen, die Porträts, deren Basis Filmstills von YouTube-Beiträgen sind, auf glänzend gestrichenem Papier zeigt und diese in ein spannungsvolles Verhältnis zu den in großem Schriftgrad gesetzten Texten bringt. Die Jury überzeugte die klare, sinnfällige Lösung der Entscheidung und die bis ins Detail sorgsame Arbeit. Über die ursächliche Ausstellung hinaus transportiert der Titel die künstlerische Idee in sehr anregender Form. 

Zwei zweite Preise

Es konnten zwei mit je 1.500 Euro dotierte zweite Preise vergeben werden. Den einen erhält Boy Vereecken aus Belgien für das Journal »VVV 1, Very Vary Veri«. In dem 2014 erschienenen, 80 Seiten umfassenden Heft wird ein neuer Raum der Designschule der Universität Harvard vorgestellt. Es gelingt ihm sehr überzeugend, für die verschiedenen Textarten einerseits  unterschiedliche typografische Lösungen anzubieten und andererseits ein deutliches Gefühl des Zusammenhanges zu  vermitteln. Die Gestaltung wirkt flüssig, in sich rund und ist, wenn auch auf den ersten Blick wenig spektakulär, ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Lösung für ein solches Magazin mit heterogenen Beiträgen.

Ein weiterer zweiter Preis geht an Pascal Storz und Fabian Bremer für ihr bei Spector Books 2015 erschienenes Buch »Jonas Mekas: Scrapbook of the Sixties«. Die Gestalter übertrugen das Manuskript mit Texten und Bildmaterial von Jonas Mekas in die vorliegende typografische Form. Sie integrierten sensibel die Ideen des Filmemachers und Autors und fügten seine Aufzeichnungen und Gespräche mit anderen Künstlern mit Dokumentationsmaterial, Filmbildern und handschriftlichen Zitaten zu einer überzeugenden Einheit, die von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk zeugt. Der Index bietet eine sehr gute und klare Navigation durch das sehr dichte Werk.

Shortlist mit zwei studentischen Arbeiten

Bis zuletzt standen drei weitere Titel in Preisnähe, die nun durch die Aufnahme in die Shortlist gewürdigt werden.

Phillipp Majdamin gestaltete 2015 für das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus »Klaus Killisch. Bonjour Tristesse«. Der Gestalter löst dabei die schwierige Aufgabe, Malerei ins Buch zu bringen, mit Bravour. Er folgt nicht den üblichen Pfaden der ganzseitigen Abbildungen, sondern lässt die Bilder umlaufen und nutzt die Titelunterschriften vertikal als Trennstreifen. Die Gestaltung würdigt die Kunst und bleibt dabei in ihrem eigenen Ansatz selbstbewusst. Selbst beim mehrmaligen Anschauen lässt sich immer wieder Neues entdecken.

Malin Gewinner reichte mit »Die Antropomorpha – Tiere im Krieg« ihr als Bachelorarbeit entstandenes Buch ein, das ein sehr interessantes Thema, für das die Gestalterin selbst recherchierte, in eine überzeugende Form bringt, Das Ergebnis liegt in einer sehr zeitgemäßen Umsetzung vor und macht große Lust, sich mit den Inhalten zu befassen.

Auch Katrin Grimms Buch »Rüsselkäfer, Mondfisch, Nashornvogel, Wisentkuh« ist eine künstlerische Abschlussarbeit. Auch sie tritt zugleich als Text- und Bildautorin in Erscheinung. Ihre Gestaltung zeigt eine intensive Auseinandersetzung mit der Typografie des 19. Jahrhunderts, die sie mit einem Augenzwinkern in eine zeitgemäße Form übersetzt.

Preisverleihung und Ausstellung

Die Verleihung der Preise findet am 17. März 2016 (während der Leipziger Buchmesse) ab 19 Uhr in der Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig statt. Dabei werden die ausgezeichneten Titel in einer Ausstellung präsentiert. Die Laudatio hält Felix Salut aus Amsterdam, der 2014 den Walter-Tiemann-Preis erhielt.

Bewerbungsschluss für den Walter-Tiemann-Preis 2018 ist der 5. Januar 2018. Die Ausschreibung wird ab Juli 2017 auf waltertiemannpreis.de zu finden sein.

Text: Julia Blume, Florian Hardwig; Verein zur Förderung von Grafik und Buchkunst e.V.
Fotos: Michael Ehritt

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