ENDE_NEU_01102010

»Vor über zehn Jahren kamen zwei meiner Cousins wegen Mordverdacht für vier Jahre ins Gefängnis. Das Verbrechen soll sich auf der Mülldeponie der Kuestenstadt Oran in Westalgerien ereignet haben, in der ich geboren wurde und bis zu meinem 18. Lebensjahr gelebt habe.« schreibt Said Sennine in seinem Katalogheft als Einführung zu seiner Fotoreportage, die ihn auf Spurensuche zurück in seine Geburtsstadt brachte. Mit zunehmender Annäherung an das, was den Lebensmittelpunkt Kinder und Jugendlicher darstellt, und z.B. dem Versuch, durch das Anfertigen und das Verteilen von Porträtfotografien das Vertrauen seiner Protagonisten und Einblicke in ihre tägliche Realität zu gewinnen, wachsen die Schwierigkeiten. Von Verboten bis zu physischen Bedrohungen für das eigene Leib und Leben. Parallelen zum Plot von Michelangelo Antonionis »Blow up« drängen sich auf – nur ohne einen Hauch von Fiktionalität.

Eröffnung: Freitag, 1. Oktober 2010, 19 Uhr
Samstag, 2. Oktober – Samstag, 30. Oktober 2010 Dienstag – Samstag 14-18 Uhr
Forum der Neuen Schule für Fotografie Berlin. Brunnenstr. 188-190, 10119 Berlin
www.01102010.de

Die weiteren Studenten und ihre Arbeiten (Pressetext):

Tobias Wirth durchstreift kommerzielle, künstlich geschaffene Erlebniswelten als bezeichnende Heterotopie der heutigen Zeit.

Tobias Wirth, Placebo Paradise, 2009, Copyright: Tobias Wirth

In seiner Arbeit 50/50 stellt Jan Wirdeier eine gleichnamige Bar in Berlin-Neukölln vor. Für ihn ein dunkler, unheimlicher und zugleich anziehender Ort fremder Kultur.

Jan Wirdeier, 50/50, 2010, Copyright: Jan Wirdeier

Jakob Wierzba erforscht anhand eigenen fotografischen, stereoskopischen und filmischen Materials experimentell die Tücken bildnerischer Wahrnehmungsprozesse.

Jakob Wierzba, Reprojection Error, 2009, Copyright: Jakob Wierzba

„Den Moment einfrieren.“ Cameron Scott nimmt diesen Begriff wörtlich, friert Objekte ein und dokumentiert die ästhetischen Veränderungen der Materialität im Eis.

Cameron Scott, cryosphere, 2009, Copyright: Cameron Scott

Giovanna Schulte-Ontrop geht in ihren Männerportraits der Frage nach, wie ein neues
Verständnis von Nacktbildern jenseits von Frivolisierung und
sexualisierten Machtzusammenhängen aussehen kann.

Giovanna Schulte-Ontrop, Entspiegelung04, 2010, Copyright: Giovanna Schulte-Ontrop

Anna Broermann begleitet den Akt der Geburt. Sie findet Bilder, die uns die Grenzerfahrungen der Gebärenden zwischen Erschöpfung, Schmerz und Kraft näherbringen.

Anna Broermann, Natalis, 2009/2010, Copyright: Anna Broermann

Mehdi Bahmed geht sowohl inszenatorisch als auch anhand vorgefundener Motive der paranormalen Wirklichkeit seiner eigenen Träume nach.

Mehdi Bahmed, Ohne Titel, 2009/2010 Copyright: Mehdi Bahmed

Christine Bachmann entwirft in Anlehnung an die Erzählung “Undine geht” von Ingeborg Bachmann ein metaphorisches, generationenübergreifendes Frauenportrait.

Christine Bachmann, Undine geht, 2009, Copyright: Christine Bachmann

Juliane Apel gibt Einblicke in eine Intensivstation, in der die Schnittstellen Mensch-Mensch und Mensch-Maschine zum existientiellen Alltag gehören.

Juliane Apel, beziehungsweise, 2010, Copyright: Juliane Apel

Ich bedanke mich für die Gelegenheit, das Grafikdesign für ‘Ende Neu’ erstellen zu können (mit Anklängen an das von Gilbert Wedam erstellte CD der Neuen Schule, auch wenn im Projektverlauf nur noch ein schwaches Echo davon übrigblieb …) Als visuelle Klammer dient ein ASCII-Code-Bildern nachempfundenes Pfeilzeichen, das beim Schuber auf das Griffloch weist; ein etwas trockener visueller Pun, den Jakob Wierzba, selbst Protagonist von Ende Neu, für die website ganz wunderbar weitergesponnen hat, und dann von mir wieder im Flyer aufgegriffen wurde. – www.01102010.de. Per tenebrae ad lucem 😉 Herzlichen Dank dafür.

Die Grundidee der digitalen Zahlenästhetik und der Projektname geht zurück auf Giovanna Schulte-Ontrop, very special thanks an die Kreuzberger 15 Grad in Person von Stefan Jahn und Julia Pötter für die Produktion, und mit messerscharfem Timing werden die Schuber mit jeweils zehn Katalogheften wohl auch noch ihren Weg in die Ausstellungseröffnung am Freitag finden …

Ende Neu Einladungsposter, Foto Giovanna Schulte-Ontrop

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