Neofora – Phenotypes of Expansion

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»Neofora« visualisiert expansive Prozesse und kommentiert ­auf ungewöhnliche, aber dennoch kritische Weise das globale Wachstum multinationaler Unternehmen.

Als Ausstellung konzipiert, wurden die zuvor in Geschäftsberichten und Datenbanken ­recherchierten Informationen in Form großer Aus­breitungs­karten an die Wand gebracht. Fünf Fälle ausgewählter Großkonzerne wurden jeweils einem vergleichbaren Fall aus der Natur zugeordnet. Um die drastische Ausbreitung zu verdeutlichen, wurden jeweils drei Wachstums­phasen gewählt: Die Anfangszeit, eine ­Zwischenphase und der aktuelle Stand der Verbreitung. ­­Die wirtschaftlichen Fälle sind vertikal und in schwarzer Plottfolie dargestellt, wohingegen sich die natürlichen Fälle horizontal und in ­roter Folie zeigen. Zwischen den Karten findet man immer wieder Zitate und Fakten aus der Recherche, die die Problematik verbalisieren. Zusätzlich kann man die einzelnen Fälle auf Tafeln nachvollziehen und weitere Details abrufen.

Kompositorisch überzieht die Inszenierung die Wand wie ein Schimmelpilz und unterstützt so formal die inhaltliche Aussage. Die durch Größe, Farbwahl und Art der Ins­zenierung erreichte Aufmerksamkeit schafft einen intuitiven Zugang zur Arbeit. Durch die Sprachwahl ist es einer breiten Öffentlichkeit möglich dieses globale Thema zu rezipieren.

Namensinspiration für die Ausstellung ­(Neofora = neue Märkte) waren die Neobiota (neues Leben): Invasive Tier- und Pflanzen­arten, die Einzug in ein Gebiet erhalten, in dem sie nicht heimisch sind, und lokale Konkur­renten verdrängen. Um die aggressive Verbreitung der »global Player« zu verdeutlichen, boten diese in­vasiven Arten,­ ­­aber auch verschiedene Viren, passende Äquivalente. So dehnte sich beispielsweise Facebook beinahe so schnell aus wie die Vogelgrippe und Walmart verdrängt seine Konkurrenten auf ähnliche ­Weise wie der Riesenbärenklau andere Pflanzenarten.

Neofora soll über diesen Vergleich zum ­Reflektieren des eigenen Handelns bewegen und zu ­bedenken geben, dass die oft praktischen Konsummöglichkeiten einen hohen Preis ­haben – den Verlust von Kultur und Individualität.

www.formimkontext.de

 

 

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