Do, 19 Uhr: Vortrag von Steve Heller / Eiserne Grafik: Markendesign totalitärer Staaten

in

Am Donnerstag Abend um 19 Uhr führte uns Steve Heller in die Weiten des Brandings und die Kunst der "Imageproduktion" bezogen auf die 4 größten Diktaturen des 20. Jahrhunderts ein.

Schon die Einleitung in das, was uns in der folgenden Stunde erwarten würde, ließ mich ein wenig erschaudern: Massen von Soldaten, Panzer, Heere von Menschen in farbiger Kleidung, einer wie der andere, dazu laute Technomusik, flimmernde Muster, ein Rausch an Farben und schnell wechselndes Bildmaterial. Es geht um Macht, um das "Gleichmachen" von allem und jedem.

Steve Heller erläuterte die verschiedenen "Werbestrategien" der Faschisten in Italien, des Nationalsozialismus und Hitler in Deutschland, der UDSSR unter Lenin und Stalin und natürlich des Regimes von Mao Tsetung in China. Alle hatten gemeinsam, dass Marketing für Doktrinen genutzt wurde. Wie dies geschah, war jedoch sehr unterschiedlich.

Heller ging vorallem auf den Liederkult, Zeichen und Logos, den Einheitskult, den "Hasskult", den Souvenirkult und den Kult der Dummheit ein.

So statuierte man in Italien einen Führerkult um Mussolini, dem "Duce" der als majestätisch, männlicher und autoritärer Führer von seinem Volk für seine Darstellung geliebt wurde. Hitler war in Deutschland Symbol und Ikone, designed als großer Bruder, als Retter der Nation. Mao Tsetung war nicht nur Markenzeichen der Kulturrevolution Chinas, sondern agierte als Über-Ich in einer Buddha-ähnlichen Figur. In der UDSSR wurde der Personenkult mit Lenin auf die Spitze getrieben. Hier wurden schon weit vor der Einführung von Photoshop, Bilder gefälscht, retuschiert und Fotomontagen erstellt.

Insgesamt ein sehr ernster Vortrag, der aber aufgrund der Aufarbeitung des Materials sehr interessant war und zum Nachdenken anregte.






matthias hohmann

ich finde den beitrag von steve heller mehr als notwendig!
denn auch wenn design für menschen, grade designer, eine befriedigende rolle einnimmt, bleibt design immernoch eine gewisse manipulierende "macht". auch wenn capitalistische systeme werbung benötigt sollte es niemals dazu kommen, das wahrheiten verdeckt und lügen verschönt werden. somit ist die alltägliche werbung durchaus zu vergleichen mit werbung von diktaturen! lässt sich drüber diskutieren.

Dein Kommentar

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Der Inhalt des Formulars wird durch einen externen Dienst (Mollom) auf Spaminhalte überprüft (Datenschutzrichtlinien)

Verwandter Artikel

Emigre

jetzt endlich online zu lesen

Auf der Website von Emigre sind in den letzten Monaten einige ausgewählte Essays und Interviews der letzten ...

in , , 1 Kommentar

Nächster Artikel

Stefan Sagmeister

Über die Beauftragung von Lebensweisheiten

Stefan Sagmeister hielt die Eröffnungsrede am zweiten Tag der Typo Berlin im einem bis auf den letzten Platz ...

in 1 Kommentar

Vorheriger Artikel

DRUPA 29.5.-11.6.

Platzhirsch Heidelberger

Kurz vor der Typo Berlin war ich in Düsseldorf auf der Drupa. Beeindruckend: Heidelberger. Der Markführer überzeugt ...

in