Bilder wollen Momente festhalten, Aufmerksamkeit bekommen, unser Auge täuschen, Dinge verkaufen oder Realitäten imitieren.
Trotz ihrer verschiedenen Funktionen haben sie einen gemeinsamen Nenner: die Bildpunkte. Heutzutage sind dies meistens quadratische Elemente, die von digitalen Codes in ein klares Raster gesetzt werden und durch eine definierte Farbpalette eingefärbt sind. Somit ist ein Bild nicht viel mehr als eine Anhäufung von Bildpunkten, die sich aus der Distanz zu einem Ganzen verbinden und in unserem Gehirn eine Reaktion auslösen. Dies ist ein Faktum und den meisten von uns bekannt. Trotzdem trägt es ein Phänomen mit sich:
die Endlichkeit von Bildern. Was ist damit gemeint? Ich behaupte:, Wenn wir klare Konventionen haben, in diesem Fall das Raster und die Farbpalette, können wir eine genau definierbare Anzahl an Kombinationen berechnen. Wir nehmen dazu einen definierten Pixelraster und eine bestimmte Farbpalette. Nun rechnen wir alle Kombination der Farbanordnungen durch. Dies ergibt alle Bilder, die für unser Auge sichtbar sind – natürlich immer mit der Beschränkung des Rasters, das die Genauigkeit des Bildes vorgibt.
Würden nun alle Kombinationen berechnet und durchgeschaut, hätten wir alles gesehen – die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Irgendwo entsteht der eigene Tod, irgendwo wird der Weltuntergang sichtbar und irgendwo erscheint das Bild, wie Sie gerade diese Zeilen durchlesen. Dies bedeutet, dass in Zukunft kein Bild mehr gemacht wird, welches nicht theoretisch schon heute berechnet werden kann.
Natürlich entstehen nicht nur Dinge oder Orte, die wir kennen. Es gibt auch eine sehr grosse Anzahl an Bildern, wo wir nichts sehen – Rauschbilder, Farbflächen, Verläufe und so weiter. Auch werden Szenen erscheinen, die physika-lisch unmöglich sind, oder es ent-stehen Orte, die wir noch nie in dieser Form gesehen haben.
All diese Bilder haben den speziellen Charakter des "Nichts". Es sind alles Abbildungen, die niemand fotografiert hat und wo auch nie jemand vor Ort war. Somit wird auch nie jemand sagen können, wann, wo und was es wirklich ist. Was schlussendlich in den Bildern gesehen wird, entscheidet jeder für sich allein.






Bachelor-Arbeit 2012, Zürcher Hochschule der Künste, Daniel Schmid
www.schmiddaniel.ch
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